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Düsseldorf - Herbstmeister Borussia Dortmund verliert überraschend in Düsseldorf. Bayern-Schreck Dodi Lukebakio leitet die erste Liga-Pleite für Lucien Favre ein.

Aufsteiger Fortuna Düsseldorf hat dank Bayern-Schreck Dodi Lukebakio und Kunstschütze Jean Zimmer für eine weitere Sensation gesorgt und dem souveränen Tabellenführer Borussia Dortmund die erste Saisonniederlage zugefügt.

Der krasse Außenseiter feierte beim 2:1 (1:0) seinen ersten Sieg gegen den Herbstmeister seit Februar 1997 und verschaffte sich dadurch vor dem Kellerduell am kommenden Samstag bei Hannover 96 im Abstiegskampf etwas Luft. (Ergebnisse und Spielplan)

"Dass wir die Ersten sind, die Dortmund geschlagen haben, ist schön, bringt aber auch nur drei Punkte", sagte Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel gewohnt nüchtern bei Sky.

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Reus hadert: "Die Gier hat gefehlt"

Der BVB ließ nach zuvor sechs Siegen in Folge erstmals wieder Federn, hat aber immer noch einen respektablen Vorsprung vor den ärgsten Verfolgern Borussia Mönchengladbach und Bayern München. Gladbach könnte aber am kommenden Freitag durch einen Erfolg im Borussen-Duell in Dortmund den Vorsprung auf drei Punkte schmelzen lassen. (Tabelle der Bundesliga) 

"Ich glaube, es hat einfach die Gier, das Spiel gewinnen zu wollen, gefehlt", räumte BVB-Kapitän Marco Reus ein. "Im Großen und Ganzen muss man sagen, dass wir die Niederlage verdient haben, weil wir einfach zu wenig geleistet haben. Wir müssen daraus lernen und zielstrebiger werden. Jetzt heißt es: Mund abputzen, am Freitag haben wir die nächste Chance."

Auch BVB-Keeper Roman Bürki schlug in dieselbe Kerbe: "Die Leidenschaft war heute nicht genug, wenn man sieht, wie Düsseldorf hier aufgetreten ist."

Fehlende Gier wollte Lucien Favre allerdings nur bedingt gelten lassen. "Vielleicht ein wenig, aber es gibt andere Sachen. Zum Beispiel den Konter, den wir bekommen", sagte der Trainer des Tabellenführers: "Wir haben die Lücke nicht gefunden. Wir müssen die Niederlage akzeptieren. Die Mannschaft ist sehr, sehr jung und wir lernen jeden Tag."

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Zimmer trifft per Traumtor

Die Helden des Abends waren aus Düsseldorfer Sicht einmal mehr Lukebakio, der mit seinem siebten Saisontreffer in der 22. Minute den vierten Fortuna-Sieg in dieser Saison einläutete, und Zimmer, der mit einem Traumtor in der 56. Minute die Sensation perfekt machte. Der 21-jährige Lukebakio hatte bereits mit seinen drei Treffern beim 3:3 der Düsseldorfer bei Rekordmeister Bayern München für Furore gesorgt. Der eingewechselte Paco Alcacer stellte mit seinem zehnten Jokertor einen Bundesliga-Rekord (81.) auf.

Sowohl Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel als auch sein BVB-Pendant Lucien Favre hatten im Vergleich zum vergangenen Wochenende jeweils vier Änderungen in ihrer Startelf vorgenommen.

Aufseiten des Heimteams kehrten unter anderem Kapitän Oliver Fink und Angreifer Lukebakio in die erste Elf zurück, Marcel Sobottka feierte zudem nach knapp zweimonatiger Verletzungspause sein Comeback. Beim BVB begannen Mario Götze und Christian Pulisic, der zuletzt überragende Jadon Sancho und Torjäger Paco Alcacer saßen beim Anpfiff nur auf der Bank.

Vor 52.000 Zuschauern in der erstmals in dieser Saison ausverkauften Düsseldorfer Arena hatten die Hausherren in der dritten Minute ihre erste gute Gelegenheit durch Lukebakio. Sieben Minute später hätte Takashi Usami Fortuna in Führung bringen können.

Reus' Führungstor zählt nicht

In der 16. Minute kamen die Borussen erstmals gefährlich vor das Düsseldorfer Tor und durch Kapitän Marco Reus auch zum vermeintlichen 1:0. Der Treffer zählte aber nicht, da Pulisic im Abseits stand und Fortuna-Torhüter Michael Rensing die Sicht versperrte. Lukebakio nutzte anschließend seine zweite gute Gelegenheit, nachdem er von Kevin Stöger glänzend in Szene gesetzt worden war.

In der 33. Minute hatten die Borussen, die die Fortuna über weite Strecken in die eigene Hälfte zurückdrängte, eine gute Ausgleichschance durch Götze. Usami hätte wenig später aber für Düsseldorf das 2:0 erzielen müssen, als er aus kurzer Distanz den Ball nicht richtig traf.

Dortmund hatte auch nach der Pause deutlich mehr Spielanteile, fand gegen die gut gestaffelte Defensive der Fortuna aber nach wie vor kein Durchkommen. Düsseldorf agierte zwischenzeitlich mit zwei Fünferketten und verließ sich vorne auf den pfeilschnellen Lukebakio, mit dem die BVB-Abwehr ihre liebe Müh und Not hatte.

Mit einem Distanzschuss aus 22 Metern in den Winkel brachte Zimmer dann aber nach einer knappen Stunde die Arena zum Beben. Fortuna verteidigte in der Folge geschickt, dem harmlosen Titelanwärter fiel nicht mehr viel ein. Alcacer verkürzte per Kopf aber noch einmal.

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