Kovac spricht Machtwort im Fall Boateng
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München - Nichts wird es mit einem Wechsel zu PSG! Jerome Boateng bleibt beim FC Bayern. Welche Konsequenzen hat das für die Innenverteidigung? SPORT1 klärt auf.

Niko Kovac war erleichtert. "Er wird hier bleiben", sagte der Trainer des FC Bayern  auf der Pressekonferenz vor dem zweiten Bundesliga-Spieltag gegen den VfB Stuttgart (Sa., ab 18.30 Uhr im LIVETICKER) über Jerome Boateng.

Der 29 Jahre alte Abwehrchef hatte zu Beginn des Sommers noch mitgeteilt, eine neue Herausforderung im Ausland suchen zu wollen.

Ein wochenlang im Raum stehender Wechsel zum französischen Meister Paris Saint-Germain kam aber auch am letzten Tag der Transferperiode nicht zustande. Ganz zur Freude seines Coaches.

"Jerome ist ein Weltklasse-Innenverteidiger", schwärmte Kovac und versicherte, der Weltmeister von 2014 werde auch trotz seines geplatzten Wunsches weiterhin 100 Prozent für den Rekordmeister geben und sich "aufopfern".

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Süle auf einer Stufe mit Boateng und Hummels

Boateng selbst untermauerte diese Aussage. Obwohl er "gute Gespräche" mit PSG-Trainer Thomas Tuchel geführt habe, brenne er weiterhin für die Bayern, sagte Boateng der Welt.

Durch den Verbleib des Nationalspielers kommt ein Luxusproblem auf Kovac zu. Mit Mats Hummels (29) und Niklas Süle (22) stehen ihm schließlich zwei weitere Top-Männer für das Abwehrzentrum zur Verfügung.

Der Bayern-Coach meint dazu: "Ich weiß nicht, ob es in Europa einen Verein gibt, der drei solche Innenverteidiger hat. Im Grunde genommen ist es egal, wen ich spielen lasse."

Wie plant der 46-Jährige mit dem Trio? "Alle drei sind auf einem Niveau, da gibt es keine Unterschiede", sagte Kovac. In der Innenverteidigung können aber nur zwei spielen.

Boateng und Süle hatten zuletzt die Nase vorne. Hummels saß beim Auftaktsieg gegen die TSG Hoffenheim 90 Minuten lang auf der Bank und verließ anschließend wortlos das Stadion.

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Kovac und das Rotationsprinzip

"Leute, lasst euch nicht gleich verrückt machen. Ich sage fast nie was, wenn ich nicht gespielt habe", erklärte Hummels im Nachhinein auf Twitter. Ob er auch so cool bleibt, wenn er häufiger auf die Bank muss?

Kovac jedenfalls ließ am Freitag offen, wer gegen Stuttgart von Beginn an spielt. Es sei nur wichtig, dass man während einer Saison mit bis zu 50 Pflichtspielen "rotieren" könne, betonte er.

"Die beiden, die spielen, haben ein äußerst hohes fußballerisches und taktisches Niveau", sagte Kovac und kündigte einen regelmäßigen Wechsel an.

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Getreu dem Motto "Konkurrenz belebt das Geschäft" will sich der Nachfolger von Jupp Heynckes alle Optionen offen halten. Schon bei seinem Ex-Klub Eintracht Frankfurt vertraute er auf das Rotationsprinzip, um seine Stammkräfte zu entlasten und seine Reservisten bei Laune zu halten.

"Ich bin kein Freund davon, dass einer drei, vier Spiele hintereinander spielt, denn die Belastung wird hoch sein", erklärte Kovac auf SPORT1-Nachfrage. "Deswegen muss man den Spielern auch mal die Möglichkeit geben, zu regenerieren. Nicht nur körperlich, sondern auch mental."

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"Es geht darum, dass Jerome gesund bleibt"

Gerade in der ersten Saisonhälfte, in der die Bayern vor allem in der Champions League noch lösbare Aufgaben vor der Brust haben, ist mit einigen Rochaden zu rechnen.

Kovac könnte zum Beispiel noch Defensiv-Ass Javi Martinez (29) oder Eigengewächs Lars-Lukas Mai (18) in der Innenverteidigung einsetzen. Auch vor dem Hintergrund, dass Boateng verletzungsanfällig ist und hin und wieder Pausen benötigt.

"Es geht nur darum, dass Jerome körperlich gesund bleibt", weiß Kovac. In der vergangenen Saison kam der Rechtsfuß wegen diverser Blessuren nur auf 19 Einsätze in der Bundesliga, im Jahr zuvor waren es 13.

Auch deshalb waren die Bayern-Bosse Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge überhaupt bereit gewesen, Boateng ziehen zu lassen. Kovac aber gab mehrfach zu verstehen, auf einen Verbleib des Routiniers zu hoffen.

Sein Wunsch wurde erfüllt.

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