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Der frühere Schiedsrichter Markus Merk (hinten, mit FCK-Ikone Horst Eckel) schürt neue Hoffnung beim 1. FC Kaiserslautern.
Der frühere Schiedsrichter Markus Merk (hinten, mit FCK-Ikone Horst Eckel) schürt neue Hoffnung beim 1. FC Kaiserslautern. © Imago
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München - Der frühere Schiedsrichter Markus Merk schürt neue Hoffnung beim 1. FC Kaiserslautern und soll neuer Aufsichtsratsvorsitzender werden. SPORT1 erklärt er seine Pläne.

Der 1. FC Kaiserslautern befindet sich weiter in einem Schwebezustand. 

Sportlich belegt das Team von Trainer Boris Schommers, der jetzt die vierte Woche im Amt ist, gerade mal Platz 15. Der Heimsieg gegen Carl-Zeiss Jena ließ den 40-Jährigen zumindest kurzzeitig durchpusten, doch gesund ist der Patient FCK noch lange nicht. 

Vor allem hinter den Kulissen herrscht weiter Chaos. Der pfälzische Traditionsverein ist nämlich gerade führungslos. 

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Der alte Aufsichtsrat ist zurückgetreten, ein neuer soll möglichst zeitnah gewählt werden - angedacht ist etwa der 17. November. Ein Team, das sich dann zur Wahl stellen wird, hat sich am vergangenen Freitag zusammengesetzt und beraten. 

Neues Team um Merk

Es handelt sich um den einstigen Schiedsrichter Dr. Markus Merk, Rainer Keßler, den früheren Nationalspieler und Ex-FCK-Profi Martin Wagner und den ehemaligen langjährigen Vorstand des SC Freiburg, Martin Weimer. Mit Prof. Dr. Jörg E. Wilhelm komplettiert ein international tätiger Wirtschaftsanwalt das nunmehr fünfköpfige Kandidaten-Team. 

Merk dürfte die Wahl gewinnen, viele Fans wünschen sich den ehemaligen Referee, der in Kaiserslautern geboren wurde, als neuen starken Mann. 

"Aufgrund der angespannten Situation des FCK stehe ich zu meiner Aussage: 'Wenn ich gebraucht werde, werde ich mich der Verantwortung nicht entziehen'", sagt Merk im Gespräch mit SPORT1. Jetzt sehe er mit diesem Team die Chance, "die positive Energie des Vereins zu nutzen." Es sei ein Team aus 'Lautrer Herzblut', langjähriger Erfahrung im Profifußballgeschäft, das sich in einer breiten Basis von Kompetenz ergänzt."

Merk will keinen Machtkampf, würde auch ein anderes Team akzeptieren, wenn dieses gewählt werden würde. 

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"Glücksgriff für den FCK"

Der 57-Jährige, den der langjährige Bundesliga-Manager Rainer Calmund vergangene Woche bei SPORT1 als "Glücksgriff für den FCK" bezeichnete, wünscht sich nur eines: "Ruhe, Ruhe, Ruhe. Es muss uns endlich gelingen, im öffentlichen Bild wieder eine Geschlossenheit zu zeigen. Der FCK hat Fans von Flensburg bis Oberstdorf, ja weltweit", betont Merk. "Mit der Jahreshauptversammlung, gleich welches Votum von den Mitgliedern kommt, hoffe ich, dass es wieder positive Schlagzeilen rund um den FCK geben wird." 

Merk schwelgt in glorreichen Zeiten, dämpft aber zugleich die Erwartungen: "Wir müssen da in kleinen Schritten denken, ein 7:4 gegen Bayern 1973 oder ein 5:0 gegen Real Madrid 1982 sind wunderbare Meilensteine unseres Vereins, aber heute heißt es erst einmal, die Anforderung 3. Liga anzunehmen und zu bestehen."

Große und erfolgreiche Spiele aus vergangenen Tagen - das dürfte Investor Flavio Becca gefallen, sprach doch der Milliardär im Sommer davon, dass die Champions League "eines unserer Ziele" sei. Momentan wartet Becca noch ab mit seiner finalen Unterschrift.

Die Highlights der 3. Liga am Montag ab 23.30 Uhr in Bundesliga Pur im TV auf SPORT1

Bader lobt Becca

"Die Formalien zur Unternehmensbewertung und zur Umwandlung des Darlehens in Eigenkapital sind besprochen und die Verträge liegen Flavio Becca vor", sagt Bader. "Bisher haben wir Flavio Becca als einen Menschen kennengelernt, der immer zu seinem Wort gestanden hat."

Das will auch Merk. Für ihn gehe es "vorrangig um die sportliche und wirtschaftliche Stabilisierung". Auch sehe das Team eine vordergründige Aufgabe darin, "der Geschäftsführung einen starken Rückhalt zu geben. Bewusst möchten wir zu diesem Zeitpunkt nicht ins Detail gehen. Keine Versprechungen, intensive Basisarbeit ist angesagt."

Sportvorstand stand für Merk nie zur Debatte: "Für diese Position gibt es Menschen mit einer besseren Vernetzung und Fähigkeiten, sich in diesem Markt und Segment zu bewegen", sagt er. Es sei wichtig zu wissen, "was man kann, aber genauso wichtig zu wissen, was man nicht kann."

Und weiter: "Genau mit diesem Gedanken haben wir unser Kompetenzteam zusammengestellt und möchten dem Verein auch ehrenamtlich zur Verfügung stehen."  

Bader muss gehen

Nicht mehr zur Verfügung steht ab Jahresende Geschäftsführer Sport Martin Bader, dessen Vertrag bei den Roten Teufeln nicht verlängert wird. 

Der 51-Jährige sieht es bei SPORT1 ganz realistisch: "Der aktuelle Aufsichtsrat, der inzwischen zurückgetreten und nur noch bis zur Mitgliederversammlung im Amt ist, hat entschieden, meinen zum Jahresende auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. So ist der Stand. Ich gehe natürlich dennoch jeden Tag ins Büro und mache meine Arbeit."

Die aktuelle Lage sieht er dagegen weniger entspannt. "Schwierig wird es dann, wenn der Verein nicht mehr handlungsfähig ist. Aktuell stehen neben dem Tagesgeschäft auch wichtige Themen wie die Nachlizenzierung, die Erstellung des Jahresabschlusses oder die Vorbereitung für die Lizenzunterlagen zur kommenden Saison an. Zudem haben wir mit Boris Schommers einen neuen Trainer, der wie die Mannschaft auch Ansprechpartner im sportlichen Bereich benötigt."

Bis die gefunden sind, will auch Investor Becca mit seiner finalen Unterschrift abwarten, wer demnächst das Sagen hat.

In Merk sehen die Menschen in der Pfalz den Aufbruch in eine neue Zeit - und jener möchte sie nicht enttäuschen: "Wir hoffen, mit unserem positiven Denken und Handeln in alle Richtungen positive Verhältnisse aufzubauen, Vertrauen zu schaffen und Mehrwert zu generieren", findet der Pfälzer, der Becca versteht. "Es ist nur verständlich, dass Menschen wissen möchten, wer ihre Partner sind. Dies gilt für beide Seiten."

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