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Julian Nagelsmann spielt nächstes Jahr mit Hoffenheim in der Champions League
Julian Nagelsmann spielt nächstes Jahr mit Hoffenheim in der Champions League © Getty Images
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Nach Platz drei spielt TSG Hoffenheim in der kommenden Saison in der Champions League. Trainer Julian Nagelsmann erklärt, wie er den Weg aus der Krise meisterte.

Die Mehrfachbelastung, die Abgänge mehrer Leistungsträger und der Wirbel um das angebliche Interesse des FC Bayern München schienen Julian Nagelsmann aus der Bahn zu werden. Doch am Ende stand er mit 1899 Hoffenheim auf Platz 3 und war damit sogar noch erfolgreicher geworden als vorher.

Nun spricht der Trainer über die Gründe für die beste Saison der Klub-Geschichte - und die Planungen für die erste Spielzeit in der Champions League.

"Wir haben hier keinen Meisterschaftskader und müssen Spieler entwickeln, um solch außergewöhnliche Erfolge zu feiern. Dafür brauchen wir die absolute Bereitschaft der Spieler und keine Profis, die vor allem ihr eigenes Süppchen kochen. Wir haben einen außergewöhnlichen Geist in der Gruppe", erklärte der 30-Jährige im Vereinsmagazin Spielfeld

Der mit Platz drei belohnte Schlussspurt seiner Mannschaft war seiner Meinung nach auch die Folge einer "noch größeren Eigendynamik innerhalb der Mannschaft als im Vorjahr". Die Mannschaft sei "nach vielen Enttäuschungen und schlechten Ergebnissen extrem stark zurückgekommen".

Nagelsmann: Besser als vor der Krise

In der Hinserie sammelte Nagelsmann wichtige Erfahrungen: "Das war schon eine unangenehme Zeit, weil ich Misserfolg nicht so kenne. Es ging in meiner Laufbahn bislang ja immer nach oben - auch tabellarisch. Viele haben gesagt, man ist erst ein richtig guter Trainer, wenn man aus der ersten Krise raus ist. Das bin ich jetzt offensichtlich, und ich wusste vorher wirklich nicht, wie man eine Krise bewältigt. Letztendlich habe ich ein paar mehr Gespräche geführt, einen größeren Stammspielerkreis gebildet und bin mir treu geblieben."

Durch den Erfolg sieht sich der Coach in seiner Herangehensweise bestätigt: "Es gab wirklich Momente, in denen ich den Gedanken hatte, alles anders zu machen, aber im Endeffekt wollte ich das nicht, sondern lieber meine Art zu spielen und meine Fußball-DNA beibehalten."

Die Diskussionen über sein Alter und seine mangelnde Erfahrung im Profi-Bereich hält er nun für beendet. "Ich bin ganz ehrlich, die ganzen Reden bezüglich meines Alters oder der nie erlebten Krise gingen mir unendlich auf die Nerven. Diese oberflächlichen Behauptungen haben mich gestört, darum freut es mich unglaublich, dass wir diese Vorurteile als Gruppe widerlegt haben."

Nagelsmann: Kaderplanung eine "Gratwanderung"

Für Nagelsmann wird die Kaderplanung vor der ersten Saison in der Gruppenphase der Champions League "zur Gratwanderung". Zwar gehe der 30-Jährige nicht von einem frühen Scheitern aus - falls doch, würden zu viele Spieler aber zu einem großen Problem werden.

"Wenn man in der Vorrunde ausscheidet, hat man in der Rückserie nur noch ein Spiel pro Woche, aber fast 30 Spieler im Kader", sagte Nagelsmann: "Darunter leidet auch die Trainingsqualität. Und wenn man wie ich auf einen festen Stamm setzt, ist die Zahl unzufriedener Spieler natürlich noch höher." 

TSG-Sportchef Alexander Rosen hatte bereits angekündigt, eher konservativ für die Königsklasse planen zu wollen. "Wir bekennen uns zum Wachstum, aber zum sinnvollen Wachstum - Schritt für Schritt", sagte der Manager, der mit einem Lizenzspieler-Etat von rund 50 Millionen Euro rechnet.

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