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Werder Bremen schlägt den 1. FC Köln
Milos Veljkovic (r.) brachte Werder Bremen gegen den 1. FC Köln mit 1:0 in Führung © Getty Images
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Bremen - Für den 1. FC Köln gehen so langsam aber sicher die Lichter aus. Der FC verliert auch bei Werder Bremen. Ex-Bremer Claudio Pizarro geht leer aus.

Befreiungsschlag für Werder Bremen, Rückschlag für den 1. FC Köln: Zum Abschluss des 26. Bundesliga-Spieltages besiegten die Hanseaten den Tabellenletzten mit 3:1 (1:0) und verbesserten sich vom 14. auf den 13. Tabellenplatz.

Die Gäste verpassten dagegen die Chance, am Tabellenvorletzten Hamburger SV vorbeizuziehen. Bei acht Punkten Rückstand auf den rettenden Rang 15 rückt der Abstieg immer näher. (Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga)

Horn beklagt Kölner Passivität

Für den Bremer Führungstreffer sorgte Milos Veljkovic in der 33. Minute. Der Innenverteidiger kam nach einem Eckball von Zlatko Junuzovic freistehend zum Schuss und ließ FC-Torhüter Timo Horn aus zehn Metern Entfernung keine Abwehrmöglichkeit. Den Kölner Ausgleich erzielte Yuya Osako (53.), fünf Minuten später stellte Milot Rashica auf 2:1 für Werder. In der 90. Minute sorgte Maximilian Eggestein für den Endstand.

"Das hat mich ein Jahr gekostet", sagte Bremens Trainer Florian Kohfeldt bei Eurosport, "wir sind zunächst nicht so in die Tiefe gekommen. Wir haben aber nie die Ruhe verloren und dann unsere Chancen bekommen. Wir müssen nur unsere Konter besser ausspielen, dann ist der Sack früher zu."

"Wir machen zu viele individuelle Fehler", klagte Kölns Torwart Timo Horn und bemängelte den mangelnden Einsatz zu Beginn: "Wir waren in der ersten Halbzeit viel zu passiv, das kann nicht sein. Und nach unserem Ausgleich kommt das altbekannte Lied: wir kriegen hinten wieder einen rein."

Bremen baut Heimserie aus

Für die Platzherren war es der dritte Heimsieg hintereinander, unter Trainer Florian Kohfeldt sind die Norddeutschen vor eigenem Publikum weiterhin ungeschlagen und liegen nun fünf Zähler vor Relegationsrang 16. (Tabelle der Bundesliga)

Der hart erkämpfte Bremer Erfolg war nicht unverdient. Beiden Mannschaften merkte man die enorme nervliche Belastung an, insbesondere in der ersten halben Stunde lief hüben wie drüben nicht viel zusammen. Es dauerte somit fast folgerichtig bis zur 29. Minute, als Max Kruse die erste Werder-Chance vergab. 60 Sekunden vor dem Pausenpfiff verpasste Rashica aus kurzer Distanz das 2:0, der Kosovare ersetzte den kurzfristig erkrankten Philipp Bargfrede. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

FC-Coach Stefan Ruthenbeck reagierte in der Halbzeitpause und ersetzte den 45 Minuten lang völlig wirkungslosen Simon Terodde durch Leonardo Bittencourt. Und man merkte den Gästen an, dass sie noch an eine Wende glaubten. Sie wagten sich deutlich häufiger als vor dem Seitenwechsel in den Bremer Strafraum und konnten die Begegnung lange ausgeglichen gestalten.

Pizarro vergibt Ausgleichschance

Daran hatte auch Claudio Pizarro seinen Anteil. Der ehemalige Bremer Publikumsliebling war ein ständiger Unruheherd im Strafraum der Grün-Weißen, mit seinen 39 Jahren fehlte dem Peruaner allerdings in den entscheidenden Momenten die erforderliche Antrittsschnelligkeit. In der 76. Minute köpfte der Südamerikaner knapp am rechten Torpfosten vorbei.

"Es war schwer, normalerweise muss ich den machen. Ich habe den Ball nicht richtig getroffen", ärgerte sich Pizarro bei Eurosport. Der Ex-Bremer wurde in der Schlussphase beinahe ununterbrochen von den Werder-Fans mit Sprechchören gefeiert. Wenigstens dem konnte er etwas Positives abgewinnen: "Ich spiele immer sehr gerne hier. Ich liebe den Verein, sie lieben mich."

Im Gegensatz zu den ersten beiden Montagsspielen der Rückserie hielten sich die Proteste der Fans gegen die ungeliebten Ansetzungen zu Wochenbeginn in Grenzen. Aus beiden Lagern hatten mehrere Ultra-Gruppen auf einen Besuch der Arena verzichtet, dennoch war das Weserstadion zumindest offiziell mit 41.100 Zuschauern ausverkauft.

Störend allerdings waren vereinzelte Pfiffe, die die Spieler beider Mannschaften spürbar irritierten. Auf Anordnung von Schiedsrichter Benjamin Brand forderte der Stadionsprecher die Störer auf, diese Aktionen zu belassen - mit begrenztem Erfolg.

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