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Hertha BSC ist gegen den Ausbau des Olympiastadions
Hertha BSC ist gegen den Ausbau des Olympiastadions © Getty Images
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Hertha BSC will raus aus dem altehrwürdigen Olympiastadion. Geschäftsführer Ingo Schiller ist von einem Umbau der bisherigen Spielstätte nicht begeistert.

Bundesligist Hertha BSC macht weiter kräftig Werbung für den Neubau einer reinen Fußball-Arena.

Geschäftsführer Ingo Schiller betonte am Montag vor der Mitgliederversammlung erneut die Vorteile eines neuen Stadions gegenüber eines möglichen Umbaus des Olympiastadions, der aktuellen Heimstätte der Hertha. Letzter wird jedoch bisweilen vom Berliner Senat favorisiert.

"Die Umbaukosten wären sehr hoch. Das wäre etwas, das der Senat oder das Land Berlin tragen müsste. Ein solcher Umbau würde dann den Anforderungen trotzdem nicht gerecht werden. Es gibt ja einen Grund, warum 17 Bundesligisten keine Laufbahn haben", sagte Schiller mit Blick auf die ausbaufähige Atmosphäre im meist nur halbvollen Stadion. 

Neubau privat finanziert

Außerdem seien die Betriebskosten im Olympiastadion laut Schiller "sehr hoch". Der wirtschaftliche Aspekt sei im Falle eines Umbaus grundsätzlich ein sehr bedeutender. Immerhin würde jener laut Schiller "einen signifikanten dreistelligen Millionenbetrag" kosten. Sollte die Entscheidung auf einen Neubau fallen, würde dieser jedoch komplett privat finanziert. Die finanzielle Größenordnung gab Schiller noch nicht preis. 

Am vergangenen Dienstag hatten sich Vereinsvertreter mit Innen-und Sportsenator Andreas Geisel getroffen, die Politik hatte daraufhin beide Stadion-Szenarien für technisch machbar erklärt. Die Landesregierung zögert jedoch, weil sie nicht nur finanzielle Einbußen durch den Wegfall der Miete (Vertrag bis 2025) fürchtet, sondern auch die generelle Konkurrenz einer neuen Arena, die ebenfalls im oder nahe des Olympiaparks ansässig wäre.

Abgeordnetenhaus entscheidet

Neben baulichen Kniffen wie die Verlagerung des neuen Stadions zu 70 Prozent außerhalb des Olympiapark-Geländes und der Absenkung der Arena, um den Gedenkmal-Status des Olympiastadions zu wahren, soll es auch eine Konkurrenzausschlussklausel geben. Jene würde eine Verlegung von Events aus dem Olympiastadion in die neue Spielstätte verbieten. Auch brachte Geisel jüngst die Idee ins Spiel, trotz eines Neubaus einige Spitzenspiele Herthas weiterhin im Olympiastadion auszutragen.

Schiller war darüber nicht begeistert. Hertha wolle sämtliche Heimspiele im neuen Stadion durchführen. Das letzte Wort bei der Entscheidung hat am Ende das Berliner Abgeordnetenhaus. Zunächst aber werden am kommenden Freitag beide Varianten dem Sportausschuss des Bundestages vorgestellt.

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