Hamann wird deutlich: "BVB hat ein Qualitätsproblem"
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Liverpool und München - Dietmar Hamann spricht bei SPORT1 über die Leistungen von Borussia Dortmund. Trainer Peter Stöger sei nicht das alleinige Problem, der BVB brauche Verstärkung.

Dietmar Hamann will die teilweise enttäuschenden Leistungen bei Borussia Dortmund in den vergangenen Wochen nicht nur an Trainer Peter Stöger festmachen. Vielmehr habe die Mannschaft ein Qualitätsproblem.

"Es ist schon offensichtlich, dass sie nicht den Fußball spielen, den man in Dortmund erwartet", sagte Hamann bei SPORT1.

Dortmund kämpfe damit, "dass sie auf dem Papier eine gute Mannschaft haben, aber viele Spieler eben nicht mehr in der Verfassung sind, in der sie waren, als sie den Verein verlassen haben und in der sie vor vier oder fünf Jahren waren".

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Der frühere Nationalspieler, der beim FC Bayern ausgebildet wurde und anschließend in der Premier League unter anderem für Liverpool und Manchester City auflief, spielte dabei auf Sorgenkinder wie Mario Götze, Nuri Sahin oder Shinji Kagawa an, die seit ihrer Rückkehr zum BVB kaum an die frühere Klasse anknüpfen konnten. Auch Andre Schürrle spielt nur selten auf dem Niveau, das ihn einst über 30 Millionen kosten ließ.

"Das größte Problem ist, dass die Dortmunder tatsächlich ein Qualitätsproblem haben und im Sommer in allen Mannschaftsteilen schauen müssen, dass sie sich verbessern", sagte Hamann: "Ich glaube, dass es im Moment nicht nur am Trainer liegt. Auf dem Papier liest sich das wunderbar, aber viele dieser Spieler sind ein Schatten ihrer selbst und deswegen bin ich nicht zu überrascht über den Fußball, den die Dortmunder gerade spielen."

Hamann schwärmt von Kohfeldt

In der Bundesliga sieht Hamann im Gegensatz zu Bundestrainer Joachim Löw generell kein Qualitätsproblem.  

"Ich glaube, dass viele Mannschaften versuchen, früh zu stören und zu pressen und den Gegner am Spiel zu hindern. Dann passiert es oft, dass Mannschaften, die spielerisch nicht die Möglichkeiten haben oder vielleicht nicht spielen wollen, sich neutralisieren. Und dann sehen wir Spiele ohne längere Ballstafetten."

Positiv hob Hamann Trainer Florian Kohfeldt von Werder Bremen hervor. "Kohfeldt kam nach Bremen, da hatten die fünf Punkte nach zehn Spielen - und die spielen sich aus dem Tabellenkeller. Wenn du die richtigen Spieler und die richtige Philosophie hast, kannst du auch gegen pressende Mannschaften Fußball spielen", lobte Hamann.

Dabei hätte Werder "vom Spielerischen her nicht so einen guten Kader wie zehn bis elf andere Mannschaften." Andere Teams würden allerdings ergebnisorientierter spielen. "Ich würde mir wünschen, dass es den einen oder anderen Kohfeldt mehr gibt, der versucht, spielerisch Lösungen zu finden."

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