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Stuttgart - Der VfB Stuttgart entscheidet das Duell der Absteiger gegen Hannover 96 zum Start der 2. Bundesliga für sich. Aber Marcin Kaminski verletzt sich schwer.

Aufstiegsfavorit VfB Stuttgart hat einen Start nach Maß in die 2. Bundesliga erwischt - muss aber den Schock nach einer schweren Verletzung von Marcin Kaminski verdauen.

Nach einem Zusammenprall mit VfB-Torhüter Gregor Kobel blieb der Rückkehrer von Fortuna Düsseldorf am Boden liegen, wurde am rechten Knie behandelt und musste wenig später vom Feld.

Am Tag nach dem 2:1 (2:1)-Erfolg gegen Mitabsteiger Hannover 96 bestätigten sich die Befürchtungen: Kaminski zog sich nach Vereinsangaben einen Kreuzbandriss zu und wird dem VfB voraussichtlich ein halbes Jahr nicht zur Verfügung stehen.

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Es ist die zweite schwere Knieverletzung eines Stuttgarters binnen einer Woche. Neuzugang Sasa Kalajdzic hatte im Testspiel gegen den SC Freiburg ebenfalls einen Kreuzbandriss, sowie einen Innen- und Außenbandriss im linken Knie erlitten.

Gomez und Didavi treffen

Am Freitagabend hatten die Stuttgarter dank der Routiniers Mario Gomez und Daniel Didavi die Hannoveraner bezwungen. (Spielplan und Ergebnisse)

Der 78-malige Nationalspieler Gomez (29.) und Mittelfeld-Regisseur Didavi (36.) stimmten den zuletzt unzufriedenen VfB-Anhang mit ihren Toren versöhnlich und bescherten dem neuen Trainer Tim Walter einen idealen Einstand. (Die Tabelle der 2. Bundesliga)

Gomez: "Drei Punkte waren das Ziel"

"Die drei Punkte waren unser ganz klares Ziel. Wir haben einen weiten Weg hinter uns mit einem neuen Trainer und einer neuen Philosophie. Natürlich können wir noch viele Dinge besser machen, aber für den heutigen Tag sind wir happy", sagte Gomez bei Sky.

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Mirko Slomka, der zwischen 2010 und 2013 die goldene Zeit der 96er mitgestaltet hatte, ging dagegen bei seinem Comeback leer aus.

"Wir hatten am Anfang die besseren Möglichkeiten durch Weydandt und Prib, machen die aber nicht. Und dann hatte es sich vor der 29. Minute so ein bisschen angedeutet", sagte Slomka. "Wir waren (nach dem Rückstand, Anm.d.Red.) nicht geschockt, aber schon ein bisschen traurig, dass wir nicht selbst in Führung gegangen sind, weil wir selbst so gut drin waren."

Bitteres Debüt von Awoudja

Der eingewechselte und nervöse VfB-Zugang Maxime Awoudja (39.) brachte die Gäste mit einem höchst kuriosen Eigentor lediglich heran und flog in der 85. Minute mit Gelb-Rot vom Platz. Doch auch 96 spielte die Partie nach Gelb-Rot gegen Matthias Ostrzolek (64.) zu zehnt zu Ende. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

VfB-Trainer Walter atmete nach dem geglückten Einstand auf: "Die Zuschauer waren der Hammer, sie haben uns so nach vorne geschrien. Wir hatten auch schwächere Phasen im Spiel, aber sie haben uns immer wieder aufgebaut. Das war grandios."

"Wir sind gerne Favorit", hatte der von Holstein Kiel gekommene Walter vor dem Schlagerspiel zum Auftakt gesagt. Dabei ist die zweite Liga mit weiteren Kontrahenten wie dem Hamburger SV und dem 1. FC Nürnberg nicht nur prominent besetzt, auch der VfB befindet sich in turbulenten Zeiten. 

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Nach der chaotischen Mitgliederversammlung trat vor nicht mal zwei Wochen Präsident Wolfgang Dietrich geräuschvoll zurück. Auch der Kader hat einen gewaltigen Umbruch hinter sich, unter anderen gingen der langjährige Kapitän Christian Gentner, Weltmeister Benjamin Pavard und Torwart Ron-Robert Zieler, Letzterer ausgerechnet nach Hannover.

Kempf neuer VfB-Kapitän

Neuer VfB-Kapitän ist Abwehrspieler Marc Oliver Kempf, insgesamt standen fünf Neuzugänge in der Startelf des fünfmaligen deutschen Meisters.

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Slomka schickte neben Rückkehrer Zieler bei seinem ersten Pflichtspiel als 96-Trainer nach 2043 Tagen in Sebastian Jung und Marcel Franke nur zwei weitere Neue auf den Rasen.

Die Gäste erwischten vor 52.021 Zuschauern den besseren Start. Edgar Prib prüfte den neuen VfB-Schlussmann Gregor Kobel in der zweiten Minute, wenig später landete ein Freistoß des Mittelfeldspielers am Außennetz (5.).

Stuttgart berappelte sich in der Folge. Zieler konnte den Schuss von VfB-Neuzugang Hamadi Al Ghaddioui (27.) gerade noch parieren, zwei Minuten später war er gegen Gomez' Schuss aus wenigen Metern chancenlos.

Kaminski muss verletzt raus

Der VfB war nun deutlich überlegen und lag nach dem direkt verwandelten Freistoß von Didavi scheinbar vorentscheidend in Front. Dann aber patzte der 21-jährige Awoudja, der kurz zuvor für den verletzten Kaminski eingewechselt worden war, mit seinem ersten Ballkontakt folgenschwer.

In der Halbzeitpause öffneten sich die Schleusen über der Mercedes Benz-Arena mit Starkregen und zeitweise auch Hagel. Didavi (54.), Santiago Ascacibar (62.), Gomez (81.) und der eingewechselte Neuzugang Philipp Klement (90.+2) vergaben weitere Großchancen.

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