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Jürgen Hunke war von November 1990 bis Oktober 1993 Präsident des Hamburger SV
Jürgen Hunke war von November 1990 bis Oktober 1993 Präsident des Hamburger SV © SPORT1-Grafik: Getty Images/ Imago
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München - Der ehemalige HSV-Präsident Jürgen Hunke äußert sich bei SPORT1 zur jüngsten Kritik von Investor Klaus-Michael Kühne und macht sich zudem für eine HSV-Legende stark.

Klaus-Michael Kühne hat angedroht, seine finanzielle Unterstützung beim Hamburger SV einzustellen - nicht zum ersten Mal. Doch macht er jetzt ernst?

Der frühere HSV-Präsident Jürgen Hunke hat eine klare Meinung zu der aktuellen Drohung des Investors.

"Es kann natürlich sein, dass vieles, was man ihm damals versprochen hatte, nicht eingehalten wurde", mutmaßt Hunke im Gespräch mit SPORT1. "Ich glaube, dass Kühne am Ende nie ein Geschäft mit dem HSV machen wollte." 

Kühnes Absicht sei es gewesen, "mitzubestimmen und seinen Beitrag zu leisten. Aber so einfach ist das im Fußball nicht. Es war ja schon bekannt, dass er aussteigen und sich von seinen Anteilen trennen will", so Hunke, der von November 2004 bis Januar 2009 auch Mitglied des Aufsichtsrats beim HSV war.

In der Welt am Sonntag hatte Kühne gesagt, er sehe im Moment "kein Konzept, für das es sich lohnt, weiterhin Geld zu investieren". Stattdessen wolle er seine Anteile verkaufen.

Magath kommt ins Spiel

Wie schon in den vergangenen Jahren häufiger, fällt bei der Suche nach einem potenziellen Käufer der Anteile wieder der Name einer HSV-Legende: Felix Magath.

Für Hunke eine naheliegende Lösung. "Ich glaube schon, dass er in seinem Alter einen Reiz dafür verspürt. Das Entscheidende aber wird sein, dass er nicht nur über die nötigen Mittel, sondern auch über die Kontakte verfügt, diese Mittel zur Verfügung zu stellen", sagt der 75-Jährige.

Hunke fordert daher: "Wenn er ein gutes Konzept hat, dann sollten die Bosse sich das anhören. Das ist wie in der Politik. Deshalb muss über jedes gute Konzept diskutiert werden."

Hunke übt Kritik an HSV-Boss Hoffmann

Kritik übte Hunke an Klub-Boss Bernd Hoffmann, der auf die Ausstiegs-Ankündigung Kühnes gelassen reagiert hatte. "Vielleicht weiß er selbst nicht, wie es weitergeht. Wenn man wie er so viele Ämter mit Verantwortung innehat, dann muss er jetzt aus der Deckung kommen und seine Perspektive erklären, anstatt nur zu sagen, man sei in Gesprächen."

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Dass überhaupt der Name Magath wieder aufgetaucht ist, liegt an Kühnes Ankündigung, beim HSV auszusteigen. "Es ist ein Drama, wie der Verein in sich zusammengefallen ist", so der langjährige Förderer, der sich verärgert darüber zeigte, dass die Klubführung ihm verwehre, seine Anteile auf mehr als 35 Prozent aufzustocken.

Der endgültige Ausstieg sei nun aber schwer vorstellbar. In der Verflechtung, in der Kühne arbeite, gehe es nicht nur um Anteile, es gehe auch um seine Darlehen und um die Beteiligung am Volkspark. "Diese Dinge müssen irgendwann geklärt werden", betont Hunke.

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