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Uli Hoeneß (r.) ist bei den meisten Heimspielen der Bayern-Basketballer vor Ort
Uli Hoeneß stellt sich hinter seinen Freund Martin Winterkorn, der ins Visier der Justiz geraten ist © Getty Images
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München - Zwei Aufsichtsräte des FC Bayern sind ins Visier der Justiz geraten. Präsident Uli Hoeneß verteidigt das Festhalten an den Top-Managern Winterkorn und Stadler.

Uli Hoeneß hat das Festhalten an Martin Winterkorn und Rupert Stadler als Aufsichtsratsmitglieder des FC Bayern München verteidigt. 

Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung verwies der Präsident des Rekordmeisters darauf, dass beide Top-Manager in der Dieselaffäre vorerst lediglich als Beschuldigte gelten. 

"Solange das bei Martin Winterkorn und Rupert Stadler so ist, muss ich nicht hergehen und alles vergessen, was sie in vielen Jahren für den FC Bayern getan haben", sagte Hoeneß. "In schwierigen Zeiten zeigt sich, wer wo steht und was eine Freundschaft wert ist."

Der frühere Volkswagen-Chef Winterkorn ist in den USA wegen Betrugs angeklagt. Er wird per internationalem Haftbefehl gesucht. Der beurlaubte Audi-Boss Stadler sieht sich demselben Vorwurf ausgesetzt. Er sitzt wegen Verdunklungsgefahr in Untersuchungshaft. 

Ungeachtet der Vorwürfe üben beide ihr Mandat als Aufsichtsrat beim Rekordmeister weiter aus. Aus dem Klub heraus gab es bislang kein öffentliches Bestreben, daran etwas zu ändern. Hoeneß ist Vorsitzender des Gremiums.

Hoeneß stellt klar: "Winterkorn bleibt mein Freund"

Die Haltung des Vereins war zuletzt kontrovers diskutiert worden. Die Sport- und Anti-Korruptionsbeauftragte von Transparency International Deutschland, Sylvia Schenk, warnte im Business Insider, Winterkorns Abberufung könnte "wie eine Vorverurteilung aussehen". 

Die Sprecherin für Sportpolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Monika Lazar, rief in der Welt dagegen dazu auf, Winterkorns Mitgliedschaft im Aufsichtsrat angesichts der schweren Vorwürfe "zu überdenken, ruhen zu lassen oder ganz darauf zu verzichten". 

Mit Hoeneß bezog nun erstmals ein Verantwortlicher der Bayern Stellung zu der Sache. "Wir sind hier keine Richter. Ich plädiere auch nicht dafür, ihn von allem freizusprechen", sagte er der FAS in Bezug auf Winterkorn. "Im Fall einer Anklage hätten wir eine andere juristische Situation. Wenn sich die Vorwürfe bewahrheiten sollten, wird das Konsequenzen haben." 

Hoeneß selbst hatte 2013 bis zu seiner Verurteilung wegen Steuerhinterziehung auch an seinen Ämtern als Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender festgehalten - gegen öffentlichen Widerstand. 

Mit Blick auf einen möglichen Schuldspruch gegen Winterkorn stellte er jetzt fest: "Mein persönliches Verhältnis würde das nicht ändern. Martin Winterkorn bleibt mein Freund."

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