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Jaden Sancho krönte sich mit seinem Siegtreffer zum Derbyhelden
Jaden Sancho krönte sich mit seinem Siegtreffer zum Derbyhelden © Getty Images
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Jadon Sancho schießt Borussia Dortmund zum ersten Sieg auf Schalke seit fünf Jahren. Die Knappen hoffen nach einem Videobeweis-Elfmeter nur zeitweise.

Mit dem ersten Derby-Sieg auf Schalke seit fünf Jahren hat Borussia Dortmund seine Erfolgsserie in der Bundesliga fortgesetzt und die Herbstmeisterschaft vor Augen. (Die Tabelle der Bundesliga)

In der 175. Auflage des Ruhrpottklassikers setzte sich der weiter ungeschlagene Tabellenführer beim kriselnden Vizemeister FC Schalke 04 mit 2:1 (1:0) durch und liegt drei Spieltage vor der Winterpause neun Punkte vor Titelverteidiger Bayern München.

Am Sonntag (18 Uhr) könnte Borussia Mönchengladbach mit einem Heimsieg gegen den VfB Stuttgart auf sieben Zähler herankommen. 

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Sancho und Delaney treffen für BVB

Mit seinem ersten Pflichtspieltor brachte Thomas Delaney den BVB in Führung (7.). (Das Spiel zum Nachlesen im LIVETICKER)

Nach dem Ausgleich durch Daniel Caligiuri per Foulelfmeter nach Videobeweis (61.) sicherte Jadon Sancho (74.) Dortmund den ersten Auswärtserfolg im Revierderby seit dem 3:1 am 26. Oktober 2013 und den fünften Ligasieg in Folge.

Gleichzeitig beendeten die Dortmunder ihre Durststrecke mit fünf Derbys ohne Sieg. (Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga)

"Wir haben lange nicht mehr hier gewonnen, aber wir haben es uns wirklich verdient, weil wir das Spiel dominiert haben", freute sich Marco Reus bei Sky: "In der zweiten Halbzeit haben wir uns etwas einschläfern lassen, weil sie komisch gespielt haben."

Schalke hat nach der vierten Heimpleite der Saison nach 14 Spielen lediglich 14 Punkte auf dem Konto - und nur drei Zähler Abstand zum Relegationsplatz.

Trainer Domenico Tedesco gab sich aber kämpferisch: "Wir haben dieses Jahr schon einige Nackenschläge bekommen und sind immer wieder aufgestanden. Das wird auch dieses Mal passieren."

Der CHECK24 Doppelpass mit Yussuf Poulsen und Peter Neururer am Sonntag ab 11 Uhr LIVE im TV und STREAM auf SPORT1

Schalke leidet unter Sturm-Not

Gut ein Jahr nach dem spektakulären 4:4 in Dortmund blieb das 93. Bundesligaduell der beiden Erzrivalen vor 61.767 Zuschauern lange vieles schuldig.

Die Gäste nutzten ihre spielerische Überlegenheit nicht mit der nötigen Konsequenz, um früh das 2:0 zu erzielen. Schalke mühte sich fast ohne seinen kompletten Sturm lange vergeblich.

Erst nach einem Foul von BVB-Kapitän Marco Reus an Amine Harit gelang nach Intervention des Videoassistenten der Ausgleich.

Alcacer von Beginn an

BVB-Coach Lucien Favre überraschte in seinem ersten Revierderby mit Paco Alcacer in der Startelf. Der Spanier, der mit neun Jokertoren den Bundesliga-Rekord eingestellt hat, stand erst zum dritten Mal beim Anpfiff auf dem Feld.

Schalke-Trainer Tedesco blieb bei der Vierer-Abwehrkette und der Raute im Mittelfeld, die beim 1:1 bei der TSG Hoffenheim vor einer Woche mit einer starken Leistung überzeugt hatte.

Im Angriff half Allrounder Weston McKennie wegen der Schalker Verletztenmisere an der Seite von Guido Burgstaller aus.

Schnellstes Derby-Tor seit 1999

Der Rauch nach einer Choreografie der Schalker Fans war noch nicht ganz verzogen, da hatte der Tabellenführer schon die erste Chance: Achraf Hakimi schoss allerdings völlig frei über das Tor (3.).

Nur vier Minuten später führte der BVB tatsächlich: Nach einem Freistoß von Reus köpfte Delaney ein.

Es war das schnellste Derby-Tor seit 1999. Damals netzte Alfred Nijhuis bereits nach drei Minuten für Dortmund.

"Ich bin müde, aber es ist schon geil", meinte Delaney nach seinem ersten Revier-Derby: "Es war ein hartes Spiel, nicht so schön, glaube ich. Es war ein Derby mit viel Intensität und vielen Zweikämpfen."

Groß war die Aufregung bei den Gastgebern, als Axel Witsel der Ball im Dortmunder Strafraum an die Hand sprang. Nach Kontakt mit dem Videoassistenten entschied sich Schiedsrichter Daniel Siebert aber gegen einen Elfmeter (11.). 

Mit dem 1:0 im Rücken spielte der BVB seine technische Überlegenheit aus und kontrollierte das Spielgeschehen, ohne allerdings gefährlich vors Tor zu kommen.

Burgstaller verletzt raus

Stattdessen hatte Burgstaller nach einer Ecke die Chance zum Ausgleich, scheiterte aber aus kurzer Distanz an BVB-Torwart Roman Bürki (28.).

Acht Minuten später musste der angeschlagene Österreicher, der seit längerem über Achillessehnen- und Leistenbeschwerden klagt, ausgewechselt werden - und Schalke stand ganz ohne gelernten Stürmer da.

"Wir hatten keine Stürmer mehr, die vorne die Bälle festgemacht haben. Wir hatten keine Entlastung und dann wird es natürlich schwierig", klagte Tedesco, der in seiner Not Linksverteidiger Hamza Mendyl nach vorne schickte. Schalke kämpfte sich nach der Pause ins Spiel und kam zum Ausgleich.

Caligiuri verwandelt VAR-Elfer

Daniel Caligiuri nutzte in der 61. Minute einen Foulelfmeter. Nachdem Marco Reus Gegenspieler Amine Harit im Strafraum auf den Fuß getreten war, lief das Spiel zunächst weiter.

Schiedsrichter Daniel Siebert sah sich die Szene allerdings nach Rücksprache mit dem Video-Schiedsrichter noch einmal selbst an und entschied doch noch auf Elfmeter.

"Für mich war es ein klarer Tritt", stimmte auch Sky-Schiedsrichterexperte Markus Merk zu.

Caligiuri setzte den Strafstoß sicher rechts unten neben den Pfosten und ließ Keeper Roman Bürki keine Chance.

Sancho mit einer Glanzleistung brachte den BVB aber wieder in Front.

In der 85. Minute hatte Raphael Guerreiro gar noch das 1:3 auf dem Fuß, der portugiesische Europameister scheiterte aber am Pfosten.

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