vergrößernverkleinern
Spielerberater Jorge Mendes
Spielerberater Jorge Mendes betreut unter anderem Bayern-Star James Rodriguez sowie Cristiano Ronaldo © imago
teilenE-MailKommentare

Im deutschen Fußball sind in den vergangenen Monaten fast 200 Millionen Euro an Spielervermittler geflossen. Das ist fast ein Viertel mehr als die bisherige Rekordsumme des vergangenen Jahres.

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) haben bekannt gegeben, wie viele Millionen Euro an Beraterhonoraren im letzten Jahr in der ersten und zweiten Bundesliga geflossen sind.

In der 1. Liga wurden in der Zeit vom 15. März 2017 bis 15. März 2018 rund 197,75 Millionen Euro an Spielervermittler überwiesen, in der 2. Liga waren es 14,14 Millionen Euro. Das ist fast ein Viertel mehr als die bisherige Rekordsumme des vergangenen Jahres.

Neuer Bundesliga-Rekord

Die hohen Ausgaben für Spielerberater stehen schon länger in der Kritik. 2017 enthüllten Der Spiegel und Football Leaks schmutzige Machenschaften und Details, aberwitzige und horrende Summen - und bemängelten den wachsenden Einfluss der Spielervermittler im Transferwahnsinn. Dem Enthüllungsbericht zufolge sollen sich die Ausgaben im europäischen Fußball in den vergangenen fünf Jahren gar verdoppelt haben.

Die Zahlen der DFL und des DFB beinhalten konkret: Provisionszahlungen von Klubs an Vermittler bei Abschluss oder bei Verlängerung eines Arbeitsvertrages mit einem Spieler sowie Zahlungen im Zusammenhang mit Transfers. Vor einem Jahr wurden in der Bundesliga noch 146,78 Millionen Euro an Berater bezahlt und in der 2. Liga 18,65 Millionen Euro.

2016 veröffentlichte die DFL noch detailliert, wie viel Geld jeder Profi-Klub in der vorangegangenen Saison an Beraterhonoraren gezahlt hatte. Dagegen wehrten sich allerdings sehr viele Vereine. Selbst DFL-Chef Christian Seifert erklärte im Nachhinein, dass dies in den Top-Ligen von England, Italien und Spanien nicht üblich sei.

Verschärfung des Financial Fair Play?

Bei der geplanten Verschärfung des Financial Fair Plays durch die UEFA und die Club-Vereinigung ECA sind die Spielerberater auch ein großes Thema. Beide Organisationen wollen die Klubs zukünftig dazu verpflichten, ihre Finanzberichte sowie ihre Zahlungen an die Agenten zu veröffentlichen. Des Weiteren sehen einige Vereine auch nicht ein, dass sie die Berater ihrer Profis bezahlen sollen.

Die Spielerberater selbst haben sich in Deutschland schon 2007 zur Deutschen Fußballspieler-Vermittler Vereinigung (DFVV) zusammengeschlossen. Beim DFB sind in der laufenden Saison 341 Vermittler registriert. Diese sind aber nicht nur in der ersten oder zweiten Bundesliga tätig, sondern auch in der 3. Liga flossen rund drei Millionen Euro an die Spielerberater. In der Frauen-Bundesliga waren es dagegen nur 238.932 Euro.

Nächste Artikel
previous article imagenext article image