vergrößernverkleinern
© Imago
Lesedauer: 3 Minuten
teilenE-MailKommentare

München - Pep Guardiola lobte Joshua Kimmich jüngst in den Himmel. Von der Verletzung Thiagos könnte er nun profitieren - er ist ihm ähnlicher, als viele denken.

Es gibt eine Sache, die Pep Guardiola vielleicht noch besser kann, als Fußballspieler zu trainieren: Fußballspieler loben.

Holger Badstuber? "Er ist der beste (Abwehr-)Spieler, den ich je hatte!" Mario Götze? "Ich liebe Mario Götze. Ich habe es eine Million Mal gesagt und werde es eine Million Mal wieder sagen." Dante? "Ich hätte gern tausend Dantes in meinem Team."

Wie viel Guardiolas Schwärmen am Ende wert ist: eine andere Frage. Seine Liebe zu Götze war bekanntlich öfters etwas kompliziert. Und Dantes hat er inzwischen ja nicht einmal mehr einen im Team.

Anzeige

Bei einem anderen heftig Gelobten wird sich demnächst verstärkt zeigen, wie belastbar Guardiolas warme Worte sind: Joshua Kimmich.

"Einer der Besten der nächsten zehn Jahre"

Sieben Bundesliga-Spiele hat der Neuzugang von RB Leipzig zwar erst für Bayern bestritten, nur zwei davon - plus ein Champions-League-Einsatz gegen Zagreb - über 90 Minuten.

Für Guardiola scheint trotzdem schon jetzt Gewissheit zu sein, dass der 20 Jahre alte Mittelfeldspieler glanzvolle Zeiten vor sich hat.

"Joshua Kimmich ist fast mein Sohn", hielt er nach seinem jüngsten Einsatz beim 4:0 gegen Stuttgart fest: "Er ist in jedem Training Wahnsinn."

"Einer der besten deutschen Fußballer der nächsten zehn Jahre" werde Kimmich. Eine Karriere bei Joachim Löw? Eh klar. Gegenwärtig ist Kimmich ja auch schon U21-Nationalspieler und heute in der EM-Qualifikation gegen Österreich im Einsatz (ab 17.45 Uhr im LIVETICKER).

Guardiola ging sogar so weit, sich selbst "sehr unfair" zu nennen, dass er Kimmich nicht schon jetzt mehr Spielminuten geben könnte. Inzwischen hat Guardiola einen Grund mehr, etwas weniger unfair zu sein.

Thiago nicht unähnlich

Die Verletzung von Thiago ist eine Chance für den Youngster: Zwar wird Kimmich vor allem als Sechser wahrgenommen, er ist aber ein Multi-Talent, das alle denkbaren Positionen spielen kann - ganz nach Guardiolas Geschmack.

Kimmich ist flexibel, beweglich, passsicher und taktisch versiert. "Er hat absolut alles, was ein Fußballer braucht", hielt sein Coach im September fest.

Experten, die ihn bei Leipzig und den U-Mannschaften länger beobachtet haben, finden ihn in einer offensiven Rolle als offensiver Achter oder Zehner womöglich am Besten aufgehoben. Ähnlich wie Thiago, dem Kimmich auch von der körperlichen Veranlagung ähnlich ist (beide 70 kg).

©

Die Passquote ist sogar besser

In den Spielen gegen Darmstadt, Zagreb und Stuttgart testete Guardiola schon, was sein Beinahe-Sohn kann.

Eine schlechte Figur gab er nicht ab: Zwar sprang noch keine Torbeteiligung heraus, gegen Stuttgart aber war er zum Beispiel aktivster Spieler seines Teams - läuferisch (11,8 Kilometer) und am Ball (127 Besitzphasen).

©

Seine Passquote ist in der Liga aktuell sogar besser als die Thiagos: 93,8 zu 86,3 Prozent. Natürlich ist ungewiss, ob das so bleibt, wenn Kimmich gegen stärkere Gegner gefordert wird.

Er dürfte demnächst aber auf jeden Fall Gelegenheit bekommen, sich auch gegen diese zu beweisen.

Nächste Artikel
previous article imagenext article image