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Ingolstadt - RB Leipzig verliert seine weiße Weste und die Tabellenspitze. Trainer Ralph Hasenhüttl gibt sich an alter Wirkungsstätte ebenso schmallippig wie die Spieler.

Nach dem Verlust der Leipziger Tabellenführung mussten die Journalisten lange warten, bis sich ein Spieler von RB stellte. Der Erste, der daher schlurfte, war Emil Forsberg. In seinem Gesicht war die 0:1-Niederlage beim FC Ingolstadt deutlich abzulesen.

Ausgerechnet an der früheren Wirkungsstätte von Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl setzte es am 14. Spieltag die erste Niederlage, nach zuvor acht Siegen in Folge.

"Es war ein hartes Duell heute, viele Zweikämpfe, viele Emotionen, aber das Spiel mit dem Ball war von uns nicht gut heute", sagte Forsberg zu SPORT1. "Wir hatten wenig Chancen und haben viele Fehler gemacht. Das Leben geht aber weiter."

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Ob es eine Fügung des Schicksals sei, ausgerechnet bei Hasenhüttls Ex-Klub verloren zu haben, wollte Forsberg auf SPORT1-Nachfrage gar nicht bewerten. "Das ist kein Schicksal. So ist Fußball."

Rangnick mit versteinerter Miene

Ingolstadts Brasilianer Roger (12.) besiegelte Leipzigs erste Pleite in der Bundesliga, auch die Gelb-Rote Karte gegen Mathew Leckie (90.+4) half RB nicht mehr.

Für Hasenhüttl war es 217 Tage nach seinem letzten Auftritt in Ingolstadt, damals noch als Erfolgscoach der Schanzer, ein schwarzer Nachmittag. Auch RB-Sportdirektor Ralf Rangnick stand mit versteinerter Miene im Presseraum und hörte sich das Statement seines Trainers an.

Ganz klar, die erste Pleite schmerzte die Sachsen. Und das merkte man Hasenhüttl in der Pressekonferenz auch an. Die Rückkehr nach Hause hatte sich der Österreicher wahrlich anders vorgestellt. Gute Laune? Fehlanzeige!

Fragen beantwortete er eher schmallippig. "Niederlagen tun immer weh, ganz egal gegen wen." Und wie emotional war für ihn seine Rückkehr? "Es war heute schon ein bisschen anders wie in ein anderes Stadion zu kommen. Natürlich wäre es mir lieber gewesen, wir hätten hier etwas mitgenommen", sagte Hasenhüttl auf SPORT1-Nachfrage.

Zu wenig Mut

Seine Schanzer-Vergangenheit wollte er gar nicht so hoch hängen als Argument für den negativen Ausgang des Spiels. "Ich sehe das nicht als 'gerade hier' oder 'ausgerechnet hier'. Man möchte immer etwas mitnehmen." Und weiter: "Wir haben vor der Saison auch gesagt, dass wir eine junge Mannschaft haben, und solche Aufgaben wie in Ingolstadt zu lösen, dazu braucht man viel Mut, auch im richtigen Moment das Quäntchen Glück und noch mehr Entschlossenheit. Von allem haben wir heute nicht überschwänglich viel gehabt und deswegen haben wir das Spiel verloren."

Sinnbild des Auftritts war Timo Werner. Nach seinem bundesweit diskutierten Faller gegen Schalke 04 wurde der Stürmer vom Gros der 15.200 Fans als "Schwalbenkönig" geschmäht und ausgepfiffen, ihm gelang nichts.

Diego Demme fand auf SPORT1-Nachfrage auch keine positiven Worte. Im Gegenteil. Er war sauer. "Es war heute sicherlich kein gutes Spiel von uns. Wir wussten, dass so etwas passieren kann, es war ein Tag zum Vergessen. Wir haben uns am Anfang nicht gewehrt, aber unterschätzt haben wir Ingolstadt bestimmt nicht."

Im nächsten Spiel gegen Hertha BSC will Leipzig nun, so Demme, "eine Trotzreaktion zeigen." Hasenhüttls Aufheiterung fiel knapp aus. "Kopf hoch", habe er der Mannschaft gesagt, gegen Hertha könne sie es besser machen.

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