Lesedauer: 3 Minuten
teilenE-MailKommentare

Borussia Mönchengladbach trennt sich nach der Niederlage gegen den VfL Wolfsburg von Trainer Andre Schubert - und nimmt bereits Kontakt zu einem möglichen Nachfolger auf.

Borussia Mönchengladbach hat die Konsequenzen aus der sportlichen Krise gezogen. Nach der Niederlage gegen den VfL Wolfsburg trennt sich die Borussia von Trainer Andre Schubert.

Die Entlassung des 45-Jährigen ist bereits der siebte Trainerwechsel in der laufenden Saison.

Kontakt zu Hecking

Nach der Entlassung von André Schubert werde "der zweite Schritt nicht allzu lange auf sich warten lassen", sagte Max Eberl am Mittwoch.

Anzeige

"Wir suchen einen Trainer, der mit uns den Weg mit jungen Spielern weitergeht. Das wird sich nicht ändern. Wir werden einen Trainer finden, der das mittragen will und soll", so der Sportdirektor. Erste Aufgabe des noch zu findenden Coaches werde es aber sein, Punkte zu holen, "damit wir in relativ kurzer Zeit wieder in ruhigeren Gefilden stehen".

Nach SPORT1-Informationen haben die Gladbacher Kontakt zu Dieter Hecking, der erst vor wenigen Wochen beim VfL Wolfsburg entlassen worden war, aufgenommen. "Das ist ein Name, den wir abgeklopft haben", bestätigte Eberl.

Die Gründe für Eberls Schritt liegen auf der Hand: Schuberts Kredit durch seinen Start in der vergangenen Saison mit sechs Siegen in Folge war längst aufgebraucht.

Nach dem Rücktritt von Lucien Favre im September 2015 hatte Schubert den Job übernommen und die Borussia vom letzten Platz in die Champions League geführt.

Zuletzt aber holten seine Fohlen kaum mehr Punkte und ließen auch spielerisch merklich nach. Spätestens nach der unglücklichen Derbyniederlage gegen den 1. FC Köln war die Mannschaft verunsichert. "Es tut mir persönlich sehr leid, auch für die Fans. Ich bin sehr enttäuscht", sagte Schubert nach dem 1:2 gegen Wolfsburg am Dienstagabend.

Traore: "Er ist nicht alleine schuld"

Auf der Vereins-Homepage erläuterte Eberl die Gründe für die Trennung.

"Wir haben in den letzten Tagen viele Gespräche geführt und unsere sportliche Entwicklung analysiert und diskutiert und sind gemeinsam mit André zu dem Ergebnis gekommen, dass es für beide Seiten besser ist, unsere Zusammenarbeit jetzt zu beenden."

Als erster Spieler äußerte sich der derzeit verletzte Ibrahima Traore zum Trainer-Rauswurf. "Es lag ein bisschen in der Luft, dass es schwierig wird für den Trainer und die gesamte Mannschaft", sagte der 28-Jährige.

"Es tut mir leid. In so einer Situation ist der Trainer immer der Erste, der gehen muss. Er ist nicht alleine schuld, wir Spieler sind auch schuld, weil wir nicht den Fußball gespielt haben, den wir spielen können und spielen sollten normalerweise", so Traore.

Offenbar erfolgt die Trennung im Guten, spricht Schubert doch von "einer großartige Zeit mit tollen Menschen".

"Wir haben alle den Kappes auf"

Leicht wird es für den neuen Trainer nicht, in der Rückrunde geht es für die Borussia nur noch um den Klassenerhalt.

"Wir sind in einer Situation, in die wir nicht wollten. Wir müssen der Realität ins Auge schauen und die Dinge im Winter analysieren", so Kapitän Lars Stindl.

Eberl hatte schon zuvor angekündigt, im Winter auf dem Transfermarkt tätig zu werden, um "der Mannschaft ein Stück Rückhalt zu geben".

Ziel sei es, wieder Ruhe auf dem Platz und in das Umfeld zu bekommen, so der 43-Jährige. Für sein Fazit der Hinrunde fand der Niederbayer nach der Pleite gegen Wolfsburg klare Worte - und bediente sich im Rheinischen: "Heute Abend haben wir alle den Kappes auf."

Nächste Artikel
previous article imagenext article image