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Franck Riberys obszöne Reaktion auf die Kritik an seinem Gold-Steak-Verzehr ist der eine Ausraster zu viel, findet SPORT1-Chefreporter Florian Plettenberg.

Rien ne va plus. Frei übersetzt bedeutet dieser aus dem Roulette bekannte französische Satz im Deutschen, dass nichts mehr geht.

Konsequenterweise müsste das nun auch nach Saisonende für Franck Ribery beim FC Bayern München gelten. Denn seine obszöne, widerliche Twitter-Abrechnung mit all denjenigen, die ihn und seine Frau für sein unlängst verzehrtes 1200-Euro-Steak mit Blattgold kritisierten, ist nicht zu akzeptieren - und nur schwer nachzuvollziehen.

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Denn nur wenige Minuten zuvor war er am Samstag in Doha zu sehen, wie er sich nach einer schweißtreibenden Trainingseinheit zusammen mit David Alaba im Golfcart in Richtung Mannschaftshotel fahren ließ. Barfuß stapfte er den grünen Hang hinauf. Er wirkte gut gelaunt.

Während des Trainings erlebte man ihn auch ehrgeizig – wie immer. Den 35-Jährigen, der beim Warmlaufen noch immer vorneweg rennt. Der sich für keinen Meter zu schade ist. Der in Doha mit Niklas Süle flachst wie ein 16-Jähriger, der sich des Lebens erfreut, wenn er beim Training nassgespritzt wird. Ein Kind im Manne. Gegenüber den einheimischen Kollegen nach Spielende stets respektvoll. Auch mal verschlossen, aber immer höflich.

Eben dieser Ribery scheint sich fernab der Öffentlichkeit aber nicht im Griff zu haben und noch immer nicht bewusst zu sein, dass er eine Person des öffentlichen Lebens ist.

Mit seinem beleidigenden Ausraster-Tweet hat sich Ribery nicht nur persönlich einmal mehr ins Abseits gestellt, sondern auch seinen Arbeitgeber. Den FC Bayern München, der sich in Person von Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge in all den Jahren vor Ribery gestellt hat. Sei es nach Ausrastern auf dem Platz oder wie zuletzt, als er bei einem französischen Journalisten nach Spielende handgreiflich wurde, nachdem dieser ihn kritisiert hatte.

Die öffentliche Reaktion des Vereins? Im Grunde gab es keine. Keine formulierte Geldstrafe, keine Suspendierung. Man habe es intern geregelt, ließ der Verein verlauten. Das Thema wurde unter den Teppich gekehrt.

Ribery zeigte per Videobotschaft zumindest Reue und konzentrierte sich wieder auf das, was ihn bei Bayern zum Publikumsliebling gemacht hat: tolle Leistungen und Tore.

Ribery spielte zum Ende der Hinrunde sogar wieder so stark auf, dass er sich trotz des angekündigten Umbruchs im Klub womöglich wieder leise Hoffnungen auf eine Vertragsverlängerung machte. Der Kontrakt des Franzosen läuft diesen Sommer bekanntermaßen aus.

Spätestens seit Samstagmittag hat sich Ribery eine Vertragsverlängerung aber nicht mehr verdient. Wer sich mit 35 Jahren zu solch einer Wortwahl in den sozialen Medien hinreißen lässt, ist für eine Weltmarke wie den FC Bayern nicht mehr tragbar. Die Bosse werden dies berücksichtigen – müssen. Ribery sollte es einfach einsehen. Rien ne va plus. Schade.

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