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München - Der 1. FC Kaiserslautern ist wohl zahlungsunfähig und stellt einen Insolvenzantrag. Das könnte Zeit bringen, sportliche Folgen bleiben den Roten Teufeln vorerst erspart.

Der 1. FC Kaiserslautern steht offenbar vor der Insolvenz.

Wie der SWR und der kicker übereinstimmend berichten, soll der pfälzische Traditionsverein zahlungsunfähig sein und am Montag den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen.

Der Klub strebt demnach ein Planinsolvenzverfahren an. So könnte sich der Drittligist sanieren und den drohenden sportlichen Absturz abwenden.

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Auf einer Pressekonferenz am Montag um 16 Uhr will der viermalige deutsche Meister über die aktuelle Lage und das weitere Vorgehen informieren. 

1. FC Kaiserslautern plagen 20 Millionen Euro Schulden

Der angeschlagene Drittligist, der mit rund 20 Millionen Euro verschuldet ist, hatte zuletzt Dirk Eichelbaum, Fachanwalt für Insolvenzrecht, damit beauftragt, die Finanzen zu sichten. 

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Eine Einigung mit drei der größten Gläubiger, dem Stuttgarter Finanzdienstleister Quattrex, dem Sportvermarkter Lagardère und dem luxemburgischen Darlehensgeber Flavio Becca konnte nicht erreicht werden, da diese nur zu einer Stundung der Darlehen um ein Jahr bereit gewesen wären.

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Da die Schulden aber einerseits bereits zu hoch sind und der Drittligabetrieb andererseits einen jährlichen Verlust von mehr als fünf Millionen Euro mit sich bringt, hätte eine derartige Einigung den Verein nicht weitergebracht.

"Wir wissen, dass es insgesamt für uns die schwerste Zeit in 120 Jahren Vereinsgeschichte ist", sagte Aufsichtsratssprecher Markus Merk Ende März im Gespräch mit SPORT1. Der Ex-Schiedsrichter sprach von einer "absolut bedenklichen Situation", gab sich aber auch kämpferisch: "Der FCK ist unzerstörbar, daran glauben wir."

Keine sportlichen Konsequenzen

Dem Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens folgt ein zwei- bis dreimonatiges vorläufiges Verfahren. Für den FCK bedeutet das: Sollte man sich mit den Gläubigern doch noch einigen können, kann der Antrag jederzeit zurückgezogen werden. Kaiserslautern gewinnt also weitere Zeit.

Sportliche Konsequenzen hat der Antrag erst einmal nicht. Der sonst übliche Neun-Punkte-Abzug wurde vom DFB wegen der Coronakrise ausgesetzt.

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