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Gelsenkirchen - Späte Tore verhelfen Gladbach zum Sprung auf Platz zwei. Schalke-Trainer Domenico Tedesco ärgert sich über die Rote Karte - vor allem über die Vorgeschichte.

Borussia Mönchengladbach hat die Gunst der Stunde genutzt und hat den FC Bayern von Platz zwei verdrängt.

Das Team von Trainer Dieter Hecking siegte beim abgestürzten Vizemeister FC Schalke 04 mit 2:0 (0:0) und überholte den Rekordmeister, der am Nachmittag bei Bayer Leverkusen 1:3 verloren hatte. (Service: Ergebnisse und Spielplan)

Mit dem dritten Rückrundensieg in Folge und dem zehnten Saisonspiel ohne Gegentor unterstrichen die Fohlen ihre Ansprüche auf die Rückkehr in die Champions League. (Service: Tabelle der Bundesliga)

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"Wir müssen unseren Weg weitergehen, dann werden wir die Spielfreude weiter auf den Platz bringen", sagte Christoph Kramer bei Sky. Der 2014er-Weltmeister (85.) und der ebenfalls eingewechselte Florian Neuhaus (90.+1) erzielten die späten Tore für die Gladbacher, die ab der 59. Minute in Überzahl spielten.

Nübel fliegt - Tedesco schimpft

U21-Nationaltorwart Alexander Nübel hatte nach einer Notbremse gegen Thorgan Hazard die Rote Karte gesehen. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Der Platzverweis war für Schalkes Trainer Domenico Tedesco die entscheidende Szene. "Wir hatten uns viel vorgenommen, wurden dann aber durch die Rote Karte zurückgeworfen", sagte der 33-Jährige bei Sky

Tedesco kritisiert Schiedsrichter

Vor allem die Entstehungsgeschichte brachte Tedesco auf die Palme. Mit einem schnell getretenen Freistoß aus der eigenen Hälfte schickte Lars Stindl Hazard auf die Reise - allerdings führte der Gladbacher Kapitän den Standard über zwölf Meter weiter vorne aus.

"Es ist ein bisschen krass, dass es uns fast jede Woche trifft", sagte Tedesco und holte damit zu einer Schiedsrichter-Kritik aus: "Letzte Woche wird die Saison für Schöpf durch ein Foul von Rekik beendet. Es gibt keine Rote Karte und kein Mensch beschwert sich darüber."

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Gladbachs Trainer Dieter Hecking pflichtete seinem Trainerkollegen bei. "Ich kann das verstehen, weil ich es bei Einwürfen auch mal moniert habe. Das ergibt eine neue Spielsituation, wenn du zehn bis 15 Meter weiter vorne stehst", sagte der 54-Jährige. "Vielleicht ist das in der Situation entscheidend, aber Salif Sane kann den Ball auch einfach liegen lassen."

Der Schalker Innenverteidiger hatte nach seinem Foul den Ball so weit mitgenommen und ihn dann vor den Augen von Schiedsrichter Marco Fritz fallen gelassen. Stindl führte daraufhin den Freistoß von dort aus. "Der Schiri meinte, dass es nur zwei, drei Meter waren", sagte Schalkes Daniel Caligiuri hinterher.

Die Schalker Winter-Zugänge saßen zunächst auf der Bank. Der 18-jährige Rabbi Matondo, am Mittwoch für rund zehn Millionen Euro vom englischen Meister Manchester City verpflichtet, war ebenso noch keine Option für die Startelf wie die Wolfsburger Leihgabe Jeffrey Bruma, der als Back-up für die Innenverteidigung vorgesehen ist.

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Hazard düpiert Neuzugang Matondo

Matondo wurde in der 75. Minute für Sebastian Rudy eingewechselt, vor der Hereingabe von Hazard, die zum 0:1 führte, machte der Waliser keine gute Figur. Auch das zweite Gladbacher Tor bereitete der starke Belgier vor.

Aufgrund der Verletztenmisere in der Offensive beorderte Trainer Domenico Tedesco den letzten verbliebenen Angreifer Mark Uth, der zuletzt im Mittelfeld zum Einsatz gekommen war, wieder in den Sturm.

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Die Gladbacher, die auf Aktivitäten auf dem Wintertransfermarkt verzichtet hatten, konnten wieder auf ihren zuletzt angeschlagenen Topscorer Hazard zählen. Der Belgier war an der ersten Torchance des Spiels allerdings nicht beteiligt.

Stindls Hammer touchiert die Latte

Nach einem Pass von Denis Zakaria traf Lars Stindl die Oberkante der Latte (14.). Schalke antwortete mit einem Uth-Kopfball über das Tor (16.). Auf der Gegenseite verhinderte Nübel gegen den freigespielten Zakaria die Gladbacher Führung (18.).

Mit zunehmender Spielzeit bekamen die Gäste die Partie immer mehr in den Griff. Die beste Defensive der Bundesliga ließ den Schalker wenig Zeit und Raum, ihre Angriffe aufzuziehen.

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Bei Ballgewinnen im Mittelfeld schalteten die Königsblauen allerdings auch nicht schnell genug in die Offensive um. Weil aber auch die Gladbacher Probleme hatten, bis vor das gegnerische Tor zu kombinieren, spielte sich das Geschehen vorwiegend zwischen den Strafräumen ab.

Caligiuri lässt Torhymne erklingen

Dennoch spielte die Stadionregie plötzlich die Schalker Tormusik ein - Daniel Caligiuri hatte einen Freistoß allerdings ans Außennetz gesetzt (40.). Nach knapp einer Stunde verlor Schalke Torwart Nübel, der Hazard mit einem Foul an der Strafraumgrenze stoppte.

So kehrte Kapitän Ralf Fährmann, von Tedesco zum Rückrundenauftakt auf die Bank verbannt, ins Tor zurück. In Unterzahl wurde der Drang der Gladbacher letzten Endes erdrückend für Schalke.

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