Einigkeit nach Video-Wirbel: Streich klatscht mit Dardai ab
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Berlin - Hertha BSC verspielt gegen den SC Freiburg eine frühe Führung durch Ondrej Duda. In der Schlussphase sorgt der Videobeweis für Wirbel.

Hertha BSC hat durch die Intervention des Videoassistenten den möglichen Sprung auf Tabellenplatz drei verpasst.

Die Berliner mussten sich zu Hause gegen den SC Freiburg trotz spielerischer Überlegenheit mit einem 1:1 (1:1), dem 300. Unentschieden ihrer Bundesliga-Geschichte, begnügen. Im vierten Heimspiel der Saison gab das Team von Trainer Pal Dardai erstmals Punkte ab. (Die Tabelle der Bundesliga)

In der Schlussphase gab es Aufregung um eine Schiedsrichterentscheidung. Nachdem der eingewechselte Palko Dardai im Duell mit Manuel Gulde im Sechzehner zu Fall kam, entschied Schiedsrichter Benjamin Cortus zunächst auf Elfmeter (89.), nahm die Entscheidung zum Ärger der Hertha nach Sichtung der Videoaufzeichungen zurück und Entschied auf Stürmerfoul. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Dardai: Müssen Entscheidung akzeptieren

"Das ist sauschwierig für alle Beteiligten. Ich glaube schon, dass es nicht zwingend Elfmeter war, deswegen kann man die Entscheidung so treffen und zurücknehmen. Man muss aber auch ehrlich sein, dass wir in der Phase ein bisschen Glück hatten", räumte Freiburgs Sportvorstand Jochen Saier anschließend bei Sky ein.

Hertha-Trainer Pal Dardai übte hinterher keine Kritik am Schiedsrichter. "Der Gegner hatte zwei Torchancen und fast verlierst du das Spiel. Die Entscheidungen des Unparteiischen müssen wir akzeptieren, auch wenn bei mir ein kleiner bitterer Geschmack bleibt. Wir versuchen nun einfach, weiter dranzubleiben", sagte der Ungar.

Ondrej Duda (7.) hatte Hertha mit seinem bereits sechsten Saisontreffer in Führung gebracht. Robin Koch (36.) gelang jedoch der schmeichelhafte Ausgleich für Freiburg, das nur eines der vergangenen sechs Spiele verloren hat. (Spielplan und Ergebnisse)

Luckassen feiert Startelfdebüt

Hertha plagten Verletzungssorgen in der Abwehr. In Jordan Torunarigha, Karim Rekik und Niklas Stark fielen gleich drei Innenverteidiger aus. Das ungewohnte Duo im Abwehrzentrum bildeten deshalb Fabian Lustenberger und Derrick Luckassen, der zuvor erst drei Minuten Bundesligaluft schnuppern durfte.

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Herthas Abwehr wurde jedoch kaum einer Belastungsprobe unterzogen, es spielte fast nur der Gastgeber. Mit ihrer ersten Chance gingen die Berliner durch Duda auch in Führung, was ihnen noch mehr Selbstvertrauen in den Aktionen gab. Hertha ließ geschickt Ball und Gegner laufen und erspielte sich gute Chancen für weitere Tore. Doch die auffälligen Salomon Kalou (28.), Duda (29.) und Valentino Lazaro (33.) vergaben das 2:0.

Hertha nach der Pause zu harmlos

Die Freiburger waren vor 53.716 Zuschauern fast immer einen Schritt zu spät und im Spielaufbau viel zu berechenbar. Umso überraschender fiel der Ausgleich durch den Fernschuss von Koch, der von Herthas Mittelfeldspieler Arne Maier noch entscheidend abgefälscht wurde. Danach wurden die Breisgauer mutiger, und die Berliner verloren etwas ihren Rhythmus.

Zur zweiten Hälfte brachte SC-Trainer Christian Streich Nationalspieler Nils Petersen, doch Druck übten zunächst wieder nur die Hausherren aus. Dabei agierten Duda und Co. aber nicht mehr so zielstrebig wie noch zu Spielbeginn. Chancen wie die von Vedad Ibisevic (61.) und Kalou (70.) waren Mangelware.

Die Freiburger Defensive stand auch deutlich sicherer und gewann mehr Zweikämpfe. Nach vorne ging bei den Breisgauern aber kaum noch etwas, die wenigen Konterchancen spielte Freiburg schlecht aus. In der 84. Minute verhinderte Torwart Rune Jarstein gegen Gian-Luca Waldschmidt eine mögliche Heimniederlage der Hauptstädter.

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