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© SPORT1-Grafik: Philipp Heinemann/Getty Images
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München - Tricksen, wo es geht - auf und neben dem Platz: Ivo Hrstic, Director Digital von SPORT1, kritisiert das Gebaren der Fußballstars und fordert drastische Strafen.

Das abgelaufene Wochenende hat Fair Play im Profi-Fußball eindrucksvoll als Illusion entlarvt.

Timo Werners Schwalbe ist zusammen mit den vom Spiegel-Magazin enthüllten Steuertricks der Superstars ein trauriger Beweis und bittere Erkenntnis zugleich: Fußballprofis taugen in der Regel nicht als Vorbild.

Das gilt für den Profisport allgemein, für den überkommerzialisierten Fußball aber umso mehr. Für mich ist das keine Überraschung, spiegelt doch der Profisport nur auf unterhaltsame Art unsere leistungs- und erfolgsorientierte Gesellschaft wider.

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Ein überhöhtes Millionen-Geschäft, das immer weniger für Prinzipien, Haltung und Werte übrig hat.

Natürlich gibt es auch erfreuliche und dankbare Ausnahmen. Während namhafte europäische Fußballstars offenbar legale wie illegale Steuervermeidungs-Tricks zur Regel machen, ließ mich folgende Meldung aufhorchen: Wie der Spiegel berichtet, soll Hans Erik Odegaard, Vater des norwegischen Supertalents Martin Odegaard, ihm angebotene Steuerspar-Tricks abgelehnt haben.

"Er (Martin) wird sowieso viel Geld verdienen", so seine bemerkenswerte Begründung. Andere Leute hätten "viel mehr damit zu kämpfen, ihre Rechnungen zu bezahlen". Respekt, Familie Odegaard!

Gerne erinnere ich mich auch an Miroslav Kloses tolle Fair-Play-Geste in Italien zurück. Der Nationalspieler hatte 2012 im Lazio-Dress ein mit der Hand erzieltes Tor beim Schiedsrichter zugegeben und damit annullieren lassen.

Dass Klose dafür vom DFB geehrt wurde, zeigt nur, wie selten ein solches Verhalten von Profi-Fußballern ist.

Timo Werner hat mittlerweile seine Schwalbe spät, aber immerhin am Tag danach, unmissverständlich zugegeben. Das ehrt ihn und tut gut, das Rumeiern nach dem Spiel war unerträglich.

Unfairness aber jetzt speziell an Timo Werner und RB Leipzig festzumachen, ist für mich scheinheilig. Das Täuschen des Schiedsrichters ist nicht nur in Leipzig, sondern auch im Rest der Republik gang und gäbe geworden.

Enge Grenzen und ein Minimum an Spielraum sind also gegen gewiefte Fußballprofis die einzige Lösung. Das bedeutet konkret persönliche Strafen und der Einsatz von Video-Technik.

Nur an die Fairness zu appellieren, wäre in Zukunft zu wenig und naiv zugleich.

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