Körperliche Defizite? Weinzierl bestätigt VfB-Probleme
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Stuttgart - Der VfB Stuttgart bleibt auch im dritten Spiel unter Markus Weinzierl punkt- und torlos. Nach der Pleite gegen Eintracht Frankfurt fallen deutliche Worte.

Die Wut der Anhänger des VfB Stuttgart entlud sich in einem gellenden Pfeifkonzert. "Wir müssen das über uns ergehen lassen, das aufnehmen und akzeptieren. Wenn ich Fan wäre, wäre ich auch sehr unzufrieden", sagte VfB-Torhüter Ron-Robert Zieler bei Eurosport.

Die Pfiffe von den Rängen waren die unüberhörbare Quittung für eine erneut desolate Vorstellung des Tabellenletzten beim 0:3 gegen Eintracht Frankfurt - der dritten Niederlage ohne eigenes Tor im dritten Spiel unter Trainer Markus Weinzierl. (Alle Ergebnisse im Überblick)

"Man hat gemerkt, dass wir verunsichert sind. Es war keine gute Leistung und eine sehr gute Leistung beim Gegner. Wir brauchen schnell ein Erfolgserlebnis und mehr Stabilität in unserem Spiel", sagte Weinzierl. Als erster VfB-Trainer verlor der Nachfolger von Tayfun Korkut damit seine ersten drei Pflichtspiele.

Gentner: "Stecken in der Scheiße"

Kapitän Christian Gegner fand nach der erneuten Pleite und einem Torverhältnis von 0:11 in den vergangenen drei Partien und deutliche Worte: "Wir stecken in der Scheiße drin, das haben wir uns selbst zuzuschreiben und da müssen wir uns jetzt selbst gemeinsam rausziehen."

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Sebastien Haller (11.) mit seinem siebten Saisontor, Ante Rebic (32.) und der eingewechselte Nicolai Müller (89.) schossen die vor allem spielerisch überlegene Eintracht zumindest vorübergehend auf Platz drei. Bei konsequenterer Chancenverwertung des Frankfurter Dreizacks um Luka Jovic und den ersten beiden Torschützen hätten die Gäste durchaus höher gewinnen können. (Tabelle der Bundesliga)

"Wir machen uns vor allem selber schwer. Die frühen Gegentore tun unserem Selbstbewusstsein natürlich nicht gut, was sowieso nicht riesig ist. Die Fehler wiederholen sich. Wir haben es nicht geschafft, in der zweiten Hälfte eine Reaktion zu zeigen. Das ist für mich sehr enttäuschend", sagte Gentner.

Weinzierl hatte nach den beiden 0:4-Pleiten gegen Borussia Dortmund und bei der TSG Hoffenheim die Charakterfrage gestellt. Jeder Profi müsse zeigen, "dass er zurecht Spieler des VfB Stuttgart ist", sagte er.

Rebic' frühes Tor zählt nicht

Doch dann setzte es vor 58.016 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena bereits in der vierten Minute den ersten Nackenschlag, als Rebic zum vermeintlichen 0:1 traf. Schiedsrichter Sven Jablonski (Bremen) versagte dem Treffer nach Rücksprache mit Video-Assistentin Bibiana Steinhaus aufgrund einer Abseitsstellung aber die Anerkennung. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

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Stuttgart schöpfte dadurch neuen Mut, Pablo Maffeo spielte Mario Gomez frei, doch der verfehlte das Tor freistehend per Kopf (9.). Es war eine der seltenen Szenen, in denen der VfB für Gefahr sorgte. Stuttgart fehlten Ideen, auch ein echter Plan war nicht zu erkennen.

Stuttgart fällt nach Rückstand auseinander

Frankfurt hatte mit seinem überaus gefährlichen Trio, das erstmals in dieser Saison gemeinsam begann, leichtes Spiel. Mitunter genügte ein langer Ball, um den VfB ins Chaos zu stürzen. Frühes Stören der Gäste sorgte zudem für viele Stuttgarter Ballverluste im Aufbau.

Frankfurts Offensivspieler zeichneten folgerichtig für das 0:1 verantwortlich. Rebic setzte sich gegen Holger Badstuber durch und legte für Jovic auf, dessen Schuss Ron-Robert Zieler vor Hallers Füße abwehrte. Auch am 0:2 waren alle drei Angreifer beteiligt: Zieler parierte einen Versuch von Haller, die folgende Flanke von Jovic versenkte Rebic per Kopf. Badstuber stand hilflos Spalier. "Aufwachen!", skandierte die Cannstatter Kurve.

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Das Bemühen war Stuttgart nicht abzusprechen, doch es fehlte auch an körperlichen Mitteln. Allein Jovic hatte mehrmals (49., 56., 58., 64.) die Vorentscheidung auf dem Fuß. Haller scheiterte an Zieler (66.), einem der wenigen Schwaben in Normalform. Und auch Rebic (79.) vergab.

Dabei überließ Frankfurt dem VfB nun weite Teile des Feldes. Anzufangen wusste Weinzierls Elf damit wenig bis nichts. Kaum ein Angriff wurde mal über mehrere Stationen bis in den gegnerischen Sechzehner gespielt. Stattdessen gab es harmlose Distanzschüsse und ein weiteres Gegentor durch Müller.

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