"Die Situation beim HSV ist so prekär wie nie"
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Hamburg - Dank des Doppelpacks von Simon Terodde darf der FC wieder hoffen. Der HSV taumelt dem ersten Abstieg entgegen. Markus Gisdol steht vor dem Aus.

Viele Chancen, keine Tore - kaum noch Hoffnung: Trainer Markus Gisdol muss nach der nächsten Pleite des Hamburger SV um seinen Job zittern.

Die Hanseaten verloren gegen den Tabellenletzten 1. FC Köln nach einer unglücklichen Vorstellung 0:2 (0:1). FC-Neuzugang und Derby-Held Simon Terodde (27. und 67.) sorgte mit seinen Treffern für die vierte Niederlage in Serie der Hamburger, die einige gute Möglichkeiten ausließen.

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Gisdol vor dem Aus

"Es war ein schlimmer Abend für uns. Die Situation hat sich deutlich verschlimmert, die Situation ist schwieriger geworden", sagte Sportdirektor Jens Todt: "Wir wollen das jetzt erst mal sacken lassen. Morgen wird entschieden, wie es weitergeht. Sie können schon sicher sein, dass ich meinen Job so mache, dass ich auf solche Szenarien vorbereitet bin."

Er könne aber nicht ausschließen, dass Gisdol gehen muss, sagte Todt bei SPORT1. Ein Zeichen, dass Gisdols Tage wohl gezählt sind.

"Ich bin voller Leidenschaft. Ich weiß, wie es geht - und ich weiß, wie es hier geht", sagte Gisdol zu SPORT1.

Hier blickt Gisdol seinem Aus ins Auge

Er spüre das Vertrauen der Verantwortlichen, letztendlich sei er allerdings der "falsche Ansprechpartner" für die Frage, ob er noch einmal die Chance bekommen werde, für die Wende beim HSV zu sorgen.

Noch am Samstagabend saß der HSV-Vorstand zusammen, am Sonntag sollen weitere Gespräche folgen.

Fans verärgert

"Wir haben die Schnauze voll", sangen die HSV-Fans, und Vorstandschef Heribert Bruchhagen gerät nun zunehmend unter Handlungsdruck, um den Absturz des Traditionsklubs irgendwie zu stoppen. (DATEN: Alle Ergebnisse im Überblick)

Mehr denn je droht der historische erste Abschied in die Zweitklassigkeit. Selbst die schon längst abgeschriebenen Kölner liegen nach ihrem dritten Sieg in Serie plötzlich nur noch drei Zähler hinter dem HSV. Und für die Hamburger heißen die nächsten Gegner Leipzig, Hannover, Dortmund und Leverkusen.

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HSV beginnt schwungvoll

Angetrieben von Rückkehrer Aaron Hunt und dem zuletzt ausgemusterten Lewis Holtby erwischten die Hausherren den deutlich besseren Start. (TICKER zum Nachlesen)

Der HSV spielte von Beginn an schnell und schnörkellos nach vorne, Hahn hatte gleich nach etwa 30 Sekunden die erste gute Möglichkeit. Aber Kölns Keeper Timo Horn parierte sehenswert - genau wie wenige Minuten später gegen den quirligen Filip Kostic (12.).

Terodde, der in der Vorwoche den Siegtreffer gegen Borussia Mönchengladbach erzielt hatte, drehte den Spielverlauf der Anfangsphase mit seinem Tor nach einem Eckball dann auf den Kopf. Der bullige Angreifer setzte sich im Getümmel allerdings auch geschickt durch und drückte den Ball im Fallen über die Linie.

"Es gab schon Momente, in denen wir Probleme bekommen haben", sagte Köln-Trainer Stefan Ruthenbeck: "Das Spiel in den Griff bekommen haben wir erst mit dem 2:0, dann hätten wir es noch besser ausspielen und das eine oder andere Tor machen können."

Terodde schockt Köln doppelt

Der HSV brauchte anschließend lange, um sich von dem Schock einigermaßen zu erholen - zunächst einmal lief nichts mehr zusammen. Fehlpässe, technische Fehler, falsche Laufwege: Kaum etwas wollte funktionieren. Und Kostic scheiterte erneut an Horn (41.). Bei den Kölnern wuchs hingegen das Selbstbewusstsein. (DATEN: Tabelle der Bundesliga)

Der HSV drängte dann weiter mit Schwung nach vorne, offenbarte aber auch immer wieder seine fußballerischen Defizite. Die Gäste konzentrierten sich auf eine geordnete Defensive, arbeiteten sich aber auch immer wieder geschickt nach vorne.

Und vorne hatten die Kölner eben einen Torjäger wie Terodde, der nach einem Konter in der 67. Minute eiskalt seine Chance nutzte.

Hunt (77.) traf für den HSV mit einem Freistoß nur noch den Pfosten.

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