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Der FC Bayern könnte laut eines Spiegel-Berichts eines der Gründungsmitglieder einer europäischen Superliga werden
Der FC Bayern könnte laut eines Spiegel-Berichts eines der Gründungsmitglieder einer europäischen Superliga werden © Getty Images
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Der FC Bayern soll im Zuge der Pläne für eine Superliga auch die Möglichkeit eines Bundesliga-Ausstiegs geprüft haben. Der Klub reagiert auf den Spiegel-Bericht.

Die Pläne einer Europäischen Super League (ESL) mit dem deutschen Rekordmeister Bayern München und Borussia Dortmund sind offenbar konkreter als bisher angenommen.

Ein entsprechender Entwurf soll durch die Unterschrift der insgesamt 16 vorgesehenen Topklubs noch in diesem Monat zu einer bindenden Absichtserklärung werden. Das geht aus Football-Leaks-Dokumenten hervor, die der Spiegel erhalten und mit dem NDR und dem Recherchenetzwerk EIC geteilt hat.

Demnach könnte eine von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) unabhängige Super League ab der Saison 2021/22 starten.

Rummenigge bekennt sich zur Bundesliga

Diese neuerlichen Pläne seien dem FC Bayern weder bekannt, noch habe der FC Bayern an Verhandlungen hierzu teilgenommen, teilte der Klub in einer Erklärung mit.

Von einem möglichen Ausstieg aus der Bundesliga, den der Verein angeblich schon 2016 von der internationalen Anwaltskanzlei Cleary Gottlieb prüfen ließ, will der deutsche Meister nichts wissen. "Der FC Bayern München steht zu seiner Mitgliedschaft in der Fußball-Bundesliga, und solange ich Vorstandvorsitzender des FC Bayern bin, auch zu den von UEFA und ECA gemeinsam organisierten Klub-Wettbewerben", sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge.

Bayern prüfte angeblich Bundesliga-Ausstieg

Bayerns Chefjustiziar Michael Gerlinger hatte Anfang Oktober dem Spiegel von einer Prüfung eines möglichen Ausstiegs aus der Bundesliga berichtet. Man habe sich auf alle Even­tua­li­tä­ten ein­stel­len müs­sen, so Gerlinger, aber ei­gent­lich habe das nie­mand ernst­haft um­set­zen wol­len, und die Ge­dan­ken­spie­le sei­en auch schnell "völ­lig vom Tisch ge­we­sen".

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Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hält einen Bundesliga-Ausstieg ebenfalls für nicht vorstellbar. Das sei mit ihm nicht zu machen, sagte er am 12. Oktober dem Spiegel. "Die Brandmauer ist da, wo das Thema anstehen könnte, wir gehen aus der Bundesliga raus. Das ist für den BVB nicht vorstellbar", ergänzte Watzke.

Konkurrenz zur Champions League

Die europäischen Spitzenvereine hatten einen Ausstieg aus den etablierten Wettbewerben immer mal wieder als Drohszenario eingesetzt. Zuletzt gestand die UEFA den Topteams ab dieser Saison in der Königsklasse mehr Geld und Macht zu. Die Münchner bewarben sich zudem am Donnerstag um die Austragung des Champions-League-Endspiels 2021.

Der FC Bayern könnte zu einem der elf Gründungsmitglieder gehören, die mindestens 20 Jahre als feste Teilnehmer bei der ESL dabei sind, vorausgesetzt sie verstoßen nicht gegen die vertraglich verankerten Regeln. Der BVB würde nach dem Bericht als einer von fünf Gästen eingeladen werden. Die UEFA und die Champions League werden nicht erwähnt.

Die Münchner teilten auf Anfrage mit, "weder die Existenz noch den Inhalt" der Pläne zu kennen. "Wenn es aber soweit kommen sollte, dann würde das nicht ohne den BVB gehen", hatte Watzke geäußert. Auf Nachfrage von Sky teilte auch der FC Arsenal mit, von den Plänen für die Super League nichts zu wissen. Der Klub von Mesut Özil wolle weiterhin Teil der Premier League sein. 

Superliga-Pläne noch nicht sehr konkret

FCB-Chefjustiziar Gerlinger bezeichnete die Pläne für eine Super League als "so weit weg wie noch nie". Auch Watzke erklärte, dass er nicht glaube, "dass es schon sehr konkret ist."

Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge hatte sich zuletzt ebenfalls zu den Plänen einer Superliga geäußert. "Ich vermute, dass diese Liga eines Tages kommen wird. Aber fragen Sie mich nicht, wann", sagte Rummenigge dem Magazin 11Freunde.

Rummenigge selbst ist gegen eine Superliga. "Mein Bauchgefühl sagt mir, dass so ein Projekt alle nationalen Ligen beschädigen würde. Denn alle würden von heute auf morgen nur noch zweitklassig sein. Aber viele Vereine verfolgen zu sehr ihre wirtschaftlichen Eigeninteressen."

Als Gründungsmitglieder der neu geschaffenen ESL sollen neben dem FC Bayern auch Real Madrid, FC Barcelona, Manchester United, Juventus Turin, FC Chelsea, FC Arsenal, Paris St. Germain, Manchester City, FC Liverpool und AC Mailand vorgesehen sein. Als Gäste sollen Dortmund, Atletico Madrid, Olympique Marseille, Inter Mailand und AS Rom hinzukommen.

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