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Philadelphia - Neben seiner einrasierten 7 ist die Kapitänsbinde ein weiteres USA-Markenzeichen von Franck Ribery. Im Gespräch mit SPORT1 erklärt Trainer Niko Kovac den Wert des Franzosen.

Seine Nummer 7 hat sich Franck Ribery noch vor der Abreise nach Philadelphia in die Haare rasiert.

Es ist nicht das einzige Markenzeichen des dienstältesten Bayern-Profis: Denn stolzer denn je trägt der 35-Jährige auf der USA-Reise der Bayern auch die Kapitänsbinde.

Ribery, der Kovac-Kapitän

"Franck ist seit elf Jahren hier. Von daher ist es völlig klar, dass so ein erfahrener und verdienter Spieler unsere Kapitänsbinde trägt - genauso wie es Arjen Robben in der zweiten Hälfte gegen Juventus tat. Ich denke, das ist für jeden ersichtlich und verständlich", sagt Trainer Niko Kovac im Gespräch mit SPORT1.

Kovac verrät Plan mit Ribery

Ribery scheint diese Form der Anerkennung zu beflügeln. Zwar kassierte seine Elf gegen Juve beide Gegentore in der ersten Halbzeit, die zugleich den Endstand bedeuteten. Der Rechtsfuß war auf links aber dennoch einer der wenigen Lichtblicke. Der Franzose wirbelte, war immer wieder anspielbereit und hatte Zug zum Tor.

Robben trotz Pleite gegen Juve zufrieden

Eigenschaften, die den Ex-Nationalspieler seit seinem Wechsel zu den Bayern 2007 ohnehin auszeichnen. Eigenschaften, die die Bayern-Fans höchstwahrscheinlich aber nur noch diese Saison zu Gesicht bekommen.

FC Bayern: Riberys Erben stehen bereit

Bekanntermaßen läuft der Vertrag des Publikumslieblings am Ende dieser Saison aus. Eine erneute Vertragsverlängerung scheint ob der jungen und hochtalentierten Nachfolger-Optionen wie Kingsley Coman und Serge Gnabry unwahrscheinlich. Zumal Ribery mit über zehn Millionen Euro Brutto-Gehalt noch immer zu den Topverdienern im Bayern-Kader zählt.

Er wird wissen, dass es möglicherweise die letzte Sommer-Vorbereitung mit den Bayern ist. Negativ beeinflussen tut es ihn bislang nicht. Auch nicht, dass er die Binde nach der USA-Reise wohl an Vorjahres-Kapitän Manuel Neuer abgeben muss.

Kovac von Riberys Einstellung beeindruckt

Dass Ribery noch immer angriffslustig und ehrgeizig ist, sagt Kovac, "hat man in der ersten Halbzeit gesehen". Der Kroate: "Er hat sich total geärgert, dass wir 0:2 hinten lagen. Das zeigt seinen Charakter und seine Einstellung zum Beruf. Er möchte jedes Spiel gewinnen, egal ob es ein Testspiel oder ein Spiel im Training ist. Ich freue mich, dass ich so einen qualitativ und charakterlich guten Spieler habe."

Ribery bestätigte den Eindruck seines Trainers, sagte: "Natürlich war es nur ein Freundschaftsspiel, aber ich will immer gewinnen. Wir haben bis jetzt gut gearbeitet. Es ist aber noch nicht perfekt."

Der perfekte Abschied für Ribery wären indes weitere Titel in seinem ohnehin schon prallgefüllten Trophäen-Schrank. Im Bayern-Dress feierte Europas Fußballer des Jahres 2013 acht Meisterschaften, wurde fünf Mal DFB-Pokalsieger, gewann zudem die Champions League.

Ribery sorgt für beste Stimmung

Um sich vielleicht sogar erneut mit dem Triple zu verabschieden, brauchen die Bayern eine perfekte Saison - und einen Kader, der sich, wie in der Triple-Saison 2013 zu Höchstleistungen pusht. Auch deshalb ist Ribery darum bemüht, als Routinier und Kapitän voranzugehen und vor allem den zahlreichen Jugendspielern Vorbild zu sein. Ribery: "Wir haben viele junge Spieler dabei. Die Jungen machen es gut, wir müssen positiv mit ihnen sein. Die Stimmung ist immer gut."

Dafür sorgt vor allem Spaßvogel Ribery. Er scherzt nicht nur mit den arrivierten Stars, er tut es auch mit den bislang unbekannten Top-Talenten im Kader. Er respektiert sie, pusht und motiviert sie, wenn es sein muss. Dieses Verhalten ist in den Trainings-Einheiten und im Spiel zu beobachten.

Wohl auch deshalb ist Ribery derzeit der Kovac-Kapitän.

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