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München - Marc Bartra von Borussia Dortmund sieht nur Gelb für ein brutales Einsteigen gegen Sebastien Haller. Fredi Bobic und die SPORT1-Experten sind fassungslos.

Die Rote Karte von Hamburgs Gideon Jung gegen den FC Bayern München bewegt die Gemüter. Hätte es bei Borussia Dortmund dieselbe Strafe für Marc Bartra geben müssen?

Ja, befanden die SPORT1-Experten Bernd Heynemann und Thomas Strunz im CHECK24 Doppelpass und kritisierten das Schiedsrichter-Team der BVB-Partie scharf.

"Das war totales Versagen", wetterte Strunz einen Tag nach dem 2:2 bei Eintracht Frankfurt: "Vom Schiedsrichter-Assisten, vom vierten Offiziellen, vom Video-Schiedsrichter, von allen."

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Und auch HSV-Coach Markus Gisdol schaltete sich am Sonntag in die Debatte ein und argumentierte mit dem Fall Bartra für seine Zwecke: "Wenn man es vergleicht mit dem Foul von Dortmunds Bartra, das vielleicht schlimmer war: Er hat Gelb bekommen, Gideon Rot. Da ist für mich die Verhältnismäßigkeit nicht gegeben."

Bobic, Heynemann und Strunz einig

In der 90. Minute hatte Bartra Sebastien Haller an der Seitenlinie von hinten abgeräumt, sah dafür die Gelbe Karte vom Unparteiischen Robert Hartmann.

Schiedsrichter Robert Hartmann beließ es bei Gelb für Marc Bartra
Schiedsrichter Robert Hartmann beließ es bei Gelb für Marc Bartra © Imago

Zu milde, sagte der langjährige Schiedsrichter Heynemann: "Hier wäre es notwendig gewesen sich einzuschalten. Es gibt keine zwei Meinungen, das war eine Rote Karte."

Heynemann sah die Bewertung Szene auch als die "klare Fehlentscheidung", die gemäß den Regularien einen Videobeweis gerechtfertigt hätte. Video-Assistent Benjamin Brand schritt aber nicht ein, ebenso wenig der in der Nähe stehende vierte Offizielle Matthias Jöllenbeck oder Assistent Christian Leichner. Auch die hätten das Recht gehabt, Hartmann auf eine Fehlentscheidung hinzuweisen.

Schon Frankfurts Manager Fredi Bobic hatte sich darüber beklagt: "Eine klarere rote Karte gibt es nicht, das war Wahnsinn. Und der Mann im Container in Köln hat auch geschlafen."

Völler nimmt Bartra in Schutz

Heynemann ist überzeugt, dass Hartmann es genauso gesehen hätte, hätte er Hilfe bekommen: "Hätte er das nochmal gesehen, hätte er auch die Rote ausgepackt, da bin ich sicher."

Der frühere FIFA-Referee stellte die Frage, ob die Unparteiischen verunsichert seien über die öffentlichen Debatten, dass der Videobeweis zuletzt zu oft eingesetzt worden sei.

Leverkusens Manager Rudi Völler, der ebenfalls im Doppelpass zu Gast wahr, nahm derweil Bartra gegen den Verdacht in Schutz, in böser Absicht gefoult zu haben.

"Die Fernsehbilder sind klar", meinte Völler: "Aber Bartra ist eigentlich ein fairer Spieler, ich glaube nicht, dass er das in der Art wollte, glaube, er ist selber erschrocken."

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