Wut auf Schalke! Fans beschimpfen Goretzka
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München und Gelsenkirchen - Schalkes Aufsichtsratsboss kann Leon Goretzkas Entscheidung für den FC Bayern nicht nachvollziehen. S04-Manager Christian Heidel aber nimmt den Spieler in Schutz.

Der Wechsel von Leon Goretzka von Schalke 04 zum FC Bayern hat nicht nur die Fans der Königsblauen schwer verärgert. Auch Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies ist mit der Entscheidung des 22-Jährigen überhaupt nicht einverstanden.

"Meine erste Reaktion war: Das Trikot von Schalke 04, das solltest du am besten nicht mehr tragen", sagte der Unternehmer am Sonntag bei Sky. Tönnies gab zu, "emotional aufgeladen" zu sein: "Wir haben alles getan, um ihn zu halten, sind an die Grenze gegangen. Wir haben gesagt: Du gehörst hierher, das ist zu früh für dich."

Goretzka wechselt am Ende der laufenden Saison zum Rekordmeister aus München.

Heidel nimmt Goretzka in Schutz

Eine Entscheidung, die Schalkes Manager Christian Heidel vor dem Bundesligaspiel gegen Hannover 96 jedoch verteidigte.

"Es ist seine Entscheidung, sein Vertrag läuft aus und er kann das machen. Er kann auch zu Bayern München wechseln, das steht nicht unter Strafe", meinte Heidel bei Sky: "Natürlich bin ich auch enttäuscht, aber man muss dann auch den Verstand wieder einschalten und überlegen: Was ist eigentlich passiert? Leon erfüllt seinen Vertrag und wechselt dann."

Zudem habe Tönnies auch gesagt, dass er sich wünsche, "dass Leon Goretzka die beste Rückrunde seines Lebens spielt".

Heynckes stellt sich nach Schalke-Frust hinter Goretzka

Was jedoch nichts daran ändert, dass der Wechsel zu den Bayern zumindest nach Tönnies' Meinung für Goretzka zum falschen Zeitpunkt kommt.

"Ich persönlich bin der Meinung, dass es zu früh ist. Er hätte noch zwei Jahre bleiben und dann als großer Star gehen sollen", erklärte der 61-Jährige. Die Fans hatten Goretzka nach Bekanntgabe des Transfers bei einem öffentlichen Training lautstark kritisiert.

Goretzka schon im Winter zum FC Bayern?

Nicht zuletzt wegen der teils heftigen Reaktion der S04-Anhänger steht nun sogar ein sofortiger Wechsel im Raum. 

"Wenn Rummenigge (Vorstandsvorsitzender des FC Bayern, Anm. d. Red.) anruft, nehmen wir den Hörer ab - und dann kann man darüber sprechen. Wir müssen jetzt klug handeln. Die Fans spielen da eine große Rolle", sagte Tönnies.

Kult-Video: Als Goretzka Bayern noch ablehnte

Bisher sei darüber jedoch nicht gesprochen worden, erklärte S04-Manager Heidel vor dem Bundesliga-Spiel der Schalker gegen Hannover am Sonntagnachmittag.

Beim FC Bayern scheint eine vorzeitige Verpflichtung Goretzkas kein Thema zu sein.

"Wir haben die Planungen mit diesem Kader gemacht und ich gehe davon aus, dass das auch so bleiben wird", sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic bei Sky: "Leon hat einen Super-Charakter und ich denke, dass er Schalke in die Champions League führen und bis zum 30. Juni alles geben wird."

Goretzka wegen Fans auf die Tribüne?

Je nach Verlauf der kommenden Wochen schloss Tönnies drastische Schritte im Fall Goretzka allerdings nicht aus. Wenn sich die ablehnende Haltung der Fans negativ auf die Mannschaft auswirke, könne es sein, "dass Goretzka bis zum Saisonende auf die Tribüne muss".

Zweifel an Goretzkas Einstellung in den kommenden Monaten hat zumindest Heidel keine.

"Der Leon ist ein super Junge und ein super Fußballer. Ich glaube, er hat sich ganz speziell vorgenommen, hier eine überragende Rückrunde zu spielen", betonte der Schalker Manager: "Dann sind wir im Sommer zunächst mal alle froh, weil wir dann hoffentlich eine gute Platzierung haben - und dann ein bisschen traurig, weil er nicht mehr da ist."

In München erhält Goretzka erhält einen Vierjahresvertrag bis 2022, sein Kontrakt auf Schalke läuft im Sommer aus. Somit konnte er ablösefrei an die Isar wechseln.

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