Kalte Pyro für Fans: Ist das die Lösung im Dauerstreit?
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In deutschen Stadien ist Pyrotechnik streng verboten, wegen der Verletzungsgefahr durch die große Hitze. Jetzt wird eine ungefährliche Alternative getestet.

Regelmäßig zünden Ultras in den deutschen Fußball-Stadien Pyrotechnik.

Die Klubs kostet das eine Menge Geld, wenn sie für das Verhalten ihrer Anhänger mit hohen Geldstrafen belegt werden. Zwischen den Fan-Gruppierungen und den Verbänden entwickeln sich Konfrontationen. Damit könnte in Zukunft Schluss sein.

Der dänische Pyrotechniker Tommy Cordsen hat jahrelang an einer Neuentwicklung der bengalischen Feuer gearbeitet. Das Ergebnis ist sogenannte "kalte Pyrotechnik". Die Pyrofackeln sind mit 230 Grad deutlich ungefährlicher. Zum Vergleich: Normale Bengalos brennen mit rund 2000 Grad, eine herkömmliche Tischkerze wird 1000 Grad heiß. Außerdem gibt es bei der kalten Pyrotechnik kaum Rauchentwicklung und sie können mit Wasser gelöscht werden. 

Laut einem Bericht der ARD-Radio-Recherche Sport sollen die kalten Fackeln Anfang Dezember bei einem Erstliga-Spiel in Dänemark getestet werden. Auch die schwedische Liga plane einen Probedurchlauf. 

DFB ohne Stellungnahme

Der Deutsche Fußball-Bund bezieht zu den Neuerungen aktuell keine Stellung. Der DFB habe seine Position zum Thema Pyrotechnik bereits mehrfach dargestellt, hieß es in einer Mail. Grund zur Hoffnung gibt es trotzdem: "Wichtig ist festzuhalten, dass wir (DFB und DFL, Anm. d. Red.) zu jeder Zeit bereit sind, diese Gespräche fortzusetzen", sagte DFB-Vizepräsident Rainer Koch.

Der bekannte Fanforscher Jonas Gabler sieht die neue Technik positiv. "Es ist jetzt die Chance, nicht willkürlich eine Kursänderung zu machen. Sondern es gibt eine technologische Neuerung und man könnte das zum Anlass nehmen, die eigene Position zu überdenken", sagte er der ARD-Radio-Recherche Sport.

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