Stöger kennt sein eigenes Erfolgsrezept nicht
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München - SPORT1-Experte Marcel Reif sieht im Falle eines guten Abschneidens von Peter Stöger mittelfristig ein gravierendes Problem auf Borussia Dortmund zukommen.

Hallo Fußball-Freunde,

die erste Woche von Peter Stöger beim BVB hätte nicht besser laufen können. Mit den Siegen gegen Mainz und Hoffenheim sind passend zur Weihnachtszeit wieder ein wenig Ruhe und Besinnlichkeit in Dortmund eingekehrt. Der eine oder andere Beobachter wirft jetzt sogar schon die Frage in den Raum, ob der Klub im Sommer wirklich Stöger verabschieden und TSG-Coach Julian Nagelsmann verpflichten muss. 

Wir sollten erst einmal den Ball flach halten. Es ist sicherlich noch zu früh, um darüber zu diskutieren. Im Moment ist alles gut so, wie es ist. Aber wehe, es geht so weiter wie bisher und Stöger feiert mit seinem Team vor der Südtribüne den zweiten Tabellenplatz! Dann werden sich die Fans fragen: Warum soll er jetzt gehen?

Reschke über Nagelsmanns größtes Problem

Stöger ist ein Menschenfänger, ein exzellenter Fachmann. Ich kann ihm auch gar nicht verübeln, dass er kurz nach seiner Entlassung in Köln jetzt in Dortmund an der Seitenlinie steht. Das ist eine echte Chance für ihn und heißt nicht, dass ihm der FC nichts mehr bedeutet. 

Er hat vier Jahre mit diesem Verein gelebt. Ich habe gedacht, das klappt nicht mit seiner Wiener Mentalität. Aber soll er da jetzt auf der Dortmunder Bank mit einem kölschen Schal sitzen? Also bitte Leute, hört auf!

Schauen wir nach Stuttgart: Die Entwicklung beim VfB halte ich trotz der vier Niederlagen in Folge für positiv. Michael Reschke ist zu einem Klub gegangen, bei dem er sehr viel bewirken kann.

Der VfB ist zwar ein Aufsteiger, aber um die Finanzen muss man sich in Zukunft nicht wirklich viele Gedanken machen. In der Region ist sehr viel möglich. Früher gab es viel internes Getue. Der Abstieg war die Konsequenz. Aber jetzt hab ich das Gefühl, dass der Klub gut besetzt ist. Jeder weiß, was er zu tun hat. Dass du die Bayern nicht weghaust, halte ich für normal.

Zum Abschluss noch meine bescheidene Meinung zum Thema Europapokal: Mit dem Abschneiden der deutschen Teams kann man nicht zufrieden sein. Es wurde nonchalant mit Europa umgegangen.

Die Gegner, die da am Start waren, darf ein mittelmäßiger deutscher Verein schon schlagen. Da fehlte es an Einstellung. Die Bundesliga hat sich in dieser Saison unter Wert verkauft.

Bis demnächst,
Euer Marcel Reif

Marcel Reif ist nach rund 1.500 kommentierten Spielen eine Reporter-Legende. Für seine Arbeit erhielt Reif unter anderem den "Grimme Preis", den "Deutschen Fernsehpreis" und den "Bayerischen Fernsehpreis". Seit dieser Saison begleitet Marcel Reif als Experte den CHECK24 Doppelpass auf SPORT1.

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