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München - Der FC Bayern schießt sich mit einem Schützenfest zurück an die Tabellenspitze der Bundesliga. Gegen Mainz 05 überragt vor allem James Rodriguez.

Angeführt vom überragenden Dreifach-Torschützen James hat der FC Bayern die Enttäuschung über den ungewohnt frühen K.o. in der Champions League abgeschüttelt und mit einer Machtdemonstration wieder die Tabellenführung in der Bundesliga übernommen.

Die turmhoch überlegene Mannschaft von Trainer Niko Kovac zerlegte ihren hilflosen Sparringspartner Mainz 05 beim 6:0 (3:0) nach allen Regeln der Fußball-Kunst und überflügelte damit wieder Titelrivale Borussia Dortmund. (SERVICE: Die Tabelle der Bundesliga)

Der Kolumbianer James war mit seinem ersten Bundesliga-Dreierpack (33., 51., 55.) der Garant für den sechsten Bayern-Sieg im deutschen Oberhaus hintereinander und wurde bei seiner Auswechslung mit stehenden Ovationen bedacht.

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Davies mit Premierentor

Auch Torjäger Robert Lewandowski (3.) mit seinem 18. Saisontreffer, Kingsley Coman (39.) und Winterzugang Alphonso Davies (70.) ließen die Münchner vier Tage nach dem ernüchternden Achtelfinal-Aus in der Königsklasse gegen den FC Liverpool wieder jubeln. Für Mainz war es die höchste Saisonniederlage.

"Wir wollten ein gutes Spiel machen und haben uns auch wegen dem Spiel am letzten Mittwoch viel vorgenommen", sagte Thomas Müller nach dem Spiel bei Sky. "Wir wollten gleich wieder zurückschlagen gegen Dortmund. Weil die Champions League jetzt leider wegfällt, ist der Fokus voll auf der Bundesliga."

Kovac erklärte: "Wir haben gezeigt, dass wir dabei sind und es können. Das Ergebnis ist auch in der Höhe verdient. Kompliment an meine Jungs." Gegenüber Sandro Schwarz war bedient: "In der 2. Halbzeit haben wir alles vermissen lassen. Im Großen und Ganzen war das zu wenig. Du musst attackieren und doppeln. Die Gegentore haben wir zu einfach bekommen."

"Die letzten drei Spiele waren eine Duftmarke"

Die Bayern waren vor 75.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena sofort bemüht, den jüngsten, schlechten Eindruck wegzuwischen. Mainz machte es ihnen aber auch leicht, stand viel tiefer als zuletzt Liverpool, attackierte deutlich später und weniger griffig. So ergaben sich früh gute Möglichkeiten für den Rekordmeister. Lewandowski traf kaum bedrängt nach Flanke von David Alaba per sehenswerter Direktabnahme zur Führung. (Das Spiel im Ticker zum Nachlesen)

"Wir waren von Anfang an drückend überlegen. Die letzten drei Bundesliga-Spiele (zuvor 5:1 gegen Borussia Mönchengladbach, 6:0 gegen VfL Wolfsburg, Anm. d. Red.) waren eine Duftmarke", meinte Müller. "Wir sind auf lange Sicht heiß auf das Duell gegen den BVB (am 6. April). Wir haben einiges fürs Torverhältnis getan. So wie wir heute gespielt haben, macht es Spaß."

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Kovac sagte mit Blick auf den Saisonendspurt: "Wir müssen hart arbeiten. Wir hoffen, dass unsere Nationalspieler nicht allzu viele Minuten in den Knochen haben und gesund wiederkommen."

Coman scheitert am Pfosten

Dass Kovac, der auf Javi Martinez (Schädelprellung) und Serge Gnabry (Erkältung) verzichten musste, gleich fünf Wechsel vorgenommen hatte, machte sich nicht negativ bemerkbar - im Gegenteil: die Neuen wie der gegen Liverpool gesperrte Joshua Kimmich oder Coman brachten frischen Wind. Lewandowski (5.) hätte nach feinem Kimmich-Pass frei vor Torhüter Florian Müller erhöhen müssen, Coman traf den Pfosten (13.).

Doch dann schlichen sich ein paar Nachlässigkeiten ins Münchner Spiel ein, das phasenweise fast ein bisschen arrogant wirkte. Mainz wurde mutiger, kam auch zu Abschlüssen. Kaum zogen die Bayern das Tempo wieder an, erhöhte James allerdings nach Brustvorlage von Leon Goretzka auf 2:0. Als Karim Onisiwo kurz darauf im Mittelfeld den Ball an Thiago verlor und dieser den schnellen Coman schickte, der knallhart vollendete, war Mainz erledigt.

Kovac experimentiert mit Davies

Das hielt die Bayern jedoch nicht davon ab, auch nach dem Seitenwechsel Gas zu geben. James stellte mit einem schönen Schlenzer von der Strafraumgrenze auf 4:0, drei Mainzer standen Spalier. Und der 27-Jährige hatte noch nicht genug: Sein dritter Treffer nach Zuspiel von Thomas Müller, ein gefühlvoller Lupfer, war allein das Eintrittsgeld wert. (SERVICE: Der Spielplan der Bundesliga)

Nach der Partie schwärmte auch Coach Kovac: "Es freut mich für ihn, dass er drei Tore macht hat. So wie jetzt im Moment gefällt es mir."

Kovac konnte sich jetzt sogar personelle Experimente leisten. Er brachte Davies, eigentlich ein Offensiver, zwischenzeitlich als Linksverteidiger. Der Kanadier traf trotzdem und Kovac schmunzelte an der Seitenlinie.

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