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München - Sven Mislintat ist hauptverantwortlich für den derzeitigen Erfolg beim VfB Stuttgart. Den VfB könnte der 48-Jährige mit seiner Arbeit im Sommer vergolden.

Sven Mislintat hat den VfB Stuttgart ebenso forsch wie besten Gewissens als gewinnbringende Durchreiche für überdurchschnittliche Fußballtalente positioniert.

Wo sich andere scheuen, ihren Verein im Profifußball vor allem als Geschäftsmodell zu begreifen, macht Mislintat null Hehl daraus, worum es ihm als Sportchef geht: Erfolge zu erzielen - und zwar auch monetär.

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Vergoldet Mislintat seine Arbeit beim VfB Stuttgart?

Schon in Dortmund, wo er den Scouting-Bereich anführte, fiel der fußballverrückte Netzwerker durch Transfers auf (zum Beispiel Kagawa, Aubameyang, Dembélé), die viele andere Vereine erst dann immer auf dem Zettel hatten, wenn Mislintat schon alles eingetütet hatte.

Oft war er cleverer, oft auch hartnäckiger oder mutiger als die Konkurrenz - fast immer aber war er schneller. Und daran hat sich auch in Stuttgart nichts geändert. 

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Das "Diamantenauge", wie Mislintat in Dortmund genannt wurde, hat an seiner Schärfe nichts eingebüßt - einzig der Fokus auf seine Arbeit, gerade überregional, ist nicht mehr so groß wie beim "Bayern-Verfolger" BVB. 

Den VfB Stuttgart könnte Mislintat mit seiner Arbeit jetzt im Sommer das erste Mal vergolden. Das ist für den Verein, im vergangenen Jahr erst aufgestiegen, eh schon eine gute Nachricht.

Gelingen dem VfB Stuttgart zwei Schritte auf einmal? 

Doch was die erwartbaren Erlöse auf dem Transfermarkt noch besonderer und wertvoller macht, ist der Zeitpunkt nach dann eineinhalb Jahren Pandemie inklusive allerorts heftiger wirtschaftlicher Einbußen.

Gut möglich, dass dem VfB in einem Jahr, in dem viele ähnlich große Vereine kein bis kaum Geld ausgeben können und stattdessen hart sparen müssen, in Sachen wirtschaftlicher Möglichkeiten zwei Schritte auf einmal gelingen. 

Mislintat geht erfrischend offen und realistisch damit um. Er baut sogar auf das deutlich gestiegene Interesse anderer Vereine an Spielern wie dem Österreicher Sasa Kalajdzic, der in seiner ersten Bundesliga-Saison mittlerweile auf elf Tore kommt.

"Er hat sich genau wie Borno Sosa in eine Gruppe gespielt, die zunehmend im Fokus steht, und der auch Silas Wamangituka oder Oreal Mangala angehören", so Mislintat zur Deutschen Presse-Agentur

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Das Vertrauen in Mislintat ist riesig

Etwas über 18 Millionen Euro an Ablösesummen hat der VfB für die vier genannten Spieler gezahlt, zusammen. Jeder einzelne ist mittlerweile mehr wert.

Dazu kommt noch Nicolás González, der 2018 für 8,5 Millionen Euro aus Argentinien gekommen war und im Winter schon fast mit großem Gewinn gewechselt wäre. Als Preisschild sind auch für Gonzáléz 25 bis 30 Millionen Euro im Gespräch. 

Beinahe ungewöhnlich in Zeiten, wo selbst Stuttgarts Trainer Pellegrino Matarazzo nicht mehr auf eine festgeschriebene Ablösesumme in seinem neuen Arbeitsvertrag verzichten wollte: Keiner der begehrten VfB-Spieler hat eine Ausstiegsklausel im Vertrag - Mislintat kann in jedem Fall frei verhandeln. 

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Wer im Sommer den nächsten Schritt tatsächlich macht und dem VfB viel Geld in die Vereinskasse spült, ist momentan noch offen. Einige Varianten sind denkbar.

Klar ist dagegen, dass sich kaum einer sorgt, dass die Abgänge den Stuttgartern nachhaltig schaden. Das Vertrauen in ihr Diamantenauge ist riesig. Es hat den Fokus schon längst wieder scharf gestellt - in Richtung der nächsten Juwelen.

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