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Der HSV rutschte auf Rang vier ab
Der HSV rutschte auf Rang vier ab © Imago
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Hamburg und München - Trotz zahlreicher Chancen bleibt ein hitziges Hamburger Derby lange torlos. Gastgeber St. Pauli findet mit einem Traumtor kurz vor Schluss aber noch den Weg ins Glück.

Der Hamburger SV ist nach einer bitteren Niederlage im Stadtderby auf Tabellenplatz vier abgerutscht.

Der HSV unterlag dem FC St. Pauli am Millerntor mit 0:1 (0:0) und ist seit insgesamt vier Spielen in der 2. Bundesliga ohne Sieg - die Schwächephase kommt zur Unzeit. 

Die Kiezkicker sind dagegen das Team der Stunde und haben sieben der vergangenen acht Partien gewonnen. St. Pauli hat in der Rückrunde bislang neun Punkte mehr geholt als der ungeliebte Nachbar.

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Kofi Kyereh gelang mit einem Traumtor in der 88. Minute der nicht unverdiente Sieg - anschließend feierte er den Treffer mit einem Salto. HSV-Profi Tim Leibold sah wegen einer Tätlichkeit aus Frust die Rote Karte (90.+5). (2. Bundesliga: Die Tabelle)

Ulreich: "Aber am Ende werden wir oben stehen"

"Die Enttäuschung ist sehr groß, wir haben alles reingeworfen. Die Niederlage war unnötig", sagte HSV-Keeper Sven Ulreich bei Sky. "Wir müssen am Ende kompakt stehen, damit wir zumindest einen Punkt holen."

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Den früheren Bayern-Torwart wurmte vor allem, dass der HSV erneut das Derby nicht gewinnen konnte. "Wir wollten unseren Fans etwas zurück kgeben, deswegen ist die Enttäuschung sehr groß." Dass die Hanseaten nur noch Vierter sind, will Ulreich nicht überbewerten. "Ich will noch nicht auf die Tabelle schauen. Aber am Ende werden wir oben stehen, da bin ich mir sicher. "

Auch HSV-Coach Daniel Thioune war die Enttäuschung über die späte Niederlage deutlich anzumerken. "Der Punch, den wir gekriegt haben, kam zu einem Zeitpunkt, an dem man nicht mehr damit gerechnet hat", sagte er.

Das Stimmungstief des früheren Bundesliga-Dinos ist nach nur zwei Punkten aus den vergangenen vier Spielen alarmierend.

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HSV-Trainer Thioune: "Der Moment fühlt sich beschissen an"

"Der Moment fühlt sich ziemlich beschissen an, so ehrlich bin ich", sagte Thioune. "Ich sehe das Spiel heute und sehe, dass der Ertrag nicht ausreichend war für den Aufwand, den wir betrieben haben. Dann gucken wir morgen wieder auf was anderes. Mich interessiert jetzt weniger die Tabelle, noch die nächste Paarung, sondern nur der jetzige Moment. Und der fühlt sich nicht gut an."

Tempo, Zweikämpfe, Chancen auf beiden Seiten: Das erste Hamburger Derby ohne Fans besaß alle Zutaten eines mitreißenden Lokalduells. Dem HSV gehörte die Anfangsphase, doch dann kam St. Pauli mit mächtig Wucht auf und war in der ersten Halbzeit der Führung näher.

Feuerwerk der Fans vor dem Stadion

Auch im zweiten Durchgang suchten beide Teams den Weg nach vorne. Die strittigste Szene ereignete sich in der 55. Spielminute, als Schiedsrichter Deniz Aytekin einen Elfmeter für St. Pauli nach Ansicht der Videobilder zurücknahm. (Das Spiel im Ticker zum Nachlesen)

Das Spiel begann mit einem beeindruckenden Feuerwerk der Fans rund ums Stadion und einem Knaller von HSV-Profi Sonny Kittel. Der Offensivmann donnerte den Ball bei einem Freistoß aus rund 35 Metern gegen die Latte. Das Spitzenteam deutete vor allem zu Beginn seine Klasse an und besaß durch Gideon Jung noch eine große Kopfballchance - erneut nach einem Kittel-Freistoß (21.).

Dann beeindruckte St. Pauli aber mit Vehemenz und Variabilität im Angriffsspiel. Erst versuchte es Rodrigo Zalazar aus der Distanz (17.), später erarbeiteten sich Torjäger Guido Burgstaller (23.) und Omar Marmoush (28., 29.) immer wieder gefährliche Situationen.

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Auch im zweiten Durchgang stand HSV-Keeper Sven Ulreich weiter im Mittelpunkt. Der zuletzt schon kritisierte Keeper ließ eine Flanke abprallen, was Gideon Jung zu einem gefährlichen Einsteigen gegen St. Paulis Sebastian Olsson verleitete, doch Aytekin reichte der Kontakt offenbar nicht für einen Strafstoß. (2. Bundesliga: Spielplan und Ergebnisse)

Neun Minuten später jubelte Simon Terodde - der Angreifer der "Rothosen" hatte vor seinem Linksschuss den Ball aber mit der Hand gespielt. Am Ende war es Kyereh, der Ulreich mit seinem Schuss aus zwölf Metern keine Chance ließ.

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