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Mönchengladbach - Gladbachs Führungstreffer gegen Augsburg macht FCA-Trainer Manuel Baum fassungslos. Er attackiert Schiedsrichter Harm Osmers scharf und sieht eine "katastrophale Fehlentscheidung".

Manuel Baum war fassungslos. Aber nicht das zehnte Spiel in Serie ohne Sieg alleine quälte den Trainer des FC Augsburg, es war die Entstehung der Niederlage bei Borussia Mönchengladbach, die ihn auf die Palme brachte.

"Es ist ein Skandal, dass dieses Tor gilt", wetterte er auf der PK über das 0:1 von Oscar Wendt in der 78. Minute: "Diese Situation hat uns das Spiel gekostet." (Das Spiel im Ticker zum Nachlesen)

Dem sonst eher ruhigen Augsburg-Coach Baum war schon direkt nach der Partie im Spielertunnel der Kragen geplatzt. "Was ist mit diesem Schiedsrichter los? Ein Witz ist das! Ein Dilettant ohne Ende! Der kennt die eigenen Regeln nicht und pfeift Bundesliga", wütete Baum, der nach zehn Spielen ohne Sieg mehr und mehr unter Druck steht.

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Schiedsrichter Harm Osmers bekam vom FCA-Coach ordentlich sein Fett weg.

"Ich hatte das Gefühl, dass die Schiedsrichter bei der Abseitsregel nicht sattelfest waren", giftete Baum: "Der Linienrichter hat es angezeigt, der Schiedsrichter war zu faul, und aus Köln kam nichts. Unfassbar, dass so etwas in der Bundesliga passiert."

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Abseits-Tor erzürnt Baum

Aber was war überhaupt passiert? FCA Keeper Gregor Kobel hatte in der 78. Minute eine Hereingabe nur unzureichend geklärt und in die Mitte gefaustet, vor die Füße von Wendt. (Der Bundesliga-Spielplan)

Beim Schuss des Schweden stand neben Augsburgs Verteidiger Danso (letzter Mann) auch der Gladbacher Lars Stindl hinter Keeper Kobel - und damit im Abseits.

Da Stindl nicht nur Dansos Sicht behinderte, sondern diesen mit einer Fußbewegung auch noch irritierte, hätte der Treffer wohl aberkannt werden müssen. Das geschah aber nicht, obwohl sich Stindl eben nicht passiv verhielt.

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FCA-Coach attackiert Schiedsrichter Osmers

Ein Umstand, der Baum schon kurz nach Spielende fassungslos zurückließ.

"Meiner Meinung nach hat der Schiedsrichter eine katastrophale Fehlentscheidung getroffen. Es war klares Abseits beim ersten Tor, ich weiß nicht, warum er sich die Szene nicht anschaut. Ich bin fassungslos, dass er solch ein Tor gibt", schimpfte Baum bei Sky.

Es folgte eine klare Breitseite gegen Referee Osmers. Er könne die Argumentation des Schiedsrichters "überhaupt nicht nachvollziehen", erklärte Baum: "Man merkt selbst im Gespräch, wie unsicher er gerade ist, weil er es selbst nicht genau weiß. Aber ich behaupte mal: Wenn man da die Regeln kennt, dann war es klares Abseits."

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"... dann brauchen wir nicht mehr zu spielen"

Die Erklärung von Sky-Schiedsrichterexperte Markus Merk ("Keine kapitale Fehlentscheidung"), es habe sich um passives Abseits gehandelt, konnte Baum überhaupt nicht nachvollziehen.

"Der Danso steht als letzter Mann hinten drin, und der Stindl - der im Abseits steht - steht in der Bahn, hebt sogar noch den Fuß und behindert damit sogar noch den Danso, unseren letzten Feldspieler", protestierte Baum: "Man sieht aus der Hintertorkamera genau, dass Danso rechts und links an Stindl vorbeischauen muss. Wenn das passiv ist, dann brauchen wir hier nicht mehr zu spielen. Überhaupt nicht mehr."

Bis dahin habe sich sein Team gut geschlagen, befand Augsburgs Trainer und legte in seinem Ärger über die Fehlentscheidung noch einmal nach: "Dann kriegst du durch so ein Ding einen Nackenschlag. Das ist von passivem Abseits so weit entfernt ... Ich weiß nicht, ob da jemals jemand Fußball gespielt hat. Aber wenn direkt vor mir jemand steht, dann ist das kein passives Abseits."

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