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Der Bayerische Fußball-Verband erhöht den Druck auf die Staatsregierung und erwägt drastische Schritte. Zuvor sollen aber die Vereine an die virtuelle Urne treten.

Der Bayerische Fußball-Verband erhöht den Druck auf die Staatsregierung von Ministerpräsident Markus Söder: Der BFV will seine 4500 Vereine bis Montag darüber abstimmen lassen, ob gegen die Entscheidung des Ministerrats, den Wettkampfbetrieb im Freistaat weiterhin zu untersagen, geklagt werden soll.

"Unsere Fachanwälte sagen, dass eine Klage gegen die Ungleichbehandlung des Amateurfußballs durch die Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung gute Erfolgsaussichten hätte. Aber, und das ist mir wichtig: Der Gang vor Gericht ist immer nur das letzte Mittel, das heißt, wir wollen weiterhin im Gespräch mit der Staatsregierung bleiben und hoffen weiterhin auf eine schnelle Lösung für den Amateurfußball in unserem Sinne", sagte BFV-Präsident Rainer Koch.

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Nach wie vor fehle den Vereinen in Bayern mit ihren rund 1,6 Millionen Mitgliedern "jedwede Perspektive, allmählich nehmen auch die Auswirkungen nicht nur in wirtschaftlicher Sicht höchst besorgniserregende Formen an", heißt es in einer BFV-Stellungnahme. 

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Immerhin: Kurz nach der Stellungnahme des BFV meldete sich auch Joachim Herrmann, der für den Sport zuständige Innenminister Bayerns, zu Wort - und erklärte, dass sich das Bayerische Kabinett in einer Sitzung am 14. September auch mit der Wiederaufnahme des Ligabetriebs im Amateuerfußball befassen wolle. "Als Sportminister ist mir die schrittweise Rückkehr zu einem geregelten Sportbetrieb sehr wichtig", erklärte der CSU-Mann der dpa. Man könne im Kampf gegen das Virus aber nur mit "vorsichtigen Schritten" vorgehen. 

Koch fordert "gleiches Recht für alle"

Der Verband sei der Auffassung, so Koch, "die Voraussetzungen geschaffen zu haben, dass der Spielbetrieb ab dem 19. September wieder aufgenommen werden darf. Leider ohne Erfolg. Es ist für die meisten nicht nachvollziehbar, dass wir aktuell den Spielbetrieb nicht starten können, obwohl die Staatsregierung es längst wieder erlaubt, beispielsweise Konzerte oder Gottesdienste unter freiem Himmel zu veranstalten und dabei sogar bis zu 400 Zuschauer zugelassen sind."

Dabei werde "nur ein paar Kilometer weiter in unseren Nachbarbundesländern längst wieder vor einer begrenzten Anzahl an Zuschauern gespielt. Und in jedem Schwimmbad und an jedem Badestrand tummeln sich mehr Menschen als bei den meisten Amateurfußballspielen rund um das Spielfeld Zuschauer stehen würden. Warum dies so ist? Wir können es nicht sagen!", führte der DFB-Vize weiter aus.

Es sollte "gleiches Recht für alle gelten".

Der BFV hatte dem zuständigen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration (StMI) bereits am 20. August ein entsprechendes Hygiene- und Musterkonzept vorgelegt. Bis Montag, 10 Uhr, ist die Online-Abstimmung für die Vereine freigeschaltet.

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