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Lars Stindl (r.) provozierte den Platzverweis von Nabil Bentaleb
Lars Stindl (r.) provozierte den Platzverweis von Nabil Bentaleb © Imago
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Gelsenkirchen - Schalke rettet nach langer Unterzahl ein Remis gegen Gladbach, der Videobeweis sorgt erneut für Diskussionen. Im Mittelpunkt: Gladbach-Kapitän Lars Stindl.

Christian Heidel verstand die Welt nicht mehr, Rotsünder Nabil Bentaleb verglich Lars Stindl mit einem "Baby", Gladbachs Christoph Kramer ging die ganze Diskussion nur noch auf die Nerven:

Nach dem doppelten Videobeweis beim hitzigen 1:1 (1:1) zwischen Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach gerieten beide Teams kräftig in Wallung. Am Ende waren dennoch alle irgendwie zufrieden. (Die Tabelle der Bundesliga)

Bentaleb fliegt vom Platz

"Die Rote Karte war nix, der Elfmeter war auch nix", sagte Weltmeister Kramer zu den beiden umstrittenen Szenen in der ersten Halbzeit: Erst sah Schalkes Bentaleb schon nach zwölf Minuten Rot, weil seine Hand im Gesicht von Lars Stindl landete und dieser prompt zu Boden ging.

Wenige Minuten später blieb Stindl mit dem Fuß im Rasen hängen, knickte böse um und musste verletzt ausgewechselt werden.

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Kurz vor der Pause erhielt Schalke nach Studium der TV-Bilder dann einen Handelfmeter zugesprochen, den Daniel Caligiuri (45.+3) zum Endstand verwandelte. (Der Tabellenrechner der Bundesliga)

"Er reagiert wie ein Baby"

Umstritten war vor allem der äußerst frühe Platzverweis. Bentaleb entschuldigte sich zwar in der Kabine bei der Mannschaft, empfand Rot aber als überzogen.

"Ich habe es mir zehnmal angeschaut. Ich berühre ihn leicht, und er reagiert wie ein Baby - das ist unsportlich", sagte der 23-Jährige in Richtung Stindl, der sich arg theatralisch hatte fallen lassen. Sportvorstand Christian Heidel meinte mit einem Augenzwinkern, dem Gladbacher sei offenbar "ein bisschen schwindlig" geworden.

Schiedsrichter Harm Osmers hatte Bentaleb zunächst Gelb gezeigt, änderte seiner Entscheidung nach Einschreiten des Videoschiedsrichters aber in Rot. Fast 80 Minuten lang musste Schalke somit in Unterzahl spielen, geriet durch Raffael (32.) auch in Rückstand, rettete mit viel Moral aber das Remis. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

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Auch beim Ausgleich hatte Osmers' erste Entscheidung nicht lange Bestand: Nach Kramers Handspiel ließ er zunächst weiterspielen, zeigte nach Ansicht der TV-Bilder aber auf den Punkt.

"Das war eine natürliche Handbewegung. Da kann ich nichts für", sagte Kramer entschuldigend und war überzeugt: "Wenn es die Rote Karte nicht gibt, pfeift er auch den Elfmeter nicht."

Heidel widerspricht Hecking

Schalkes Heidel konnte da nur mit dem Kopf schütteln und widersprach auch dem Gladbacher Trainer: "Da kein Handspiel zu sehen, ist wagemutig. Das war nicht aus einem Meter Entfernung, wie Dieter Hecking das sieht, das waren zwei oder drei Meter", meinte Heidel. (Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Das Kuriose: Trotz aller Diskussionen waren am Ende beide Seiten irgendwie zufrieden. Schalke, weil die Champions League weiter zum Greifen nahe ist. Und Gladbach, weil Platz sieben wieder in Reichweite ist.

Zudem kündigte Heidel an, dass der bis 2019 laufende Vertrag mit Trainer Domenico Tedesco im Sommer verlängert wird. "Die Verlängerung kommt, egal ob Champions League oder nicht", sagte Heidel.

Das Restprogramm:

SCHALKE 04 
(A) FC Augsburg
(H) Eintracht Frankfurt

BORUSSIA MÖNCHENGLADBACH
  
(H) SC Freiburg  
(A) Hamburger SV

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