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Leipzig - RB Leipzig schlägt auch den FC Schalke 04 und verteidigt die Tabellenführung. Ein umstrittener Strafstoß von Timo Werner in der Anfangsphase erhitzt die Gemüter.

Dank eines Elfmeter-Geschenks von Schiedsrichter Bastian Dankert bleibt RB Leipzig Bundesliga-Spitzenreiter.

Ein unberechtigter Strafstoß nach einer Schwalbe von Timo Werner überschattete den 2:1 (1:1)-Sieg gegen den FC Schalke 04.

Der Torjäger der Sachsen hatte sich schon 19 Sekunden nach Beginn der Partie nach einem leichten Kontakt von Schalkes Abwehrspieler Naldo im Strafraum fallen lassen.

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S04-Keeper Ralf Fährmann wurde fälschlicherweise mit der Gelben Karte bedacht, Werner versenkte den Elfmeter eiskalt zur 1:0-Führung für RB.

Dankert äußert Widerspruch

"Es tut mir leid, dass es nach einer Schwalbe aussieht, aber das war nicht meine Intention. Ich werde klar von Naldo umgerissen und gerate dadurch aus dem Konzept. Mit Fährmann gab es keine Berührung", beurteilte Werner die Situation bei Sky.

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Der Torschütze habe den Unparteiischen auch darauf hingewiesen, dass Fährmann sich nichts habe zu Schulden kommen lassen. Dankert wollte von einem solchen Gespräch aber nichts wissen.

"Dem muss ich widersprechen, es hat kein Gespräch von Werner und mir dazu gegeben. Wir standen zusammen, aber da kam nichts", sagte der Unparteiische, der seine Fehlentscheidung nach Ansicht der Fernsehbilder jedoch eingestand, bei Sky.

Schalker sauer: "Zum Kotzen"

Entsprechend groß war der Frust beim Verlierer.

"Es ist zum Kotzen. In den ersten Sekunden ist das so eine spielentscheidende Szene. Das kann doch nicht sein. Ich muss aufpassen, dass ich morgen keinen Herpes habe, wenn ich aufwache", wütete Fährmann bei Sky: "So etwas geht nicht. Werner sagt, dass ich ihn nicht berührt habe. Und ich bekomme die Gelbe Karte."

Auch S04-Kapitän Benedikt Höwedes war erbost und betonte, dass Werner zugegeben habe, dass keine Berührung von Fährmann vorgelegen war.

Trainer Markus Weinzierl ergänzte: "Eine kapitale Fehlentscheidung. Ich frage mich immer wieder, jeder sieht es, nur der Schiedsrichter und die anderen Unparteiischen nicht."

Auch Weinzierls Pendant auf Leipziger Seite, Ralph Hasenhüttl, sprach von einer "klaren Schwalbe": "Es hat jeder gesehen, dass man das nicht pfeifen muss."

Weiter drei Punkte Vorsprung auf Bayern

Der beste Aufsteiger der Ligageschichte behauptete dank des achten Sieges in Serie seinen Drei-Punkte-Vorsprung vor Rekordmeister Bayern München. (Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga)

Schalke kassierte die erste Niederlage seit dem fünften Spieltag und hat bereits 16 Punkte Rückstand auf die "Roten Bullen". (Tabelle Bundesliga)

Die mit Leipzigs Powerfußball phasenweise überforderten Schalker kamen eine halbe Stunde später zwar zum 1:1 durch Sead Kolasinac (31.), doch der Bosnier brachte sein Team mit einem Eigentor kurz nach dem Seitenwechsel (47.) zurück auf die Verliererstraße. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Abgesehen von der glücklichen Führung war der Sieg der Gastgeber gemessen an den Spielanteilen jedoch alles andere als unverdient.

Schon in der 4. Minute hatte Yussuf Poulsen eine Doppel-Chance zur 2:0-Führung, doch zuerst parierte S04-Torhüter Fährmann glänzend, dann stand der Pfosten im Weg.

Schalke brauchte lange, um sich an den Überfall-Fußball des Gastgebers zu gewöhnen und etwas Ruhe ins Spiel zu bringen.

Nach vorne fiel den Gästen kaum etwas ein. 

RB Leipzig gegen Schalke 04 in Zahlen
RB Leipzig gegen Schalke 04 in Zahlen © SPORT1/iMFootball

Schöpf scheitert freistehend

Erst als RB in der 23. Minute den verletzten Benno Schmitz gegen den ungelernten Rechtsverteidiger Dominik Kaiser auswechseln musste, geriet das Hasenhüttl-Team etwas mehr in Bedrängnis.

Der Ausgleich durch Kolasinac aus spitzem Winkel war zwar unverdient, doch er gab den Schalkern kurzzeitig Rückenwind. Kurz vor der Halbzeit vergab Alessandro Schöpf nach einem langen Sprint das mögliche 2:1.

Die zweite Halbzeit begann jedoch wie die erste: mit einem Blitztor für RB. Nach einem Freistoß des erneut sehr agilen Emil Forsberg köpfte Kolasinac den Ball ins eigene Tor. 

Danach hielt der Bundesliga-Neuling den Druck weiter hoch, die Schalker kamen oft einen Schritt zu spät.

In der 88. Minute verhinderte Naldo nach einem Schuss von Emil Forsberg auf der Linie die endgültige Entscheidung.

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