Stöger widmet Vorgänger Bosz den BVB-Sieg
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Mainz - Borussia Dortmund erlöst sich nach acht Spielen ohne Ligasieg! Beim Debüt von Trainer Peter Stöger gegen Mainz 05 holt der BVB glücklich drei Punkte.

Mit Peter Stöger auf der Trainerbank ist Borussia Dortmund auf Anhieb der erste Schritt aus der Krise geglückt.

Der Pokalsieger gewann gut 55 Stunden nach der überraschenden Vorstellung des Österreichers 2:0 (0:0) bei Mainz 05 und feierte die ersten drei Punkte seit dem 20. September - für den am 1. Advent beim Schlusslicht 1. FC Köln entlassenen Stöger war es sogar der erste Saisonsieg. 

"Die Freude ist groß, die Erleichterung auch", sagte Stöger nach dem Sieg bei Sky. Innenverteidiger Sokratis (55.) erzielte die Führung für den BVB, der sich am Sonntag von Trainer Peter Bosz getrennt hatte. Shinji Kagawa traf in der 89. Minute zum 2:0. (SERVICE: Tabelle der Bundesliga)

Der neue Dortmund-Trainer zeigte Verständnis für die noch unbeständige Leistung seiner Mannschaft. "Wir haben ein bisschen schwer ins Spiel gefunden, da haben in letzter Zeit die Erfolgserlebnisse gefehlt, um von Beginn an Ruhe im Spiel zu haben", sagte Stöger.

Der Österreicher war aber mit dem Verlauf zufrieden. "Wir haben dann ein bisschen Ordnung reingebracht. In der zweiten Halbzeit war die Kontrolle noch besser", so Stöger. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Schmelzer lobt den Einsatz

Auch Torschütze Sokratis freute sich über die verbesserte Defensivarbeit. "Es war sehr wichtig für uns, heute zu gewinnen", sagte der Grieche.

"Wir haben defensiv kompakter gespielt und jetzt sind die kommenden Spiele wichtig, um aus der Situation rauszukommen."

Kapitän Marcel Schmelzer lobte die Einstellung seiner Mitspieler bei Sky: "Das war heute von jedem Spieler auf dem Platz Kampf. Das gepaart mit unserer Qualität hat uns die drei Punkte gebracht. Wir können erst mal alle durchatmen."

Stöger anfangs gelassen

Stöger, der in seiner schwarz-gelben Winterjacke Farbe bekannte, verfolgte die Anfangsphase gelassen im Stehen. Auch als Suat Serdar aus 20 Metern die Latte des Dortmunder Tors traf (6.), blieb der 51-Jährige fast regungslos.

Sein eigenes Team kam zu Beginn aber nicht über vielversprechende Ansätze hinaus. (SERVICE: Ergebnisse und Spielplan)

BVB nur einmal gefährlich

Die offensive Dreierreihe mit Pierre-Emerick Aubameyang, Christian Pulisic und Andrej Jarmolenko attackierte zwar früh und versuchte, durch schnelle Kombinationen in den Mainzer Strafraum zu gelangen.

Die wenigen Chancen in der ersten Halbzeit blieben aber Zufallsprodukte. FSV-Torwart Robin Zentner musste nur bei einem Distanzschuss von Raphael Guerreiro eingreifen (45.).

Stöger bringt Toprak und Toljan

Die mit Spannung erwartete BVB-Aufstellung hielt mit nur drei Wechseln kaum Überraschungen bereit. Jeremy Toljan schaffte es nach drei Ligaspielen auf der Tribüne auf Anhieb in die Startelf, in der Neven Subotic, Marc Bartra und Mahmoud Dahoud fehlten (alle Bank). Andre Schürrle fiel nach einem Schlag auf das Wadenbein aus.

Julian Weigl durfte wieder auf seiner Lieblingsposition im zentralen Mittelfeld ran. "Meine Position sollte so interpretiert werden, wie ich das kenne. Ich war ein bisschen freier als in letzter Zeit. Mir hat das heute auf jeden Fall Spaß gemacht", sagte Weigl. 

Stöger sieht den 22-Jährigen offenbar lieber in der Zentrale. "Bei meiner Spielidee hat sich nicht so viel verändert. Ich schaue, wo die Qualitäten der Spieler sind und versuche, diese bestmöglich einzusetzen", sagte Stöger zur Umstellung bei Sky.

Ein festes System sei ihm nicht so wichtig. Er schaue, "wo die Jungs am besten aufgehoben sind". Bei seinen Spielern gebe es "viel Qualität und dadurch auch viele Möglichkeiten, die Spielanlage und die Systeme zu ändern". 

Mainz streckenweise überlegen

Die Nervosität der vergangenen Wochen war dem Pokalsieger aber weiterhin anzumerken. Insgesamt setzte Stöger aber auf mehr Kompaktheit und eine sichere Defensive. Aber auch die Mainzer waren stark ersatzgeschwächt in die Partie gegangen.

Unter anderem Yoshinori Muto, Kenan Kodro und Levin Öztunali wurden nicht rechtzeitig fit. Dennoch spielten die Hausherren vor 32.976 Zuschauern munter mit und waren streckenweise sogar überlegen.

FSV-Trainer Sandro Schwarz hatte betont, dass die Partie sehr schwierig werden würde, "unabhängig davon, welcher Trainer beim BVB auf der Bank sitzt". Es dauerte aber bis zur 18. Minute, ehe Aubameyang den ersten Warnschuss abgab, in der 41. Minute zielte der Gabuner rechts am Mainzer Tor vorbei.

Sokratis erlöst den BVB

Dem Stürmerstar fehlte in der ersten Halbzeit aber die Bindung zum Spiel, zudem leistete sich Aubameyang viele Ballverluste und schon nach 24 Minuten ein erstes Frustfoul. Beim darauffolgenden Freistoß zielte Abdou Diallo per Kopf knapp über das BVB-Tor (26.).

Zehn Minuten nach der Halbzeitpause erlöste Sokratis die mitgereisten und nach wie vor ihr Team unterstützenden BVB-Fans. Nach dem Treffer des Innenverteidigers liefen die BVB-Profis geschlossen zur Bank, um mit ihrem neuen Coach zu jubeln. Kagawa vergab freistehend in der 79. Minute die Chance zum 2:0, kurz vor dem Schlusspfiff machte er es besser.

Stöger spricht über Zukunft

Zu einer Zukunft in Dortmund äußerte sich Stöger offen: "Bei einem Verein wie dem BVB muss man nicht lange nachdenken, ob das 14 Tage sind, drei Wochen, 16 Wochen, sechs Monate oder im Idealfall viel, viel länger, darauf lasse ich mich gerne ein."

Er fügte aber noch an: "Was soll ich nach einem Spiel über sechs Monate sprechen?"

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