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München - Nach vier Pflichtspielsiegen in Folge muss der FC Bayern in der Bundesliga einen Rückschlag hinnehmen und kommt gegen den SC Freiburg nur zu einem Remis.

Ein schwacher FC Bayern hat in der Bundesliga erneut Punkte eingebüßt.

Beim 1:1 (0:0) gegen den SC Freiburg präsentierte sich der deutsche Rekordmeister in einer erschreckend schlechten spielerischen Verfassung, ohne Ideen sowie phasenweise auch ohne Leidenschaft, und nach dem Spiel herrschte große Ratlosigkeit.

"Ich frage mich auch, warum wir keine Fortschritte machen. Wir haben es die ersten 20 Minuten gut gemacht. Das sah nach Fußball, Freude und Druck aus. Dann haben wir kein Tor gemacht und je länger das Spiel dauerte, umso langsamer wurde es", sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic nach der Partie: "Wir schaffen es nicht, mal alles im höchsten Tempo zu machen. Es fehlt uns Spritzigkeit und Freude."

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Tiefschlag durch Höler

Trotzdem standen die Bayern kurz vor drei Zählern, mussten aber in der 89. Minute den Tiefschlag durch Lucas Höler hinnehmen, der eine Flanke von der linken Seite zum Ausgleich verwertete. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Bitter für die Bayern: Der Treffer war die erste Torchance für die Gäste, womit sich eine beispiellose Negativserie für Manuel Neuer fortsetzte: Die letzten acht Torschüsse auf das Gehäuse des Keepers waren alle drin.

Neuer findet auch keine Erklärung, warum die Bayern nach dem starken Saisonstart spielerisch überhaupt nicht mehr in die Spur kommen: "Dass wir nie geglänzt haben in den letzten Wochen, hat man gesehen", erklärte Neuer bei Sky. "Da kann man auch nicht mit Leichtigkeit spielen, aber trotzdem haben wir Sequenzen im Spiel, wo wir es richtig gut machen. Die Frage ist, warum machen wir es dann nicht weiterhin so?"

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Nach dem Treffer von Serge Gnabry, der in der 80. Minute sein erstes Tor im Bayern-Trikot markierte, sah es kurzzeitig so aus, als könnten die Münchner den nächsten Arbeitssieg und zugleich den fünften Pflichtspielerfolg in Folge einfahren, ehe Höler den Bayern einen Strich durch die Rechnung machte.

Gnabry: "Müssen das besser ausspielen"

"Freiburg hat das heute nicht schlecht gemacht, mit zehn Leuten hinter dem Ball, was für uns richtig schwer ist", sagte Gnabry bei Sky. "Wir haben aber viel Druck ausgeübt, hatten viele Ecken, viele Standards. Wir müssen das aber besser ausspielen."

Momentan sei es eine "Tatsache, dass wir es nicht schaffen, die Chancen, die wir haben, reinzumachen, und dass wir nicht so kreativ sind, wie wir uns das vorstellen", erklärte Trainer Niko Kovac. "Aber trotzdem 1:0, Bayern München, du spielst zu Hause, da musst du auf jeden Fall gewinnen."

Der Rückstand der Münchner auf Spitzenreiter Borussia Dortmund beträgt damit vor dem direkten Duell am kommenden Samstag wieder vier Punkte. (Bundesliga-Tabelle)

Bayern ohne Durchschlagskraft

Vier Tage vor dem vierten Gruppenspiel in der Champions League gegen AEK Athen fehlte den Münchnern offensiv die Inspiration und die Durchschlagskraft.

Chancen waren Mangelware, immer wieder rannten sich die Bayern in der Freiburger Abwehr um die aufmerksamen Manuel Gulde und Dominique Heintz fest, ein offensiver Plan war nicht zu erkennen.

Glück hatten die Gastgeber, dass Tim Kleindienst bei seinem Kopfballtreffer knapp im Abseits stand (54.).

Dabei hatten die Münchner zunächst eine gute Viertelstunde lang den Eindruck erweckt, als sei der Führungstreffer nur eine Frage der Zeit.

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Es gab einige gute Kombinationen, einige gute Angriffe - Freiburg kam gerade zweimal aus der eigenen Hälfte. Doch die große Linie fehlte ebenso wie die Zielstrebigkeit.

Torhüter Alexander Schwolow verhinderte zudem mit dem Fuß reaktionsschnell einen Treffer gegen den allein vor ihm auftauchenden Robert Lewandowski (26.). Es blieb die beste Chance der Münchner, die vom Publikum zudem mit Pfiffen in die Pause verabschiedet wurden. (Alle Ergebnisse im Überblick)

Kovac stellt Kimmich ins Mittelfeld

Kovac hatte die Aufstellung seiner Mannschaft im Gegensatz zum Pokalspiel beim SV Rödinghausen (2:1) auf sechs Positionen verändert, die bemerkenswerteste Umstellung: Nach dem Ausfall von Thiago, der wochenlang fehlen wird, spielte Joshua Kimmich erstmals seit dem 13. Mai 2017 (5:4 bei RB Leipzig) wieder auf der "Sechs".

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Er verlieh der Mannschaft Stabilität, war um Struktur im Aufbauspiel bemüht, konnte aber auch nicht überspielen, dass es dem FC Bayern und auch ihm selbst offensiv an zündenden Ideen mangelte.

Kovac brachte in der zweiten Halbzeit Franck Ribery und Müller. Für Ribery war es der 400. Pflichtspieleinsatz für den FC Bayern.

Das Spiel der Gastgeber wurde aber nicht besser - doch dann traf Gnabry nach einem beherzten Antritt. Es passte aber ins Bild, dass Höler eine Nachlässigkeit in der Münchner Abwehr bestrafte.

"Das tiefe Selbstvertrauen fehlt uns im Moment", erklärte Thomas Müller auf SPORT1-Nachfrage und ließ eine Kampfansage folgen. "Wir werden aber zurückkommen. Da kann man sich sicher sein. Wir werden nicht die Grundwerte des FC Bayern in Frage stellen. Wir müssen offensiv mit der Situation umgehen und das werden wir."

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