Hitzfeld verteidigt Bayern wegen Kovac
teilenE-MailKommentare

Ottmar Hitzfeld wundert sich über die Aufregung um Bayerns neuen Trainer Niko Kovac. Zudem lobt er den Rekordmeister für die "gute Wahl" und verteidigt den Kroaten.

Ottmar Hitzfeld hat sich angesichts der Aufregung um die Verpflichtung von Niko Kovac als neuer Trainer des FC Bayern München verwundert gezeigt. 

In einem Interview mit dem Schweizer Blick verteidigte der frühere FCB-Coach vielmehr den Noch-Trainer von Eintracht Frankfurt und lobte den Rekordmeister für dessen "gute Wahl". Bayerns Vorgehensweise bei dem Transfer verteidigte Hitzfeld dabei ausdrücklich: "Wenn Kovac eine Ausstiegsklausel hat, dann muss Bayern den anderen Klub nicht informieren. Das ist nicht nötig."

Dass Kovac "nicht lange überlegt, ist auch klar. Das war auch bei mir 2007, als Uli Hoeneß anrief. Ich sagte damals innerhalb von 20 Sekunden zu", so Hitzfeld. Und das alles ohne Verhandlung: "Man weiß ja, dass die Bayern dann eh großzügig sind."

Zoff zwischen Bayern und Bobic

Kovac soll in seinem Vertrag eine Ausstiegsklausel für Top-Klubs haben, die in der Champions League spielen - diese zog Bayern Mitte April dann auch. Wirbel gab es in der Folge vor allem um den Zeitpunkt der Bekanntgabe, was SGE-Sportvorstand Fredi Bobic auf die Palme brachte, weil er die Saisonziele der Eintracht in Gefahr sah.

Hitzfeld: Eintrachts Frust ist verständlich

Zudem verwunderte viele Experten der schnelle Vertragsabschluss zwischen den Münchnern und dem Frankfurt-Trainer. Laut Kovac sei der Deal aber am 12. April innerhalb von 24 Stunden perfekt gemacht worden. Nachdem sich beide Seiten anfangs Vorwürfe an den Kopf warfen, räumte Bayerns Sportdirekter Hasan Salihamidzic schließlich in einem klärenden Gespräch mit Bobic alle Probleme aus dem Weg.

Hier teilt Rummenigge erneut gegen Bobic aus

Hitzfeld kann den Frust der Hessen trotzdem gut verstehen: "Ist doch klar, dass er (Bobic) enttäuscht ist. Kovac hätte Frankfurt eine gute Zukunft garantiert."

Kovac "ist charakterlich einwandfrei"

Darüber hinaus fand der 69-Jährige nur lobende Worte für Kovac und die Bayern: "Er kennt den Druck bei Bayern als Spieler und die Menschen Hoeneß und Rummenigge. Er spielte 2001 bis 2003 unter mir. Mich beeindruckte, dass er ein Leader war, obwohl er keinen Stammplatz hatte."

Trotz Bayern-Trubel: So führte Kovac die Eintracht ins Finale

Hitzfeld betonte: "Er hat von der Bank die Spieler immer angespornt, er ist charakterlich einwandfrei."

In Frankfurt kehrt Ruhe ein

In Frankfurt haben sich mittlerweile die Wogen auch geglättet: "Wer mich ein bisschen besser kennt, der weiß, dass da nichts hängen bleibt", sagte Bobic in der Welt. "Natürlich war die Stimmung an den ersten ein, zwei Tagen zwischen uns etwas getrübter. Es war nicht so locker wie sonst. Aber wir können uns ganz normal in die Augen schauen. Es ist alles klar zwischen uns."

Erst recht, nachdem die Frankfurter unter Kovac zum zweiten Mal in Folge im DFB-Pokalfinale stehen. In Berlin wartet dann ausgerechnet der FC Bayern auf die Eintracht und Kovac. 

Nächste Artikel
previous article imagenext article image