Bierhoff: Neuer sollte schnell in Rhythmus kommen
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München - Manuel Neuer arbeitet weiter an seinem Comeback. Auf dem Weg zu seiner Rückkehr spricht der Bayern-Keeper aber auch offen über Zweifel - und ein drohendes Karriere-Ende.

Das Ende der Leidenszeit ist absehbar: Manuel Neuer peilt auf dem Weg zu seiner ersehnten Rückkehr beim FC Bayern den nächsten Schritt an.

Bereits in Kürze will der Nationaltorhüter ins Lauftraining auf dem Trainingsplatz einsteigen. Voraussetzung dafür ist ein positives Ergebnis einer MRT-Untersuchung am Samstag.

"Wenn alles gut ist, gehe ich davon aus, dass ich im Laufe der nächsten Woche auf dem Platz laufen kann. Dann bin ich schon mal wieder an der frischen Luft", sagte Neuer in einem Interview mit FCB.tv. Es sei ihm wichtig, bald wieder Fußball zu spielen, "damit man mich mal wieder sieht und ich nicht ohne Spiel zur Nationalmannschaft zurückkehre".

Neuer spricht von drohendem Karriere-Ende

Bei allem Optimismus äußerte er sich aber auch sehr nachdenklich und spricht sogar von einem drohenden Karriere-Ende. Es sei "wichtig, dass dem Fuß jetzt nichts mehr passiert, denn dann könnte es wirklich um die Karriere gehen", betonte Neuer im ausführlichsten Interview seit seiner Verletzung. Seit seinem erneuten Mittelfußbruch Mitte September 2017 hat Neuer kein Spiel mehr bestritten.

Neuer berichtete sichtlich bewegt von seiner "schwierigen, harten Zeit". Auch in den Weihnachtsferien und über den Jahreswechsel habe er durchgearbeitet. Es habe Tage gegeben, "wo der Verein gesagt hat: Hau doch mal endlich ab!", sagte er lächelnd und berichtete vom Sonnetanken im Thailand-Urlaub.

Ulreich: "Neuer macht große Fortschritte"

Sein Comeback sei zwar "absehbar". "Mir geht es sehr gut", sagte Neuer, nachdem er am Freitag "das erste Mal bei 100 Prozent gelaufen" war. Allerdings musste der 31-Jährige einräumen: "Einen Zeitpunkt zu nennen, ist sehr schwer. Es ist noch nicht sichergestellt, dass ich dann und dann zurückkehre und wieder spielen werde."

Er wünsche es sich und es sei auch "realistisch", dass er noch in dieser Saison wieder für die Bayern auflaufen werde, aber: "Der Zeitpunkt ist nicht zu nennen. Von mir nicht, von keinem Arzt, von keinem Fitnesstrainer."

Geholfen habe ihm der Besuch bei der Nationalmannschaft am Dienstag, bei dem er bereits "WM-Fieber gespürt" habe. "Für mich persönlich war es toll, nach langer Zeit mal wieder bei der Nationalmannschaft zu sein, es ist extrem lange her, gefühlt zwei Jahre."

Löw sieht Neuer "absolut im Fahrplan"

Mit Blick auf die Weltmeisterschaft sah Bundestrainer Joachim Löw seine Nummer eins zuletzt "absolut im Fahrplan". "Die Ärzte haben mir versichert, dass alles absolut in Ordnung ist und es sehr gut aussieht", berichtete Löw am Donnerstag in Düsseldorf.

Sollte Neuer bis zu Beginn des Trainingslagers Mitte Mai allerdings nicht fit werden, werde es "schwierig, ihn zu nominieren". 

Kahn: "Prekäre Situation"

Ex-Nationaltorhüter Oliver Kahn hatte zuletzt im exklusiven SPORT1-Interview seine Bedenken bezüglich einer WM-Teilnahme Neuers zum Ausdruck gebracht.

"Es ist im Moment eine prekäre Situation", sagte Kahn im Hinblick auf Neuers Rückkehr auf den Rasen. "Irgendwann wird es auch für den Trainer schwierig. Der FC Bayern setzt ihn natürlich nicht unter Druck, aber irgendwann fragt sich der Trainer auch, wann kann ich ihn denn überhaupt noch bringen, gerade wenn es in die Endphase der Champions League geht."#

Kahn macht sich Sorgen um Neuer

Zwar habe er auch vor der EM 2016, als ihn eine Schulterverletzung im Saisonendspurt außer Gefecht setzte, bewiesen, dass er nicht viel Spielpraxis brauche.

Doch Kahn räumte ein: "Erstens ist er zwei Jahre älter geworden und zweitens braucht er diesmal auch Vertrauen, ob der Fuß wirklich hält. Ich glaube schon, dass er eine gewisse Zeit an Vorlauf benötigt. Daher sollte er in der Bundesliga noch das eine oder andere Spiel machen."

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