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Stuttgart - Trotz zahlloser Torchancen kassiert der VfB Stuttgart gegen Eintracht Frankfurt die dritte Niederlage im dritten Spiel. Der neue Trainer will danach "einiges überdenken".

Alexander Zorniger erklärte und erklärte, verteidigte sein Konzept, ging in die Details, redete sich fast den Mund fusselig.

Und doch reichten dem frustrierten Trainer des VfB Stuttgart während seines Plädoyers nur zwei Worte, um die Situation nach dem 1:4 (1:2) gegen Eintracht Frankfurt auf den Punkt zu bringen: "Extreme Scheiße".

Drei Spiele, null Punkte, 4:10 Tore, Letzter (DATENCENTER: Tabelle). Nochmal der 47-Jährige: "Das ist jetzt grad' eben einfach scheiße."

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VfB schlägt sich selbst

So einfach ist es allerdings nicht. Noch vor drei Wochen herrschte am Neckar Vorfreude auf die Saison, Zorniger versprach aufregende Spiele, ein tolles, neues, offensiv ausgelegtes System sollte das Publikum verzaubern und die Gegner überfordern.

Ergebnis nach drei Spielen: Überfordert wirken nur die Stuttgarter. Gegen die Hessen war es wie zuvor gegen den 1. FC Köln (1:3) und beim Hamburger SV (2:3): Der VfB trifft das Tor nicht - und besiegt sich selbst (DATENCENTER: Ergebnisse und Spielplan).

"Wir haben heute die Gunst der Stunde genutzt", erklärte Frankfurts Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen und wirkte sehr erleichtert. Und SGE-Trainer Armin Veh meinte: "Es kann eigentlich nicht sein, dass der VfB mit so einer Leistung ganz unten steht."

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Stuttgart wird ausgekontert

Tatsächlich war Stuttgart überlegen, doch die Angreifer trafen trotz bester Chancen und 15:6 Torschüssen das Ziel nicht oft genug - mal abgesehen vom zwischenzeitlichen Ausgleich (30.) durch Daniel Didavi aus Abseitsposition.

Und hinten stellten sich die Schwaben wieder ungeschickt bis blauäugig an. Die Gegentreffer resultierten allesamt aus Kontern.

Ein Eigentor durch Adam Hlousek (11.), ein Kontertreffer durch Luc Castaignos (42.), eine Rote Karte wegen Notbremse für Torhüter Przemyslaw Tryton (67.) und der anschließend von Haris Seferovic verwandelte Foulelfmeter (69.) sowie noch ein Treffer nach einem Konter durch Castaignos (87.).

Harnik macht den Gomez

"Wir haben", sagte Zorniger, "unsere Chancen nicht genutzt, als es wichtig war." Vor allem der sehr unglücklich spielende Martin Harnik, der zwei Mal das leere Tor verfehlte (25., 34.), durfte sich angesprochen fühlen (SERVICE: Die Statistiken des Spiels).

Die Eintracht fährt mit dem ersten Saisonsieg im Gepäck zurück nach Frankfurt
Die Eintracht fährt mit dem ersten Saisonsieg im Gepäck zurück nach Frankfurt © Instagram/marco4russ

Denn bei seiner zweiten vergebenen Möglichkeit bugsierte der Österreicher die Kugel aus 30 Zentimetern noch weit über die Latte. Einige Fans mochten bei der Szene gleich wieder an Mario Gomez' legendären Fehlschuss bei der EM 2008 gedacht haben. Die Konsequenz: Harnik musste bereits zur Halbzeit in der Kabine bleiben.

Geholfen hat das aber auch nichts mehr. So schlecht wie Zorniger ist noch kein neuer Trainer des VfB gestartet - drei Niederlagen nacheinander hat zuletzt in der Saison 2013/14 Bruno Labbadia verantworten müssen.

Zehn Gegentore in drei Spielen

Und der selbstbewusste Schwabe hat wohl schon erkannt, dass er die Mannschaft mit seiner Vorstellung von Fußball überfordert - im Moment jedenfalls.

"Wenn man zehn Tore kriegt in drei Spielen, dann musst du extrem viel richtig machen auf der anderen Seite, um das auszugleichen", sagte er.

Anders formuliert: Die Angreifer sind derzeit nicht in der Lage, vorne die Tore zu schießen, die die Mannschaft hinten reinbekommt. Problem in beiden Fällen bleibt die mangelnde Konsequenz.

"Muss sicherlich einiges überdenken"

"Ich muss sicherlich einiges überdenken", ahnte Zorniger. Von den "Kernpunkten der Spielweise" will er nicht abrücken, hat aber auch erkannt, dass der Wurm drin ist: "Das Ganze ist natürlich noch nicht stabil genug. Wir müssen schauen, wie wir das wieder stabil kriegen."

Der VfB muss in der Länderspielpause etwas machen - und wird auch etwas machen. "Es gibt innerhalb der Spielweise ein paar Punkte, wo wir ansetzen müssen", sagte Zorniger und deutete an, dass ein wenig mehr Augenmerk auf gute Defensivarbeit einer dieser Punkte sein könnte.

Und Stuttgart wird "wahrscheinlich" auch auf der Torhüterposition etwas machen: Mitch Langerak ist verletzt, der unglücklich spielende Tyton wird nach seinem Platzverweis noch gesperrt - vorerst muss der VfB deshalb mit Nachwuchskeeper Odisseas Vlachodimos auskommen.

Insgesamt keine guten Aussichten.

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