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München - Julian Nagelsmann wechselt nach der laufenden Saison von RB Leipzig zum FC Bayern. Viele Fans des Rekordmeisters sehen das positiv. Doch es gibt auch Kritik.

Als am Dienstagvormittag die offizielle Verlautbarung von Julian Nagelsmanns Wechsel zum FC Bayern München kam, waren wohl nur noch die Wenigsten überrascht.

Bereits am Tag zuvor hatte sich der spektakuläre Deal angebahnt, lediglich die Höhe der Entschädigung schien noch fraglich.

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Nagelsmann-Deal: Bayern-Fans hin und hergerissen

Jetzt ist Fakt: Nagelsmann, den Uli Hoeneß gerne schon 2018 zu den Bayern gelotst hätte, erhält in München einen Vertrag bis zum 30.06.2026. Die Ablösesumme für Nagelsmann, die den 33-Jährigen zum teuersten Trainer der Fußball-Geschichte macht, soll nach SPORT1-Informationen bei einem Sockelbetrag von unter 15 Millionen Euro liegen und mit Boni auf bis zu 20 Millionen Euro wachsen können.

Die Reaktionen im Fanlager des deutschen Rekordmeisters sind überwiegend positiv. Doch es gibt auch kritische und sogar spöttische Stimmen, die die für einen Trainer exorbitant hohe Ablösesumme verurteilen. 

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Für Gerhard Stadler, den 1. Vorsitzenden des FC Bayern München Fanklub Floss e.V, ist diese jedoch kein Problem. "Ich freue mich auf Julian Nagelsmann, der für eine neue Trainergeneration steht. Hier hat man einen sehr guten und sehr begehrten Trainer verpflichtet", sagt er. "Dass das nicht ohne Kosten geht, ist eigentlich klar und er hat ja auch immer betont, dass ihn der FC Bayern sehr reizt." 

Etwas zwiegespaltener ist da schon FCB-Blogger Maurice Hauß von Miasanrot.de. Zwar überwiege die Vorfreude "auf das, was unter Nagelsmann möglich ist".

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Hauß: Das immense Preisschild ist ein Damoklesschwert  

Hauß sagt aber auch: "Das immense Preisschild hängt natürlich wie ein Damoklesschwert über Nagelsmann. Die Ablöse bewegt sich in Sphären, die auf dem Spielermarkt denen eines Neymar entsprechen würden." Es werde spannend zu beobachten sein, wie der laut Hauß "sonst eher bescheidene Trainer" damit umgehen werde. 

"Zudem muss er nun erstmals unter der genausten Beobachtung der Presse agieren. Das Münchner Haifischbecken hat schon der ein oder andere Trainer nicht unbeschadet überstanden", gibt der Blogger zu bedenken. 

Auch Manuel Hillwig vom Fanclub "Stern des Südens Lippe" ist nicht zu 100 Prozent vom Nagelsmann-Deal überzeugt. "Ich habe immer ein bisschen Angst, dass so ein junger Trainer bei so gestandenen Spielern wie Manuel Neuer, Thomas Müller oder Robert Lewandowski Probleme bekommen kann. Vielleicht denken die, wenn es mal nicht läuft 'Was will der denn von uns?'", sagt Hillwig. 

Andererseits habe sich Nagelsmann bei RB Leipzig bewiesen und ein starkes Team geformt, befindet der Bayern-Fan. Es sei schwer einzuschätzen, ob der junge Trainer jetzt der Richtige ist. Hillwigs klare Meinung: "Ich hätte mir gewünscht, dass Hansi bleibt und das Ding mit Brazzo hinkriegt und durchzieht." 

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Hohe Ablöse? "Da kann man schon ein bisschen nervös werden"

Armin Wittmann vom Fanklub Parkstein ist von Nagelsmann überzeugt. "Natürlich muss er sich in München zurechtfinden. Für ihn ist es aber auch eine große Chance, endlich auch mal Titel zu gewinnen. Er ist für mich mittlerweile einer der besten Trainer in Deutschland", lobt Wittmann. 

"Keinerlei Skepsis, dass etwas nicht gut laufen könnte" hat derweil Hans Gehrlein, Vorsitzender von "Die 13 Höslwanger". Nagelsmann habe in seinen jungen Jahren schon einiges für die Bundesliga geleistet, meint Gehrlein. "Ich finde die Entscheidung sehr gut." 

Dennoch sagt der Fanklub-Vorsitzende: "Natürlich, wenn man mit so viel Vorschusslorbeeren und auch noch mit dieser unfassbar hohen Ablösesumme konfrontiert wird, da kann man schon ein bisschen nervös werden." Doch das werde erst in der kommenden Saison zu beurteilen sein. 

Dass Nagelsmann im Sommer für eine Rekord-Ablöse an die Isar wechseln wird, veranlasste vor allem in den sozialen Netzwerken einige User zu spöttischen Kommentaren. "War da vergangenes Jahr nicht was mit 'Demut' im Fußball?! Muss mich bestimmt irren, warum auch?", fragte Jens Krepela etwa auf Twitter. 

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Nagelsmanns Selbstironie kommt gut an

In die gleiche Kerbe schlug Daniel Dreier: "Als starkes Zeichen gegen die #SuperLeague kauft der #FCBayern #Nagelsmann für 20+ Mio € - genau mein Humor", twitterte er.

Immerhin: Dass Nagelsmann mit einer Prise Selbstironie auf die Ablöse blickt, kommt bei einigen Usern gut an. "The Special One, The Normal One, The Expensive One .. finde ich schon ein bisschen witzig", kommentier Thorsten Wieland.

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Dass der Rekordmeister mit dem 33-Jährigen seine Erfolgsgeschichte weiterschreiben wird, glauben die meisten User. Es gibt allerdings auch einige Fans, die im jungen Alter des designierten Bayern-Trainers Probleme auf die Münchner zukommen sehen.

"Der neue Trainer ist immerhin ein ganzes Jahr älter als sein Rekordtorschütze aka Weltfußballer 2020", schreibt Frau Fluchten. "Dafür ist er ein Jahr jünger als sein Mannschaftskapitän aka fünffacher Welttorhüter und vor allem zehn Jahre jünger als sein Sportvorstand. Das wird... interessant."

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