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Lionel Messi fliegt beim Spiel um Platz drei der Copa América vom Platz. Dabei geht die Tätlichkeit von seinem Gegenspieler aus - der auch gehen muss.

Es ist das unschöne Ende eines enttäuschenden Turniers für Lionel Messi: Beim 2:1(2:0)-Sieg im Spiel um Platz drei bei der Copa América ist der Superstar der Argentinier nach einer vermeintlichen Tätlichkeit vom Platz geflogen. 

Schiedsrichter Mario Díaz de Vivar zeigte dem Kapitän der Albiceleste im Spiel gegen Chile die Rote Karte, nachdem dieser mit seinem Gegenspieler Gary Medel aneinander geraten war. Auch Medel wurde in der 38. Spielminute des Spielfelds verwiesen. 

Die Entscheidung des Offiziellen ließ allerdings nicht nur Messi selbst völlig verblüfft zurück. Was war passiert? Im Kampf um den Ball rempelte Messi Medel an der Torauslinie leicht an. Als der Ball im Aus war, ging Medel auf Messi los und rempelte zurück. Auf TV-Bildern sind auch mehrere angedeutete Kopfstöße durch den Chilenen zu sehen. 

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Auch der VAR winkt die Entscheidung durch

Messi stand zwar seinen Mann und wich nicht zurück, allerdings gingen von ihm keinerlei erkennbare Vergehen aus. Im Gegenteil, der Angreifer des FC Barcelona hob beschwichtigend die Hände und versuchte wohl sogar, Medel zu beruhigen. 

Der Schiedsrichter eilte herbei und zeigte Medel den roten Karton - und Sekunden später auch Messi. Der Videoschiedsrichter überprüfte die Szene, griff aber nicht ein. 

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Argentinien führte zum Zeitpunkt des doppelten Platzverweises bereits mit 2:0. Sergio Agüero (12.) und Paulo Dybala (22.) hatten getroffen. Im Zehn gegen Zehn kam Chile durch einen verwandelten Foulelfmeter nach Videobeweis des ehemaligen Münchners Arturo Vidal wieder heran (59.), Argentinien brachte den knappen Vorsprung allerdings souverän über die Zeit. 

Messi war anschließend kaum zu beruhigen. Die Medaillenvergabe ließ er sausen, im Kabinengang erhob er schwerste Vorwürfe: "Die Korruption und die Schiedsrichter haben es nicht zugelassen, dass wir bei der Show mitmachen konnten."

Der Kontinentalverband CONMEBOL wies die Anschuldigungen in einem eiligen Statement weit von sich: "Es ist nicht hinnehmbar, dass aufgrund wettbewerbsspezifischer Vorfälle unbegründete Anschuldigungen erhoben wurden, die unwahr sind und die Integrität der Copa América infrage stellen."

Schon nach dem verlorenen Halbfinale gegen Brasilien hatte Messi gegen das Schiedsrichtergespann gewettert. "Sie waren es leid, beschissene Pfiffe bei diesem Turnier zu machen. Und dann gehen sie da nicht einmal zum Videoschiedsrichter. Es war unglaublich", hatte er sich über nicht geahndete Foulspiele der Brasilianer echauffiert.

Erster Messi-Platzverweis seit 14 Jahren

Das Finale zwischen Brasilien und dem Überraschungsteam Peru steigt am Sonntag um 22 Uhr im Maracana in Rio (Brasilien - Peru im Finale der Copa América um 22 Uhr im LIVETICKER).

Es war Messis erster Platzverweis seit 14 (!) Jahren - 2005 hatte der mehrmalige Weltfußballer bei seinem Länderspiel-Debüt gegen Ungarn vom Feld gemusst. "Wir verlassen diese Copa mit einem Sieg, aber vor allem erhobenen Hauptes und in dem Gefühl, dass der Fußball diesmal nicht gerecht zu uns war", schrieb Messi mit etwas Abstand auf Instagram.

"Wie wir gespielt haben und Brasilien überlegen waren, hätten wir es verdient gehabt, im morgigen Finale zu stehen. Aber jetzt sollten wir optimistisch nach vorne schauen. Wir haben eine Zukunft und eine super Basis mit dieser Nationalmannschaft. Man muss ihr nur etwas Zeit geben."  

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