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Christian Heidel sieht keine Notwendigkeit, die Bundesliga zu reformieren
Christian Heidel sieht keine Notwendigkeit, die Bundesliga zu reformieren © SPORT1
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Der Schalker Manager kann den Reform-Ideen, um die Bundesliga wieder spannender zu machen, wenig abgewinnen. Heidel warnt vor einer verfrühten Kurzschlussreaktion.

Schalkes Sportvorstand Christian Heidel ist skeptisch bezüglich der zahlreichen kursierenden Reform-Ideen, um die Bundesliga wieder spannender zu machen.

"Man kann sich über alles Gedanken machen", sagte der Schalker Manager nach der 1:2-Niederlage der Knappen beim FC Bayern am Samstag zwar zu SPORT1, schob aber direkt nach: "Ich bin kein Freund solcher Geschichten. Ich glaube, dass da momentan ein zu großes Drama draus gemacht wird."

Vielmehr verwies Heidel darauf, dass das aktuelle Bild in der Bundesliga nur die aktuellen Tendenzen in den internationalen Top-Ligen bestätige: "Schauen Sie nach England! Da ist eine Mannschaft 16 Punkte weg, in Italien sind zwei Teams Kilometer enteilt, in Frankreich ist eine Mannschaft ewig weit weg. Das ist momentan so. Aber ich glaube nicht, dass alle Ligen auf einmal ihren Modus ändern. Das ist viel zu früh", so der 54-Jährige.

Durch den Sieg im Top-Spiel am Freitagabend thront der FC Bayern in der Bundesliga nach dem 22. Spieltag weiterhin 18 Punkte vor dem ersten Verfolger RB Leipzig.

Heidel: "Nicht alles in Frage stellen"

Für Heidel dennoch kein Grund, das aktuelle Liga-System zu überdenken.  "Man sollte uns schon noch die Aufgabe geben zu versuchen, Bayern München zu schlagen. Das haben wir alle auf dem Plan. Wir sollten nicht alles in Frage stellen, weil so eine Saison jetzt einmal ist", erklärte er.

Zuletzt hatte Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg in seiner Kolumne für das Online-Portral t-online.de eine Revolutionierung des Ligamodus ins Gespräch gebracht.

Stefan Effenberg erklärt seine Reform-Ideen am Sonntag im CHECK24 Doppelpass – ab 11 Uhr LIVE im TV auf SPORT1.

Effenberg will Bundesliga revolutionieren

Der 49-Jährige möchte die Bundesliga in zwei Gruppen mit jeweils neun Vereinen einteilen. Jeder spielt in seiner Gruppe bis Weihnachten gegen jeden.

Es gibt ein Hin- und ein Rückspiel. Jede Mannschaft absolviert so 16 Spiele bis Weihnachten. Die Mannschaften auf den Plätzen eins bis vier aus den beiden Gruppen qualifizieren sich ebenso für Gruppe 1 wie der bessere Gruppenfünfte aus Grupppe A und B. In dieser Gruppe werden von Januar bis Mai der Deutsche Meister sowie die Europapokalteilnehmer ausgespielt.

Die Teams auf den Plätzen sechs bis neun sowie der schwächere Gruppenfünfte aus Gruppe A und B kommen in Gruppe II, die von Januar bis Mai zwei Absteiger sowie einen Relegations-Teilnehmer ausspielt. 

Hoeneß wünscht sich mehr Nervenkitzel

Der ehemalige Leverkusener Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser hatte indes Playoffs nach US-amerikanischen Vorbild ins Gespräch gebracht, um die Spannung zu erhöhen.

Mehr Nervenkitzel wünscht sich sogar Bayern-Präsident Uli Hoeneß. "Es wäre schön, wenn uns in den nächsten Jahren wieder ein, zwei, drei Mannschaften so richtig fordern würden, weil das für den Spannungsverlauf der Liga wunderbar wäre", meinte er im ZDF. "Und es würde unsere internationale Klasse besser dokumentieren."

Dass sein Verein vor der sechsten Meisterschaft in Serie steht, betrachtet er nicht als Armutszeugnis für die Liga. "Nein, das finde ich nicht. Das ist eine Auszeichnung für Bayern München", erklärte Hoeneß. Hier wurde in den letzten Jahren sehr, sehr gut gearbeitet. Wir haben immer gesagt: Der deutsche Meistertitel ist der wichtigste. Und wenn man den sechs Mal hintereinander gewinnt, ist hier in München von allen Leuten gut gearbeitet worden."

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