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München - Nach seiner Entlassung in Bochum äußert sich Robin Dutt bei SPORT1. Obwohl er gerne weitergemacht hätte, verlässt der Coach die Westfalen ohne Groll.

Turbulente Tage beim VfL Bochum.

Die Westfalen trennten sich am Montag mit sofortiger Wirkung von Trainer Robin Dutt. In der Mitteilung hieß es: "Diese Entscheidung ist das Ergebnis intensiver Gespräche und Analysen, die nach dem 3:3 gegen den SV Wehen Wiesbaden stattfanden."

Der Verein teilte später mit, dass bis auf Weiteres die Co-Trainer Heiko Butscher und Oliver Barth sowie Torwarttrainer Peter Greiber die Mannschaft betreuen und auf das Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart vorbereiten.

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Am Samstag hatte der VfL zwar nach einem 0:3-Rückstand zur Halbzeit noch ein 3:3 gegen den Wehen Wiesbaden erkämpft, trotzdem hatte der 54-Jährige Zweifel geäußert, ob er noch der richtige Chefcoach für den VfL sei. "Es hilft nichts, mit einem angezählten Trainer weiterzumachen", hatte Dutt auf der Pressekonferenz betont.

"Das muss man akzeptieren"

Wie der VfL mitteilte, habe Dutt am Montagmorgen für ein Gespräch mit dem Präsidium nicht zur Verfügung gestanden. 

SPORT1 hakte am Montagabend bei Dutt nach, der sich zuvor schon via Instagram über die Entlassung geäußert hatte.

SPORT1: Herr Dutt, bitte erklären Sie die genauen Umstände Ihrer Entlassung. 

Robin Dutt: Ich habe am Samstag in der Pressekonferenz gesagt, dass wir uns über ein paar grundlegende Punkte austauschen müssen. Auch über meine Person. Ich denke, es ist auch mal gut, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen und nicht immer die anderen Personen. Dann haben wir am Samstag und Sonntag Gespräche geführt - mit allen wichtigen Personen, die es im Verein gibt. Mit Hans-Peter Villis, dem Aufsichtsrat Vorsitzenden, mit Martin Kree, mit den Geschäftsführern Kaenzig und Schindzielorz. Wir haben uns da sehr konstruktiv ausgetauscht. Ich habe ihnen aufgezeigt, wie aus meiner Sicht eine weitere positive Zusammenarbeit möglich ist. Das war am Sonntag. Danach hatte ich ein gutes Gefühl. Und den nächsten Anruf habe ich am Montagnachmittag bekommen und war freigestellt.

SPORT1: Sind Sie enttäuscht über die Verantwortlichen?

Dutt: Ich will gar keine Worte wie Enttäuschung in den Mund nehmen. Wir haben uns ausgetauscht, ich habe gesagt, wie ich es mir vorstelle,  wie es erfolgreich weitergehen kann. Ich habe dann zwar keine Antwort darauf bekommen, aber die Freistellung sagt dann ja aus, dass man unterschiedliche Vorstellungen hat. Was im Fußball nun mal so ist, das muss man akzeptieren.

"Ich hätte gerne weitergearbeitet"

SPORT1: Es heißt, dass Sie sich selbst entlassen haben. Was sagen Sie dazu?

Dutt: Ich habe den Stein bewusst ins Rollen gebracht. Wenn man heutzutage Dinge im Fußball nicht anspricht, kommen Sie dann zur Sprache, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Ich bin nun lange genug im Geschäft und aus der Erfahrung heraus habe ich das gemacht.

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SPORT1: Hätten Sie sich gewünscht, dass man so reagiert hätte, wie beim FC St. Pauli. Da wurden Missstände von Jos Luhukay angesprochen, aber man hat zum Trainer gehalten.

Dutt: Es ist wie es ist. Ich hätte gerne weiter gearbeitet, aber ich bin den Leuten im Verein nicht böse. Der VfL steht über allem. Bei St. Pauli war es so, damals hatte man sich anders entschieden. Dann ist es so.

SPORT1: Bleibt nicht doch ein bitterer Nachgeschmack?

Dutt: Ich habe sehr gerne beim VfL gearbeitet. Man muss konstruktiv miteinander sprechen, das haben wir getan, der Verein hatte eine andere Auffassung und mit der Konsequenz muss ich leben.

SPORT1: Wie geht es mit Ihnen weiter?

Dutt: Ich lasse das auf mich zukommen, ich bin da völlig relaxt. 

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