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Dortmund - In einem emotionalen Duell um die Königsklasse setzt sich Dortmund auch dank eines irregulären Treffers gegen Hoffenheim durch. Aubameyang erlebt Höhen und Tiefen.

Borussia Dortmund hat die TSG 1899 Hoffenheim im Champions-League-"Endspiel" ausgebremst und dadurch die direkte Qualifikation vor Augen. Mit einem glücklichen 2:1 (1:0) zog der BVB am 32. Bundesliga-Spieltag am Rivalen vorbei auf den dritten Tabellenplatz. In die letzten Saisonspiele geht der DFB-Pokal-Finalist mit einem Zwei-Punkte-Vorsprung, beide Kontrahenten werden noch von Werder Bremen und dem FC Augsburg gefordert (Tabelle der Bundesliga).

Nationalspieler Marco Reus (4.) erzielte in einem ebenso harten wie zerfahrenen Spiel vor 81.360 Zuschauern im ausverkauften Signal-Iduna-Park früh den Führungstrefferr, es war sein fünftes Tor in sechs Pflichtspielen seit seinem Comeback. Allerdings traf Reus aus klarer Abseitsposition (TICKER zum Nachlesen).

Kurz darauf verschoss Pierre-Emerick Aubameyang einen fragwürdigen Handelfmeter (14.), ehe der BVB-Torjäger in der 82. Minute mit seinem 28. Saisontreffer für die vermeintliche Vorentscheidung sorgte. Andrej Kramaric machte mit einem verwandelten Foulelfmeter in der 86. Minute allerdings die Partie wieder spannend. Matthias Ginter hatte den Strafstoß mit einem Foul an Sandro Wagner verursacht. Doch Dortmund brachte den Sieg souverän über die Zeit.

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Nach der Partie kritisierten die Gäste das Schiedsrichtergespann deutlich. "Was in den ersten 45 Minuten passiert ist, hat jeder gesehen", sagte Manager Alexander Rosen bei Sky: "Es gab nur eine Entscheidung, die nichts gegen uns gepfiffen wurde."

Hoffenheim drohen Playoffs

Der BVB ist seit 37 Liga-Heimspielen ungeschlagen, Hoffenheim hingegen droht der Umweg über die Champions-League-Playoffs, in denen ein Hochkaräter warten würde.

Die Highlights der Bundesliga-Spiele am Sonntag ab 9.15 Uhr in Bundesliga Pur auf SPORT1

BVB-Trainer Thomas Tuchel brachte seinen Offensivstar Ousmane Dembélé nach dessen Teil-Schonung gegen den 1. FC Köln (0:0) wieder von Beginn an, ebenso wie Europameister Raphael Guerreiro und Lukasz Piszczek auf den Außenpositionen im Mittelfeld. Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann entschied sich in der Offensive für Mark Uth anstelle von Nadiem Amiri.

Dortmund begann stürmisch und hätte das Spiel dank zweier Fehler von Schiedsrichter Felix Brych (München) beinahe früh entschieden. Vor dem 1:0 übersah Brych die Abseitsstellung des Torschützen Reus beim Pass von Gonzalo Castro, in der 13. Minute entschied er nach unabsichtlichem Handspiel von Pavel Kaderabek auf Elfmeter, den der von Paris St. Germain umworbene Aubameyang flach links neben das Tor von Oliver Baumann setzte (Spielplan und Ergebnisse). Der Der Stürmer konnte damit drei der letzten vier Strafstöße nicht verwandeln.

TSG-Coach Julian Nagelsmann nahm den Vierten Offiziellen ins Visier. Dieser habe auf Nagelsmanns Nachfrage erklärt, Castro sei am Ball und Reus damit im Abseits gewesen. "Wenn der das sieht, muss er dem Schiedsrichter den Tipp geben", so Nagelsmann.

Hoffenheim, offensiv aufgestellt, wurde anfangs überrollt und reagierte mit Härte. Erste Annäherung an das gegnerische Tor war ein harmlos platzierter Kopfball von Sandro Wagner in der 22. Minute. Erst nach einer halben Stunde fing sich 1899 - auch, weil der BVB nachließ. Wagner hätte einen Elfmeter zugesprochen bekommen müssen, als BVB-Innenverteidiger Sokratis ihm bei einem Eckball fast das Trikot auszog (40.). 

Watzke vs. Tuchel: Neue Unruhe

In der zweiten Halbzeit wurde Hoffenheim stärker, ohne sich trotz vieler Dortmunder Ballverluste ganz klare Torchancen zu erspielen. Die Gäste liefen zudem jederzeit Gefahr, in den spielentscheidenden Konter zu laufen, was dann am Ende auch passierte. Hoffenheims Anschlusstreffer kam zu spät.

Abseits des Sportlichen hatte sich der BVB in Person von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke neue Unruhe eingehandelt. In einem Interview der Funke-Mediengruppe offenbarte der BVB-Boss Risse im Verhältnis zu Tuchel. "Teilweise" irritiert habe ihn die heftige Kritik am Spieltermin nach dem Attentat auf den Mannschaftsbus, sagte Watzke. Auf die Feststellung, es sei in dieser Frage ein "klarer Dissens" zwischen Watzke und Tuchel sichtbar geworden, sagte der BVB-Boss: "Das ist so, ja."

Tuchel reagierte bei Sky angefressen. "Ich verbiete mir, zu diesem Zeitpunkt darauf einzugehen oder darüber nachzudenken", sagte er, ironisch fügte er hinzu: "Ein großes Thema für einen Spieltag, drei Spieltage vor Schluss und einem direkten Duell um die Champions League. Ich erlaube mir, zu sagen, dass das ein zu großes Thema ist."

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