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© SPORT1-Montage: Marc Tirl/Getty Images/Imago
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München - Ciriaco Sforza spricht im SPORT1-Interview über das Duell zwischen Eintracht Frankfurt und Inter Mailand und äußert sich zu seiner Zukunft.

Ciriaco Sforza hat in seiner Karriere als Fußballer viel erlebt. Er spielte 1996/97 für Inter Mailand, holte mit dem FC Bayern München und dem 1. FC Kaiserslautern die deutsche Meisterschaft und gewann mit den Bayern den UEFA-Cup und die Champions League.

Nach seiner Karriere als Spieler war Sforza als Trainer in der Schweizer Super League tätig und trainierte unter anderem Grashopper Club Zürich. Im Interview mit SPORT1 spricht Sforza über die Frankfurter Chancen gegen Inter Mailand und äußert sich zu seiner Zukunft. (Europa League, Achtelfinale: Eintracht Frankfurt - Inter Mailand am Donnerstag um 18.55 Uhr im LIVETICKER)

SPORT1: Herr Sforza, heute steht der Achtelfinal-Kracher in der Europa League zwischen Eintracht Frankfurt und Inter Mailand an. Bei den Nerazzurri spielten Sie selbst.

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Ciriaco Sforza: Ja, mit Javier Zanetti, Giuseppe Bergomi oder Ivan Zamorano telefoniere ich ab und zu auch noch. Das sind super Typen. Zamorano hatte ja schon vor Inter in der Schweiz bei St. Gallen gespielt. Es ist schön, mit ihnen noch in Kontakt zu stehen.

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SPORT1: Wer kommt weiter in diesem deutsch-italienischen Duell?

Sforza: Für mich ist Frankfurt ganz klar Favorit! Sie haben ein super Team und eine große Winner-Mentalität. Die Mannschaft hat sich schon unter Niko Kovac gut entwickelt, sie hatte auch keine großen Abgänge. Das zahlt sich jetzt aus. Inter hat zwar sehr gute Einzelspieler mit Ivan Perisic, Radja Nainggolan, Stefan de Vrij oder Samir Handanovic. Doch anders als in Frankfurt steht dort nicht die Mannschaft im Vordergrund. Zudem fehlt den Italienern mit Mauro Icardi derzeit ein richtiger Mittelstürmer, der Tore schießt. 

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"Frankfurt muss sich nicht verstecken"

SPORT1: Sie sprechen Icardi an. Seit Wochen ist er nicht im Kader, fehlt offiziell aufgrund einer Verletzung. Schadet das der Mannschaft?

Sforza: Das Icardi-Problem kann in den nächsten Spielen jedenfalls zu einem großen Störfaktor werden, wenn weiterhin keine guten Ergebnisse erzielt werden. Zuletzt verlor Inter in Cagliari mit 1:2.

SPORT1: Was erwarten Sie für ein Spiel?

Sforza: Heute Abend erwarte ich von Inter, dass sie im Mittelfeld kompaktes Pressing spielen, wie sie das immer auswärts tun. Sie werden Frankfurt das Spiel überlassen und versuchen, die Eintracht auszukontern, denn dazu haben sie die Spieler in ihren Reihen. Aber wie gesagt: So wie die Frankfurter in den letzten Wochen gespielt haben, mit Biss, Siegeswille bis zum Schluss, spielerischer Qualität und heute dann noch mit den Zuschauern im Rücken, müssen sie sich nicht verstecken. 

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Ciriaco Sforza (r.) spielte drei Saisons für den FC Bayern
Ciriaco Sforza (r.) spielte drei Saisons für den FC Bayern © Getty Images

SPORT1: Kommen wir zu Ihnen. Wie sieht Ihr Arbeitsalltag derzeit aus?

Sforza: Ich bin derzeit in der Schweiz als TV-Experte für das Sonntagsspiel der Serie A tätig. Zudem habe ich mich in sprachlichen und sportlichen Bereichen weiterentwickelt – für den nächsten Trainerjob. 

"Die Bundesliga ist mein Ziel"

SPORT1: Ist der Trainer Sforza ein anderer Typ als der Ex-Spieler?

Sforza: Der Siegeswille hat sich bei mir nicht verändert. Ich habe mich in den zehn Jahren als Trainer in der Schweiz aber weiterentwickelt, also bin ich schon ein anderer Typ als vor 15, 20 Jahren.

SPORT1: Sehen wir Sie bald in der Bundesliga?

Sforza: Das ist ganz klar mein Ziel. Ich habe zehn Jahre in der Schweiz als Trainer gearbeitet und tolle Spieler entwickelt, wie Roman Bürki, Steven Zuber, Yann Sommer oder Haris Seferovic. Ich habe die Hochs und Tiefs des Trainerjobs kennengelernt und viele Erfahrungen gesammelt. Doch nun ist der Zeitpunkt gekommen, dass ich sagen kann: Ich bin bereit für die Bundesliga.

SPORT1: Käme für Sie auch die zweite Bundesliga in Frage?

Sforza: Das Ziel wäre natürlich die Bundesliga. Doch ein Zweitligist, der vom Verein her passt, in puncto Spielphilosophie und auch von der menschlichen Seite, wäre sicher eine reizvolle Aufgabe.

SPORT1: Lassen Sie uns noch kurz auf die deutsche Nationalmannschaft blicken. Am Dienstag bootete Bundestrainer Joachim Löw auf einen Schlag Thomas Müller, Jerome Boateng und Mats Hummels aus der Nationalelf. Aus Ihrer Sicht nachvollziehbar?

Sforza: Ja, denn du musst den neuen, jungen Talenten, die Deutschland zu Genüge hat, Vertrauen und Zeit geben. Nach dem deutschen WM-Ergebnis musst du als Trainer versuchen, neue Wege zu gehen. Wann soll er damit anfangen? Jogi Löw hat sich sicher genügend Gedanken darüber gemacht und die Lage auch analysiert. Er hat die Verantwortung und traut sich, was zu verändern.

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