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Mit seinem Doppelpack gegen Wolfsburg schraubt Alcacer die Zahl der BVB-Tore in der Nachspielzeit in neue Sphären. Zorc lobt die Moral und mahnt zugleich. 

Die Taube, vielleicht lag es an der Taube. 90 Minuten hatte sie seelenruhig auf dem Rasen des Dortmunder Signal Iduna Parks verbracht, unbeirrt vom Treiben. In dieser 91. Minute hatte sie sich in die rechte Ecke des Wolfsburger Tores verkrochen. 

Rechts saß also die Taube, links stand die Mauer. Also drosch Paco Alcacer den Freistoß aus 18 Metern in die Mitte zum erlösenden 1:0. Als der Spanier drei Minuten später zum 2:0-Endstand erhöhte, tropfte der Ball glücklich ins rechte Eck. Die Taube hatte sich da schon verzogen. 

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Die Taube als Grund für die Tabellenführung? Glück? Es ist auch etwas anderes, dass den BVB als Spitzenreiter zum mit so viel Spannung aufgeladenen deutschen Klassiker am nächsten Samstag zum FC Bayern reisen lässt - eine unbedingte Siegermentalität. (SERVICE: die Bundesliga im SPORT1-Datencenter)

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Die Mutter aller späten Tore

"Wir haben immer daran geglaubt, dass wir hier zuhause noch ein Tor schießen", sagte Mario Götze bei Sky. Trainer Lucien Favre ergänzte in der Pressekonferenz: "Wir bleiben ruhig und denken, dass alles möglich ist - auch in der Nachspielzeit." Manager Michael Zorc lobte die große Moral: "Diese Mannschaft hat den Willen, jedes Spiel zu gewinnen und bis zum Ende alles dafür zu geben."

Dortmunds Wille wird belohnt. Alcacers Doppelpack waren bereits die Tore Nummer acht und neun, die der BVB in dieser Saison in der 90. Minute oder später erzielte. Zum Vergleich: Titelrivale Bayern kommt nur auf zwei Treffer auf dem letzten Drücker. 

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Alcacer selbst traf schon viermal in der Nachspielzeit. Am 7. Spieltag mit der Mutter aller Last-Minute-Tore in der 96. Minute zum 4:3 gegen den FC Augsburg, ebenso per Freistoß wie nun gegen Wolfsburg. Zudem zum 2:0-Endstand gegen den SC Freiburg am 13. Spieltag.

Reus machte den Anfang

Begonnen hatte alles gleich am ersten Spieltag, als Marco Reus in der 91. Minute zum 4:1 gegen RB Leipzig traf. Der Kapitän, der wegen einsetzender Wehen seiner Freundin Scarlett Gartmann gegen Wolfsburg fehlte, traf außerdem am 6. Spieltag beim 4:2 in Leverkusen in der 94. Minute und vor zwei Wochen in der 92. Minute zum 3:2-Sieg in Berlin. 

Außerdem erzielten Axel Witsel am 19. Spieltag beim 5:1 gegen Hannover in der 90. Minute und Christian Pulisic am 25. Spieltag beim 3:1 gegen den VfB Stuttgart in der 92. Minute Treffer zum Ende oder jenseits der regulären Spielzeit. 

Trotz der phantastischen Statistik konnte sich Zorc aber einen kleinen Seitenhieb Richtung Spieler nicht verkneifen. "Die Mannschaft sollte sich nicht darauf verlassen", sagte Zorc. So viel Drama ist nicht gerade gesund. 

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