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Stuttgart - Nach der Pleite gegen RB Leipzig wird beim VfB Stuttgart nur das Positive hervorgehoben. Der neue Sportvorstand Thomas Hitzlsperger stärkt dem Trainer den Rücken.

Rein statistisch gesehen spielt der Tabellen-16. VfB Stuttgart aktuell die schlechteste Bundesliga-Saison aller Zeiten, hat nach einer 1:3-Heimpleite gegen RB Leipzig nach 22 Spieltagen nur 15 Punkte auf dem Konto und taumelt dem Abstieg entgegen - und trotzdem herrscht bei den Schwaben eine seltsame Aufbruchstimmung.

Maßgeblich dafür verantwortlich ist der neue Sportvorstand Thomas Hitzlsperger. Der 36-Jährige, seit vier Tagen für den geschassten Michael Reschke im Amt, geht seinen neuen Job voller Tatendrang an und scheint keine Negativstimmung aufkommen lassen zu wollen.

Nach der Pleite zum Einstand, der sechsten in den letzten sieben Spielen, versprühte Hitzlsperger bei Sky dennoch Optimismus.

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"Das Ergebnis ist das einzige, was nicht so wünschenswert war. Alles andere, wie wir aufgetreten sind, wie wir in den letzten Tagen gearbeitet haben und was heute in der Herangehensweise sehr gut war, das stimmt mich sehr positiv", sagte der frühere VfB-Profi.

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Hitzlsperger: Jobgarantie für Weinzierl

Trotz des Negativlaufs betonte Hitzlsperger, dass der in der Kritik stehende Trainer Markus Weinzierl auch am kommenden Freitag bei Werder Bremen auf der Bank sitzen wird.

"Es hört sich nicht nur so an, dass Weinzierl in Bremen noch der Trainer sein wird, es ist auch so", sagte der 36-Jährige, der zuversichtlich in die Zukunft blickt: "Die Basis ist gut, das heißt: Einstellung, Mentalität, das war heute sehr, sehr erfreulich, und da bauen wir drauf auf."

Sicherlich, im Vergleich zum desaströsen Auftritt in der Vorwoche beim 0:3 bei Aufsteiger Fortuna Düsseldorf war eine deutliche Leistungssteigerung zu erkennen, doch unter dem Strich steht das nackte Ergebnis: die 15. Pleite im 22. Saisonspiel.

Gomez trotz Negativlauf zuversichtlich

Aber mit seiner positiven Art scheint Hitzlsperger Wunder bewirkt und Verein sowie Spieler infiziert zu haben, siehe Mario Gomez, der nach dem Leipzig-Spiel eine gewagte Prognose aufstellte.

"Ich habe eigentlich keine Lust mehr zu jammern und deswegen nehme ich eins mit aus diesem Spiel: Ich bin tausend Prozent davon überzeugt, dass wir in der Liga bleiben", sagte der Stürmer bei Sky.

"Dieses Spiel hat mir und, ich glaube, der ganzen Mannschaft extrem viel Kraft gegeben. Gegen einen saustarken Gegner, die einen Wahnsinnslauf haben, waren wir mindestens genauso gut", fügte Gomez hinzu.

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Weinzierl: "Brauchen Glück"

Auch Weinzierl nahm seine Truppe trotz der neuerlichen Pleite in Schutz: "Die Mannschaft zeigt Charakter, hat heute auch Qualität gezeigt", sagte der Coach und übt sich in Durchhalteparolen.

"Wir brauchen nur das notwendige Glück, das müssen wir erzwingen, das müssen wir uns erarbeiten", fordert Weinzierl. "Die Situation ist hart und natürlich auch jetzt schon länger unbefriedigend, aber da müssen wir uns gemeinsam so wie heute herausarbeiten."

Doppelpack von Poulsen

Die Partie begann für den VfB denkbar schlecht, doch die Schwaben steckten den frühen Dämpfer von Yussuf Poulsen (6.) zunächst gut weg und glichen durch Hoffenheims Leihgabe Steven Zuber (16./Handelfmeter nach Videobeweis) aus. (Das Spiel im LIVETICKER zum Nachlesen)

Danach gestaltete der VfB das Geschehen offen, aber nach dem Wechsel stellte Marcel Sabitzer (68.) für RB mit einem tollen Freistoß die Weichen auf Sieg. Poulsen (74.) erhöhte nach einem Konter.

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Pavard in neuer Rolle

Weinzierl setzte mit seiner Aufstellung zwei Signale. Zum einen musste Christian Gentner auf die Bank, seine Spielführerrolle übernahm der nach einer Sperre in die Startelf zurückgekehrte Mario Gomez.

Zudem betraute der VfB-Coach den französischen Weltmeister Benjamin Pavard mit der Funktion als zentralen Abwehrspieler, was dazu führte, dass die schwächste gegen die beste Defensive der Bundesliga lange auf Augenhöhe agierte. (SERVICE: Ergebnisse der Bundesliga)

Nach anfänglichen Problemen wie beim 0:1 gelang es Pavard, die Defensive besser zu organisieren.

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Leipzig, das zum ersten Mal seit Oktober mit dem Schweden Emil Forsberg in der Startelf antrat, wirkte zwar selbstsicherer als der VfB, aber wirkungsvoll waren die Sachsen zunächst nur selten.

Ausgleich durch Zuber

Hilfreich war auch der Ausgleichstreffer, als Schiedsrichter Felix Zwayer sich erst anhand der TV-Bilder vergewisserte und dann korrekterweise auf Handelfmeter entschied. RB-Kapitän Willi Orban hatte nach einem Gomez-Kopfball den Ball regelwidrig berührt.

Nach Zubers Treffer sprang Hitzlsperger kurz von der Bank auf, freute sich aber zurückhaltender als Weinzierl.

Mit Pfiffen bei nahezu jeder Aktion wurde Ex-VfB-Profi Timo Werner bedacht, der allerdings den Stuttgarter Anhang mit einer provokativen Kuss-Geste noch mehr gegen sich aufbrachte.

Stuttgart im Pech

Leipzig hatte zudem Glück, nicht mit einem Rückstand in die Pause gehen zu müssen: Bei einem Kopfball von VfB-Winterzugang Ozan Kabak (45.+2) rettete Sabitzer in höchster Not.

Die Mannschaft von RB-Trainer Ralf Rangnick startete schwungvoller in den zweiten Durchgang, der VfB hielt dagegen, ließ aber in seinem Offensivspiel oft die Präzision vermissen.

Eine Glanztat von RB-Torwart Peter Gulacsi (64.) verhinderte dann allerdings ein VfB-Tor von Santiago Ascacibar. Von Sabitzers Treffer erholte sich Stuttgart nicht mehr.

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