Heidel erklärt den Mega-Deal mit Kehrer und PSG
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München und Gelsenkirchen - Spektakulärer Abgang bei Schalke 04: Youngster Thilo Kehrer wechselt zu Paris Saint-Germain und Thomas Tuchel. Der Klub kassiert eine hohe Ablöse.

Transfer-Paukenschlag beim FC Schalke 04: Thilo Kehrer wechselt mit sofortiger Wirkung zu Paris Saint-Germain mit dem deutschen Trainer Thomas Tuchel.

Letzte Details wie der Medizincheck in Paris stehen zwar noch aus, Schalke-Manager Christian Heidel bestätigte am Sonntagmittag jedoch die Einigung zwischen den beiden Vereinen und den bevorstehenden Abgang des 21 Jahre alten U21-Europameisters.

"Wir haben uns gestern in der Nacht auf einen Vertrag mit PSG geeinigt", erklärte Heidel, im Laufe des Tages seien die letzten Details geklärt worden: "Dieser Transfer hat eine wirtschaftliche Dimension, bei der Schalke 04 nicht Nein sagen kann."

Laut Bild soll sich die Ablösesumme auf rund 37 Millionen Euro belaufen.

Zweitteuerster Transfer der Schalke-Geschichte

Den genauen Betrag wollte Heidel auf Nachfrage zwar nicht nennen, erklärte aber, es sei "der zweitteuerste Transfer der Vereinsgeschichte. Es ist auch der teuerste Wechsel eines Innenverteidigers in Deutschland und sicherlich auch der teuerste Wechsel eines Spielers mit nur noch einem Jahr Vertragszeit."

Dies spricht sogar für eine noch höhere Ablöse: Für Leroy Sane kassierten die Schalker 2016 rund 50 Millionen Euro von Manchester City, für den 2015 gewechselten Julian Draxler sollen rund 43 Millionen Euro vom VfL Wolfsburg nach Gelsenkirchen geflossen sein - die ursprüngliche Ablöse ohne Bonuszahlungen lag aber wohl unter 40 Millionen Euro.

Ursprünglich hatte Schalke den Vertrag des Innenverteidigers, der auch im defensiven Mittelfeld eingesetzt werden kann, bis 2022 verlängern wollen. Laut Heidel habe es sogar schon eine Einigung zwischen den Königsblauen, Kehrer und dessen Berater Roger Wittmann gegeben. Dann jedoch sei die Anfrage von PSG gekommen - Kehrer und Wittmann hätten jedoch keinerlei Druck auf Schalke ausgeübt.

Heidel schwärmt von Thilo Kehrer

"Mir ist es wirklich wichtig, Thilo da herauszuheben. Ich habe selten einen so loyalen, aufgeräumten Jungen erlebt, bei dem man gespürt hat, wie wichtig ihm Schalke 04 ist", betonte Heidel. Kehrer habe ihm sogar zugesichert, dass er zu der ausgehandelten Vertragsverlängerung stehen werde, sollten die Gespräche zwischen Schalke und Paris scheitern.

Dass Kehrer noch am Sonntagmorgen bei der Präsentation des Schalker Kaders für die neue Saison mit auf den Platz gelaufen sei, war indes ein expliziter Wunsch von Heidel, weil noch einige Punkte in der Abmachung mit PSG final zu klären waren.

"Ich habe Thilo gebeten, aufs Feld zu laufen. Wenn wir Thilo nicht präsentiert hatten, wäre unsere Verhandlungsposition natürlich von einer Sekunde auf die andere deutlich geschwächt worden", erklärte Heidel.

Schalke verlängert mit Trainer Tedesco

Seinen Vertrag auf Schalke verlängert hat dagegen Trainer Domenico Tedesco. Wie der Vizemeister am Sonntagmorgen bekanntgab, unterschrieb der 32-Jährige ein neues Arbeitspapier bis 2022.

"Kontinuität ist eine wichtige Grundlage für die Ziele, die wir uns für Schalke 04 in den kommenden Jahren gesteckt haben. Gerade auf der Position des Cheftrainers, der in sportlicher Hinsicht für mich der wichtigste Mann in einem Fußballverein ist", erklärte Heidel zur Vertragsverlängerung mit seinem Erfolgscoach.

Tedesco betonte: "Ich habe immer gesagt, dass ich mich auf Schalke enorm wohlfühle. Mir macht die Arbeit mit unserer Mannschaft außerordentlich Spaß, weil sie immer bereit ist, die notwendigen Schritte konsequent mitzugehen, damit wir uns sportlich weiterentwickeln können."

Heidel dementiert Gerüchte um Draxler

Dass zu dieser sportlichen Weiterentwicklung eine Rückholaktion von Julian Draxler gehören könnte, verwies Heidel entgegen anderslautender Gerüchte aus Italien jedoch ins Reich der Fabel.

Er habe in den vergangenen Wochen viel mit dessen aktuellem Arbeitgeber PSG und Berater Wittmann zu tun gehabt, "aber in den dreiwöchigen Gesprächen ist der Name Julian Draxler nicht ein einziges Mal gefallen".

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