Das sagt Favre zum Offensivrausch des BVB
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Dortmund und München - Borussia Dortmund ballert sich mit der 7:0-Gala gegen Nürnberg auf Platz zwei. Vor allem die jungen Wilden liefern ab. Lucien Favre ist begeistert.

Georg Margreitter kratzte sich entgeistert am Kopf. Die Bestürzung stand dem Abwehrspieler des 1. FC Nürnberg nach der Schmach von Dortmund förmlich ins Gesicht geschrieben.

"Um ehrlich zu sein, bin ich absolut geflasht. Das tut mir als Verteidiger sehr weh. Man kann hier verlieren, aber 0:7 ist einfach nur heftig", sagte Margreitter.

Der BVB hatte den Aufsteiger nach allen Regeln der Kunst abgefertigt. Neben den sieben Toren standen am Ende 73 Prozent Ballbesitz, eine Passquote von 93 Prozent bei einer Gesamtzahl von 865 Pässen sowie ein Torschussverhältnis von 19:4 auf der Haben-Seite der Schwarz-Gelben.

BVB-Coach Favre hat Spaß

"Es braucht noch Zeit, die Mannschaft zu formen, aber es macht mir sehr viel Spaß. Es war ein schönes Spiel für uns", freute sich Trainer Lucien Favre über den dominantesten Auftritt unter seine Regie. 

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Beim höchsten Sieg seit 32 Jahren stachen neben Doppeltorschütze Marco Reus (29) vor allem die jungen Wilden hervor. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Traum-Debüt für Hakimi

Achraf Hakimi (19) erlebte ein Traum-Debüt. Der Leihspieler von Real Madrid verteidigte auf der rechten Abwehrseite sicher und traf obendrein sehenswert zum vorentscheidenden 3:0. 

"Wir haben einen guten Job gemacht", sagte der Marokkaner im Anschluss: "Es war ein gutes Gefühl, mein erstes Tor für den BVB zu erzielen." 

Neben Hakimi feierten auch der Däne Jacob Bruun Larsen (20) und der Schweizer Manuel Akanji (23) ihre Tor-Premieren in der Bundesliga.

Bruun Larsen und Pulisic zaubern

Gerade Bruun Larsen, nach seiner Leihe beim VfB Stuttgart von Favre im Sommer höchstpersönlich zurückbeordert, zeigte mit seinem Tempo, seiner Leidenschaft und seiner Kombinationsfreude, warum er aktuell zurecht die Nase vor anderen Offensivspielern wie Marius Wolf, Shinji Kagawa, Mario Götze oder Paco Alcacer hat. 

"Wir trauen ihm eine ähnliche Entwicklung zu, die bereits andere ehemalige A-Jugendliche wie Christian Pulisic genommen haben", sagte Sportdirektor Michael Zorc zuletzt nicht grundlos über das Eigengewächs.

© iM Football

Der seit Wochen überragende Pulisic (20) hatte den Führungstreffer von Bruun Larsen glänzend vorbereitet. "Man hat heute schon gesehen, welche Qualität in der Offensive steckt", bilanzierte Sebastian Kehl, der Leiter der Lizenzspielerabteilung, rundum zufrieden.

"Waffe" Sancho mit Fabelzahlen

Sonderlob holte sich nach der Gala gegen den Club auch Jadon Sancho (18) ab. Der Engländer kam in der 74. Minute für den starken Bruun Larsen in die Partie und schraubte das Ergebnis mit einem Tor und einem Assist weiter in die Höhe.

"Es spricht für jeden, dass die Jungs ihre Chance nutzen, wenn sie Einsatzminuten bekommen", schwärmte Routinier Marcel Schmelzer: "So müssen die Jungs antworten, die von der Bank kommen."

Hartes Urteil: "Götze entwickelst du nicht mehr"

Sancho zählt ohnehin zu den effektivsten Akteuren des BVB. Nach 787 Bundesliga-Minuten kann der Flügelflitzer zwei Treffer und sieben Vorlagen vorweisen. Damit ist er alle 87,4 Minuten an einem Tor beteiligt. Ein Fabelwert für einen 18-Jährigen.

"Das ist schon Wahnsinn", kommentierte Kapitän Reus die Statistik seines Kollegen. "Der Gegner weiß, wenn Jadon eingewechselt wird, dass da eine Waffe kommt. Wir sind froh, dass wir ihn in der Hinterhand haben."

"Müssen weiter hart arbeiten"

Trainer Favre will die erfrischende Leistung vor heimischer Kulisse, die sein Team auf Platz zwei katapultierte, aber nicht zu hoch hängen. (Die Tabelle der Bundesliga)

"Wir haben viele sehr junge Spieler, die brauchen Zeit trotz ihres großen Potenzials. Es gibt noch viel Arbeit für uns", mahnte der 60 Jahre alte Schweizer.

Schließlich steigt am Samstag eine echte Bewährungsprobe bei Bayer Leverkusen. Die sich nach zwei Siegen im Aufwind befindende Werkself - so viel ist sicher - wird den jungen Wilden mehr abverlangen als die defensivschwachen Nürnberger.

Dann können die "Young Guns" des BVB zeigen, wie gefährlich sie wirklich sind.

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